Rückblick Winnipeg und Churchill

Seit einigen Stunden bin ich wieder in Deutschland. Was ich in den vergangenen Tagen in Kanada erlebt habe, kann ich noch immer nicht so richtig fassen. Zu unglaublich waren vor allem die Begegnungen mit den Eisbären in Churchill, aber auch die freundlichen Menschen in ganz Manitoba sowie die Tage in Winnipeg.

Ich habe in den letzten Tagen von unterwegs ja schon etwas über die Reise geschrieben. Jetzt, wo ich hunderte von Fotos von der Speicherkarte auf den Rechner gezogen habe und einige Amateurvideos bei YouTube eingestellt habe, will ich hier noch einen kleinen Rückblick veröffentlichen:

Blick über Grönland
Blick über Grönland
Etwas chaotisch - Der Flughafen in Chicago
Etwas chaotisch – Der Flughafen in Chicago

Über München und Chicago bin ich zunächst nach Winnipeg geflogen. Beim Flug über Grönland stellte sich zum ersten Mal auf dieser Reise echtes Arktis-Feeling ein.

Pelzhandlung in Winnipeg
Pelzhandlung in Winnipeg
Blick aus meinem Hotelzimmer in Winnipeg
Blick aus meinem Hotelzimmer in Winnipeg

In Winnipeg besuchte ich am ersten Tag einen traditionellen Pelzhändler (www.billworbfurs.com) und schaute mir das Manitoba Museum (www.manitobamuseum.ca) an. Vor allem letzteres stellte sich als ungeheuer beeindruckend heraus. Die komplette Geschichte Manitobas, von der Eiszeit bis heute, wird dort in phantasievoll gestalteten Dioramen anschaulich erklärt. Am besten lasse ich einige Fotos sprechen:

Großdiorama im Manitoba Museum
Großdiorama im Manitoba Museum
Über das Leben der Indianer gibt es im Museum viel zu erfahren
Über das Leben der Indianer gibt es im Museum viel zu erfahren
Die ausgestellten Tiere sind von echten Tieren kaum zu unterscheiden.
Die ausgestellten Tiere sind von echten Tieren kaum zu unterscheiden.
Ein Rundgang durchs Manitoba Museum ist spannend und lehrreich zugleich
Ein Rundgang durchs Manitoba Museum ist spannend und lehrreich zugleich

Nach dem Museum ließ ich mich etwas durch die Stadt treiben und fand mit jedem Schritt, den ich in ihr machte mehr Gefallen an Winnipeg. Die Hauptstadt Manitobas war zwar groß, aber dennoch wirkte sie vertraut und nicht so chaotisch wie viele andere Großstädte. Ganz im Gegenteil. Nur wenige Schritte von den Hauptstraßen entfernt, hatte ich das Gefühl in einer ruhigen Kleinstadt zu sein. Insgesamt sehr sympathisch.

Downtown Winnipeg
Downtown Winnipeg
Eine andere Ansicht der Innenstadt
Eine andere Ansicht der Innenstadt
Winnipeg ist ideal für ausgedehnte Shoppingtouren
Winnipeg ist ideal für ausgedehnte Shoppingtouren
Blick ins Parlament
Blick ins Parlament

Am zweiten Tag nahm ich an einer Stadtrundfahrt teil, bevor ich mich auf den Weg zum Flughafen machte. Die Sicherheitskontrollen dort waren, wie auch in den USA, sehr streng. Nacktscanner, Sprengstofftest, Drogentest, Schuhscan usw. Dafür gefiel mir der moderne Airport ausgesprochen gut und ich machte bis zum Abflug nach Churchill noch einige Flugzeug-Fotos.

Modern - Der Flughafen von Winnipeg
Modern – Der Flughafen von Winnipeg
Ankunftsebene in Winnipeg
Ankunftsebene in Winnipeg
Bekommt man in Europa leider nicht vor die Linse - In Nordamerika aber überall
Bekommt man in Europa leider nicht vor die Linse – In Nordamerika aber überall

Der Flug nach Churchill ist zum Einsteigen bereit

In einer ATR42 der Calm Air ging es an die Hudson Bay
In einer ATR42 der Calm Air ging es an die Hudson Bay

Als ich abends in Churchill landete, wusste ich irgendwie sofort, das ist der Ort, der mir gefällt. Die Beschränkung aufs Wesentliche in diesem abgeschiedenen Ort, erinnerte mich an das Eskimo-Dorf Tuktoyaktuk, in dem es mir vor zwei Jahren so gut gefallen hatte. Nach einem Bison-Burger zum Abendessen erkundete ich das nächtliche Dorf und hatte ein etwas flaues Gefühl im Bauch. Ich hatte nicht nur Jetlag, ich wusste auch nicht, ob ich nicht möglicherweise an der nächsten Straßenecke auf einen Eisbären treffen würde. Ich hielt mich deshalb eigentlich nur an der Hauptstraße auf und mied dunkle Gassen.

