Unter buddhistischen Mönchen

Thomas Limberg 14. August 2015 0

 

Es war eines der Dinge, auf die ich mich im Vorfeld meiner Nepal-Reise besonders gefreut habe: der Besuch in einem buddhistischen Kloster. Seit Jahren fasziniert mich diese für uns Europäer so fremdartig erscheinende Kultur. Vom Dalai Lama habe ich fast alle Bücher gelesen und seit Jahren trage ich den Wunsch in mir herum einmal live und in Farbe zu erleben, wie buddhistische Mönche leben, wie sie ihre Zeremonien bestreiten und wie es sich dort anfühlt. In der Neydo Monastery in Pharping bei Kathmandu hatte ich jetzt Gelegenheit dazu.

Schon die Anfahrt hielt einige Überraschungen bereit. Es war mein erster Tag in Nepal und direkt vom Flughafen führte der Weg per Bus zum Kloster. Die Welt um mich herum, die Straßen und Gassen Kathmandus wirkten zum Teil fremdartig, zum Teil aber auch vertraut. Zwar herrschte ein geordnetes Chaos – ich hätte mir dieses aber viel schlimmer vorgestellt. Ich fühlte mich schon mal wohl. Der Bus verließ Kathmandu in südliche Richtung und ich knipste aus dem Fenster die ersten Fotos Nepals. Die kleinen Geschäfte, das Leben, das sich fast komplett auf der Straße abzuspielen schien, Affen, die auf den wirr verlegten Stromleitungen kletterten und vieles mehr bot willkommene Fotomotive.

Mit dem Bus ging es zum Kloster

Affen kletterten auf den Stromleitungen

Das Leben schien sich vollständig auf der Straße abzuspielen

Vieles wirkte chaotisch, vieles aber auch vertraut

Nachdem Kathmandu hinter uns lag, wurde es schnell etwas ländlicher. In südlicher Richtung führte der Weg hinauf in die Berge, wo das Kloster weithin sichtbar auf einer Anhöhe thronte.

Auch auf dem Land waren viele Menschen unterwegs

Die Fahrt führte hinauf in die Berge

Kurze Zeit später war die Einfahrt zum Kloster erreicht. Ein Wachmann öffnete salutierend das Tor und der Bus fuhr hinein in eine Welt, von der ich immer geträumt hatte. Vorbei an einem buddhistischen Schrein, umgeben von Gebetsmühlen und im Wind flatternden bunten Gebetsfahnen. Mönche in ihren rot gelben Gewändern spazierten umher und fast hätte man den Eindruck gewinnen können, gleich käme hier der Dalai Lama um die Ecke. Vom lärmenden Moloch Kathmandu, das in einigen Reiseberichten beschrieben wird, war hier absolut gar nichts zu spüren. Es herrschte absolute Stille. Nur die Stimmen zahlreicher exotischer Vögel waren zu hören. Dazu flatterten handtellergroße Schmetterlinge auf den überall gepflanzten Blumen umher. Das eigentliche Kloster lag auf dem höchsten Punkt des Berges und ein Stückchen unterhalb lag ein Wohngebäude für die Mönche und eines für die Besucher wie mich.

An der Einfahrt zum Kloster flatterten Gebetsfahnen

Auch Gebetsmühlen waren vorhanden

Eine wirklich traumhafte Atmosphäre

Das Kloster liegt auf dem höchsten Punkt

Ansicht des Klosters von vorne

Die Zimmer waren einfach, aber nicht schlecht. Alles machte einen sehr sauberen und gepflegten Eindruck. Außerdem schien es mir, und das war mir für die erste Nacht in Nepal besonders wichtig, recht massiv gebaut zu sein. Im Hinterkopf hatte ich doch seit Tagen die Auswirkungen der verheerenden Erdbeben im Frühjahr und ich stellte mir anfangs permanent die Frage, wie ich mich wohl verhalten würde, wenn die Erde erneut beben würde. Lediglich der Strom fiel immer wieder für kurze Zeit aus, aber das dies in Nepal normal war, sollte sich in den kommenden Tagen immer wieder zeigen.

