Rote Felsen und rote Köpfe

osnapicture 10. Juli 2011 0
Schäbige Architektur und alkoholisierte Touristen - das Unterland.

Schäbige Architektur und alkoholisierte Touristen – das Unterland.

Es ist nicht lange her, da sorgte ein Artikel (http://www.taz.de/1/nord/artikel/1/die-insel-der-roten-koepfe/) über Helgoland bundesweit für Wirbel. Die TAZ schrieb über ein angebliches Alkoholproblem der Hocchseeinsel. Nachdem ich gestern zum ersten Mal dort war, verstehe ich, was die TAZ damit meinte.

Schon auf der Überfahrt schauen auffällig viele Tagestourist etwas zu tief ins Glas. Die Lautstäre besoffener Kegelclubs etc. ist beträchtlich. In den Gassen des Helgoländer Unterlandes, in dem sich eine Architektursünde an die nächste schmiegt, wird kaum eine Gelegenheit ausgelassen sich mit dem nächsten Piccolo zu versorgen. Gelegenheiten gibt es reichlich. Zollfrei bedeutet auf Helgoland nämlich vor allem eins. Shops mit Zigaretten und Alkohol in Massen.

Ich würde niemandem empfehlen auf dieses merkwürdige Stück Deutschland zu fahren, gäbe es dort nicht auch das Oberland – einem Platz der das Herz aller Naturfreunde höher schlagen lässt. Atemberauben sind die Blicke auf nistende Seevögel in den roten Steilfelsen. Doch dafür die lange Anfahrt in Kauf nehmen? Mallorca und co. lassen sich immerhin fast doppelt so schnell erreichen. Ich kann noch nicht sagen, ob es mich je wieder hinaus auf die Nordsee zieht. Noch habe auch ich einen roten Kopf. Nicht vom Alkohol, sondern von starken Kopfschmerzen, ausgelöst vom schrillen Lärm besoffener Damen im Rentenalter.

Lohnenswert ist Helgoland - abgesehen von Kampftrinkern - eigentlich nur für Vogelfreunde. Diese kommen allerding voll auf ihre Kosten.

Lohnenswert ist Helgoland – abgesehen von Kampftrinkern – eigentlich nur für Vogelfreunde. Diese kommen allerding voll auf ihre Kosten.

Ein Besuch des Oberlandes mit der Langen Anna lohnt sich. Ums Unterland sollte jeder Besucher aber einen großen Bogen machen.

Ein Besuch des Oberlandes mit der Langen Anna lohnt sich. Ums Unterland sollte jeder Besucher aber einen großen Bogen machen.


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