Vor Eisbären wird in Churchill am Ortsrand gewarnt
Vor Eisbären wird in Churchill am Ortsrand gewarnt

Am nächsten Tag ließ ich mir bei einer Rundfahrt durchs Dorf erklären, dass meine Sorge von Bären angegriffen zu werden eigentlich unbegründet war. Jede Nacht fahren mehrere Eisbär-Wachen durchs Dorf und verjagen eindringende Bären mit Schreckschussmunition. An diesem Tag sagh ich auch meinen ersten Eisbär. Ein Bär, der vor den Schreckschusswaffen keine Scheu mehr zeigte und deshalb gefangen und ins örtliche Eisbären-Gefängnis gesteckt wurde. Ich konnte zusehen, wie er von dort per Helikopter an einen Ort geflogen wurde, der weit genug entfernt ist, dass er das Dorf nicht mehr unsicher machen soll.

Ein Eisbär wird vom Gefängnis in die Freiheit geflogen
Ein Eisbär wird vom Gefängnis in die Freiheit geflogen

Am gleichen Tag nahm ich erstmals in meinem Leben an einer Schlittenhunde-Tour teil. Mit den Tieren durch die klirrende Kälte in der atemberaubenden Natur zu jagen, ist ein wahrlich großartiges Erlebnis. Ich freue mich schon jetzt darauf, nächsten Monat in Lappland mit Schlittenhunden auf Tour gehen zu können. Ob diese allerdings so genial wird wie die Tour mit David Daley (www.wapuskadventures.com) in Churchill, steht noch in den Sternen.

Mit Schlittenhunden durch die Taiga
Mit Schlittenhunden durch die Taiga
Dave Daley mit einem seiner Hunde
Dave Daley mit einem seiner Hunde
Zertifikat für die absolvierte Schlittenhunde-Tour
Zertifikat für die absolvierte Schlittenhunde-Tour

Auch die erste Begegnung mit dem „Wildlife“ der Tundra ließ nicht lange auf sich warten. Mehrere Füchse kreuzten immer wieder meinen Weg. Ich war erstaunt wie wenig Scheu diese Tiere vor Menschen zeigten. Auch viele andere Tiere waren fast zutraulich. Vögel kamen auf die Hand und Eichhörnchen, wie noch in Winnipeg fotografiert, machten keine Anstalten beim kleinsten Geräusch zu verschwinden.

Rotfüchse bekam ich häufig zu Gesicht
Rotfüchse bekam ich häufig zu Gesicht
Auch schwarze Füchse ließen sich blicken
Auch schwarze Füchse ließen sich blicken
Lustiger, kaum scheuer Nager
Lustiger, kaum scheuer Nager

Am nächsten Tag war dann der Moment gekommen, auf den ich mich eigentlich als Kind schon gefreut habe: Erstmals selbst einen Eisbären in freier Natur zu sehen. Gemächlich trottete das majestätische Tier neben der Straße her und ich konnte ihn vom Bus, der mich zu einem sogenannten Tundra-Buggy bringen sollte, wunderbar beobachten. Auch später, vom Tundra-Buggy aus, boten sich mir faszinierende Blicke auf die Könige der Arktis.

Ein Eisbär nähert sich neugierig einem Tundra-Buggy
Ein Eisbär nähert sich neugierig einem Tundra-Buggy
Brian am Steuer des Tundra-Buggys
Brian am Steuer des Tundra-Buggys
Blick ins Innere eines Buggys
Blick ins Innere eines Buggys

Am folgenden Tag fuhr ich erneut mit einem Buggy durch die Tundra und hielt nach Bären Ausschau. Das Wetter war erstklassig, strahlend blauer Himmel, tolle Farben und die Bären ließen nicht lange auf sich warten. Ich bekam noch viel mehr zu Gesicht als am Tag zuvor und kam ihnen auch noch viel näher. Auch wenn ich mit Superlativen eher vorichtig bin, war dies ganz sicher einer der schönsten und unvergesslichsten Tage in meinem Leben.