Die Zimmer waren einfach, aber gut

Die komplette Klosteranlage präsentierte sich sehr gepflegt

Um gegen Stromausfälle gewappnet zu sein, wird in Nepal gerne improvisiert

Blick aus dem Zimmer auf das Kloster

Die nächsten Stunden verbrachte ich damit, etwas die Umgebung zu erkunden. Erstmals wurden dabei auch die Auswirkungen der Erdbeben sichtbar, als ich an einem völlig zerstörten Haus vorbei kam. Ich dachte nicht groß drüber nach und schaute gedankenverloren auf Kathmandu, das unten im Tal unter einer dunstigen Glocke lag.

Spuren eines Erdbebens

Kathmandu versteckte sich unter einem grauen Schleier

Das absolute Highlight erwartete mich dann am späten Nachmittag. Wir waren zu einer Zeremonie der Mönche ins Kloster eingeladen. Zur Begrüßung gab es von einem ranghohen Mönch einen gelben Schal geschenkt. Ich nah diesen stolz an und fühlte mich dabei fast so, wie es Heinrich Harrer ergangen sein muss, als er zum ersten Mal an den Hof des Dalai Lama kam – also fast so wie im Film “Sieben Jahre in Tibet”. Weitere Mönche meditierten vor dem Kloster oder waren mit anderen spirituellen Praktiken beschäftigt. Eine fremdartige, aber zugleich faszinierende Welt. Wir wurden ins Kloster eingeladen. Schuhe aus und auf dem Boden gegenüber einer goldenen Buddha-Statue Platz genommen. Ich war überwältigt von den Farben des Klosters und der fast schon kitschig anmutenden Inneneinrichtung. Ganz vorne stand, umgeben von bunten Plastikblumen ein Bild des Dalai Lama. Die noch recht jungen Mönche begannen mit einem Sprechgesang, fingen an zu trommeln und ließen Blasinstrumente erklingen. Es entstanden Töne, die wie aus einer anderen Welt klangen, die aber zugleich eine ungeheure Faszination entfachten.

Dieses Treffen hatte eine besondere Bedeutung für mich. Foto: Madlen Vorwerk

Dieses Treffen hatte eine besondere Bedeutung für mich. Foto: Madlen Vorwerk

Vor dem Kloster beteten Mönche

Im Kloster müssen die Schuhe ausgezogen werden

Das Innere des Klosters fesselte mich

Goldene Buddha-Statue

Im Geiste war auch der Dalai Lama anwesend

Die Mönche sorgten für eine atemberaubende Stimmung

Einige waren komplett gedankenversunken

Andere alberten zwischendurch auch herum

Tolle Farben fanden sich in jeder Ecke

Das Kloster aus der 1. Etage

Stundenlang hätte ich mich im Kloster aufhalten und den Klängen lauschen können. Doch irgendwann lockte das Abendessen. Ich machte noch schnell ein paar Fotos von den Mönchen, die draußen mit spirituellen Übungen beschäftigt waren, bevor ich mich verabschiedete. In den Genuss archaischen Klänge kam ich übrigens noch ein weiteres Mal. Am nächsten Morgen veranstalteten die Mönche, auch in meinem Zimmer gut hörbar, die gleiche Zeremonie um 5 Uhr.

Mönche vor dem Kloster

Übung macht den Meister

Es wurde auch gelacht

Übrigens hat mich der Besuch in diesem Kloster tatsächlich ständig an den Film “Sieben Jahre in Tibet” mit Brad Pitt erinnert. Ich muss mir den demnächst unbedingt mal wieder anschauen. Wer den Film noch nicht kennt, dieser ist u. a. HIER zu haben.

 

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