Viele Straßen führen durch Rom

osnapicture 27. Juni 2011 0
Viele Busse fahren direkt am Kolosseum vorbei.

Viele Busse fahren direkt am Kolosseum vorbei.

Rom lässt sich auf viele Arten erkunden. Eine der schönsten und zugleich preiswertesten Möglichkeiten ist eine individuelle Stadtrundfahrt mit den Bussen des öffentlichen Nahverkehrs.
Die italienische Hauptstadt verfügt über ein dicht geknüpftes Busnetz. Die Busse steuern alle Sehenswürdigkeiten der Stadt an und fahren auch in die entlegensten Winkel – dort wo es abseits der Touristenmassen ebenfalls viel zu entdecken gibt.
Dabei sind die Fahrpreise im Vergleich zu anderen europäischen Städten erstaunlich gering. 1 Euro muss für ein Ticket gezahlt werden, das 75 Minuten gültig ist. In dieser Zeit können Fahrgäste so oft umsteigen wie sie wollen. Ein Tagesticket ist mit 4 Euro ebenfalls ein echtes Schnäppchen. Es gilt, wie alle Bustickets in Rom, nicht ausschließlich für die zahlreichen Busse, sondern kann – ohne Aufpreis – auch für beliebig viele Fahrten in Tram und Metro genutzt werden.
Trotz der oft chaotischen Verkehrsverhältnisse in Rom lassen sich mit dem Bus alle Ziele relativ schnell und zuverlässig erreichen. Zur Verfügung stehen dabei insgesamt 4 verschiedene Arten von Buslinien, deren Name jeweils Programm ist: Die blauen, „normalen“ Stadtbuslinien (Linea Urbana). Hier werden an den Haltestellen keine festen Abfahrtszeiten angegeben, die Busse verkehren nach einem festen Turnus, Innenstadtlinien oft im 5-minutentakt. Die grünen Expresslinien (Linea Espressa). Diese Linien verbinden besonders wichtige Ziele miteinander (etwa die Linie 40 zwischen Termini und dem Vatikan) und bedienen unterwegs nur wenige Haltestellen. Die dunkelroten, „exakten“ Linien (Linea esatta). Für diese Linien werden, anders als für die Linea Urbana, an den Haltestellen feste Abfahrtszeiten angegeben. Die schwarzen Nachtlinien. Sie verkehren von 0.30 bis 5.30 Uhr und sind an einem Eulen-Symbol zu erkennen.
An den Bushaltestellen sind große Schilder mit Infos zu den dort verkehrenden Linien aufgestellt. In der Spalte unter der Liniennummer ist jeweils eine Art „Linienplan“ angegeben, der alle Haltestellen auflistet, die bedient werden. Die Haltestelle, an der man sich gerade befindet, ist durch eine rote Umrandung markiert. Haltestellen, die weiter unten stehen, werden noch angefahren.
Feste Abfahrtzeiten sind nur selten angeschlagen. Je nach Lage der Haltestelle und der momentanen Uhrzeit kann es zwischen 5 und 30 Minuten dauern, bis der nächste Bus kommt. Lange Wartezeiten sind vor allem im Zentrum eher selten. Hier führt meist mehr als eine Linie zum gewünschten Ziel, was zur Folge hat, dass fast nie länger als 5 Minuten auf den nächsten Bus gewartet werden muss.
Mit Ausnahme der kleinen Elektrobusse, die im historischen Zentrum verkehren, haben die Busse in der Regel 3 Türen. Die vorderen und hinteren werden zum Einsteigen genutzt. Die mittlere Tür wird zum Aussteigen benutzt.
Fahrscheine müssen vor Reiseantritt am Zeitungskiosk (Edicola), im Tabakladen (Tabacchi) oder in einer Bar gekauft werden. An größeren Stationen, wie vor dem Hauptbahnhof, gibt es oft Fahrkartenautomaten, die sich auch auf Deutsch bedienen lassen. Tickets beim Busfahrer zu kaufen ist in der Regel nicht möglich.
Durch das dichte Liniennetz können sich Touristen ihre Wunschroute selbst zusammenstellen und ihre Fahrt dabei so oft unterbrechen, wie sie möchten. Besonders empfehlenswert zum Erkunden der wichtigsten Sehenswürdigkeiten ist die Linie 64 vom Hauptbahnhof Termini zum Petersplatz.Die Route gleicht einer Fahrt durch die Stadtgeschichte. Im Mittelpunkt steht dabei die italienische Gründerzeit, gesäumt von antiken und barocken Spuren am Straßenrand, bis hin zur Ära des Faschismus, an die die Via della Conciliazione noch heute erinnert. Die Tour endet im Vatikan – dem kleinsten Staat der Welt. Sie dauert, wenn man die Fahrt nicht unterbricht, ca. 40 Minuten, lässt sich mit Zwischenstopps aber gut auf einen ganzen Tag ausdehnen. Sie streift die Fontana di Trevi, das Pantheon, die Piazza Navona und die Engelsburg. Allerdings ist besonders in der Linie 64 auf Taschendiebe zu achten. Diese haben längst erkannt, dass viele Touristen die 64 nutzen und gehen hier regelmäßig auf Beutezug.
Weitere empfehlenswerte Busstrecken sind die Linie 116, die von der Porta Piniciana über die Piazza Barberini, die Piazza Navona über dem Campo dei Fiori zum Vatikan führt sowie die Linie 117 vom Lateran über das Kollosseum zur Spanischen Treppe und die Linie 170 vom Bahnhof Termini nach Trastevere, dem Stadteil, in dem die „echten Römer“ leben.
Weiter Infos zur Stadt Rom finden sich auf der Homepage des Autors unter: www.breitengrad66.de/tag/rom/

Im historischen Stadtzentrum verkehren kleine Elektrobusse.

Im historischen Stadtzentrum verkehren kleine Elektrobusse.

Infos zum Busfahren in Rom

Die Fahrscheine gelten für Busse, Tram und Metro
einschließlich Umstieg und kosten:

-  Einzelticket (BIT): 1 Euro (75 Min. gültig)
–   Tagesticket (BIG): 4 Euro
–   3-Tageticket (BTI): 11 Euro
–   Wochenticket (CIS): 16 Euro

Es gibt zahlreiche Linien, die an Roms Sehenswürdigkeiten vorbeiführen. Besonders empfehlenswert sind:

-   64 vom Bahnhof Termini zum Petersplatz
–   116 zwischen der Porta Piniciana,Piazza Barberini,
Piazza Navona über dem Campo dei Fiori zum Vatikan
–   117 vom Lateran über das Kolosseum
zur Spanischen Treppe
–   170 vom Bahnhof Termini nach Trastevere

Trotz Stau kommen die Busse in Rom fast immer zügig voran.

Trotz Stau kommen die Busse in Rom fast immer zügig voran.

Artikel erschienen in: Osnabrücker Nachrichten, 28. Juni 2011

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