Auge in Auge mit Eisbären - Ein großartiges Gefühl
Auge in Auge mit Eisbären – Ein großartiges Gefühl
Bären zu beobachten wird nie langweilig
Bären zu beobachten wird nie langweilig
Einfach tolle Tiere
Einfach tolle Tiere
Bären in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen ist kein Vergleich zum Zoobesuch
Bären in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen ist kein Vergleich zum Zoobesuch
Szenen, die extrem friedlich wirken
Szenen, die extrem friedlich wirken
Sieht er nicht zum Knuddeln aus?
Sieht er nicht zum Knuddeln aus?
Eines meiner Lieblingsfotos der Bären
Eines meiner Lieblingsfotos der Bären
Eisbär auf dünnem Eis
Eisbär auf dünnem Eis
Eisbär-Spuren im Schnee
Eisbär-Spuren im Schnee
Die zufrierende Hudson Bay
Die zufrierende Hudson Bay

Wer selbst einmal nach Churchill kommt, sollte dort auf jeden Fall auch das Eskimo-Museum besuchen. Die ausgestellten Exponate sind mehr als sehenswert.

Klein aber fein - Das Eskimo Museum in Churchill
Klein aber fein – Das Eskimo Museum in Churchill
Liebevoll hergestelltes Eskimo-Kunsthandwerk
Liebevoll hergestelltes Eskimo-Kunsthandwerk
Blick durch das Eskimo Museum
Blick durch das Eskimo Museum

Auch wenn ich noch mindestens ein halbes Jahr in Churchill hätte bleiben können, musste ich am Sonntag die Rückreise antreten. Lustig fand ich, dass es auf dem Flughafen in Churchill keinerlei Sicherheitskontrollen gab. Und das, obwohl dort durchaus Flugzeuge in der Größe eine 737 starten. Immerhin verfügt der Flughafen durch die frühere militärische Nutzung über eine fast 3 km lange Runway, die einst u. a. auch als Ausweichstelle für das Space Shuttle gedacht war. Nach einem erneuten Zwischenstopp in Winnipeg, flog ich über Denver und Frankfurt zurück nach Hause. Im Gepäck habe ich neben hunderten Fotos und zahlreichen spannenden Geschichten, die es noch zu erzählen gilt, vor allem unvergessliche Erlebnisse, die bei mir prägenden Eindruck hinterlassen haben.

Churchill Airport
Churchill Airport
Eine 747 der Lufthansa steht vor dem Flug nach Frankfurt am Gate in Denver
Eine 747 der Lufthansa steht vor dem Flug nach Frankfurt am Gate in Denver

Nach neun Stunden Flug in Frankfurt angekommen
Nach neun Stunden Flug in Frankfurt angekommen
Letzter Blick auf den Flughafen Frankfurt. 30 Minuten später landete ich in Münster/Osnabrück
Letzter Blick auf den Flughafen Frankfurt. 30 Minuten später landete ich in Münster/Osnabrück
Bei einer solchen Reise sammeln sich immer viele Flugtickets und Kofferanhänger an.
Bei einer solchen Reise sammeln sich immer viele Flugtickets und Kofferanhänger an.

Ich möchte es nicht versäumen mich bei allen Personen zu bedanken, die diese Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben. Allen voran die netten Damen von Travel Manitoba, die alles perfekt geplant haben; Dave, der mich mit seiner Liebe zu Schlittenhunden ansteckte; Daniel, der mir im Museum die Geschichte Manitobas erklärte; Marian, ohne die ich in Winnipeg einige Sehenswürdigkeiten verpasst hätte; Christian, der mir viel über die Indianer in Winnipeg erzählte; Brian, der für unvergessliche Momente in der Tundra sorgte; Dené, die zahlreiche Bärengeschichten zu erzählen wusste und natürlich die vielen anderen tollen Menschen, auf die ich in Manitoba gestoßen bin. Herzlichen Dank für alles!

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Thomas Limberg

Ob Nordpol, Himalaya oder der Zoo um die Ecke. Immer wenn ich unterwegs sein und Neues entdecken kann, bin ich am glücklichsten. In diesem Blog nehme ich Dich seit 2010 mit auf meine Städtereisen, Roadtrips, Wander-Abenteuer und zu vielem mehr.

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