Das Dach der Welt

Thomas Limberg 21. August 2015 6

Wie sehr habe ich mich auf diesen einen Flug gefreut. Von Pokhara nach Kathmandu mit Yeti Airlines. Endlich den Himalaya sehen. Etwas, wovon ich schon als Kind geträumt habe. Jetzt sollte es Realität werden. Wir waren zwar schon einige Tage in Nepal, hatten jedoch durch die ständige Bewölkung noch keinen Berg gesehen. In entsprechend freudiger Erwartung war ich, als wir am Flughafen in Pokhara ankamen. Sofort war ich Feuer und Flamme für diesen niedlichen kleinen Airport. Es gab ein kleines Café und eine wunderbare Besucherterrasse. Hier hätte ich Stunden oder gar Tage sitzen und den startenden und landenden Fliegern zuschauen können.

Der Flughafen von außen

Schalterhalle in Pokhara

Café im Flughafen

Die Besucherterrasse ist perfekt

Der Flugverkehr ließ sich sehr schön beobachten. Hier ein Flugzeug der Buddha Air

Blick auf das Vorfeld

Allerhand exotische Flieger waren zu sehen

Doch irgendwann hieß es, von der Besucherterrasse in die Abflughalle wechseln. Die Vorfreude stieg. Würde man überhaupt Berge sehen können, oder würden wir die ganze Zeit in den Wolken fliegen? Als die 29-sitzige Jetstream 41 zum Einsteigen bereit war, galt es schnellen Schrittes zum Flugzeug zu laufen, um einen Platz auf der linken Seite zu ergattern.

Ich liebe solch exotische Gates

Blick in den Wartebereich

Blick vom Gate nach draußen

Mein Ticket

Unser Flieger im Landeanflug

Mit diesem Flugzeug sollte es nach Kathmandu gehen

Die Saefty Card der Jetstream

Ich war mehr als happy, den Platz ganz hinten links erobern zu können. Die Fenster waren relativ sauber und kaum zerkratzt. Sollten Berge zu sehen sein, würde man diese von hier sicher gut fotografieren können. Wir rumpelten über die Startbahn und hoben auf der Runway 22 ab.  Da der Flug nur etwas über 20 Minuten dauern sollte, war mir klar, dass nicht lange Zeit für Berg-Sichtungen bleiben würde. Doch es gab nur Wolken, Wolken und nochmals Wolken. Fünf Minuten nach dem Start, taten sich vereinzelt kleine Lücken auf. Angestrengt versuchte ich irgendwo einen Berg zu erkennen – allerdings erfolglos. Bis ich plötzlich etwas sah. Viel weiter oben, als dort wo ich eigentlich gesucht und Berge vermutet hätte. Ganz unten sah ich durch eine Wolkenlücke noch Pokhara und viel viel höher eine gewaltige Wand. Das musste der Machapucharé sein. Knapp 7000 Meter hoch und somit deutlich höher als alles, was ich bisher an Bergen gesehen hatte. Mich überzog eine Gänsehaut.

Der Flug beginnt

Pokhara mit dem Flughafen

In einer Wolkenlücke ist der erste Berg zu sehen

Der Gipfel des Berges

Die Flugbegleiterin brachte unterdessen Verpflegung

Wir gewannen an Höhe

Weitere Berge ließen sich erahnen

Dass der Machapucharé, der als heiliger Berg gilt und der bis heute nicht bestiegen werden darf, erst der Anfang sein sollte, konnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen. Der Berg ist Teil des gewaltigen Annapurna-Massivs, das sich in den nächsten Minuten zeigen sollte. Mit dem Annapurna I  (8091 Meter) und dem Annapurna II (7937 Meter) liegen hier gleich zwei der höchsten 16 Berge der Erde. Ich war überwältigt, endlich mein ganz persönlicher Achttausender. Und dann ausgerechnet auch noch der Annapurna – der zehnthöchste Berg der Erde. Einer der am seltesten bestiegenen und am gefährlichsten Achttausender. Ein Berg, der eine ungeheuere Faszination auslöst.

Annapurna scheibchenweise

Irgendwann waren wir über den Wolken

Das Annapurna-Massiv wurde sichtbar

Gipfel zum Greifen nah

Nur die Wolken störten etwas

Wer kann sagen, um welchen Berg es sich hier handelt?

Ich konnte mich an diesen Ansichten kaum satt sehen

Immer wieder zeigten sich gewaltige Gipfel, die mit Schnee und Eis bedeckt waren. Oft war es relativ schwierig die einzelnen Berge zu benennen. Relativ sicher bin ich mir, dass ich auch den Manaslu (8163 Meter), der mich nicht erst seit Reinhold Messners Schilderung “Sturm am Manaslu: Drama auf dem Dach der Welt” (LINK ZUM BUCH) fasziniert. Auch in jüngster Zeit spielte sich dort ein Stück Alpingeschichte ab. Benedikt Böhm stellte dort 2012 einen Geschwindigkeitsrekord auf, indem er den Berg innerhalb von 24 Stunden bestieg und mit Skiern abfuhr. Seine Schilderungen “Im Angesicht des Manaslu: Speedbergsteigen in der Todeszone” (LINK ZUM BUCH) sind unbedingt lesenswert.

Das Flugzeug war perfekt

Landeanflug auf Kathmandu

Fast am Boden

Theoretisch hätte ich auch den Dhaulagiri (8167 Meter) sehen können. Jedenfalls was die räumliche Distanz angehet, da dieser nur ein Stück westlich des Annapurna-Massivs liegt. Irgendwie war ich aber im Angesicht so vieler Berge so nervös, dass ich gar nicht mehr weiß, ob ich in der Richtung, wo er hätte liegen müssen etwas gesehen habe. Kurz vor der Landung habe ich dann noch meinen Blick in Richtung Nordwesten schweifen lassen. Dort wo irgendwie die echten Promis unter den Bergen, wie der Cho Oyu, der Nuptse oder der Mount Everest stehen. Im Dunst und zwischen den Wolken waren zwar einige Gipfel zu erkennen, aber bis zum Everest waren es doch über 100 Kilometer, so dass ich nicht mit Sicherheit sagen kann, ob ich diese gesehen habe. Ich habe zwar ein Foto gemacht, bei dem ich mir relativ sicher bin, dass dort der markante Gipfel des Everest winzig klein drauf zu sehen ist, es gibt aber Zweifler. Mein Bruder hält das, was ich für den Gipfel halte, für ein Wolke. Für mich ist es der Everest…

Blick nach Nordwesten kurz vor der Landung

Sicher war der Flug, was die Aussicht anbelangt, einer meiner aufregendsten. Vergleichbar höchstens mit dem Flug zum Nordpol, über den ich HIER berichtet habe. Wenngleich das Wetter nicht so richtig mitspielte und die Berge nur bruchstückhaft zu sehen waren, freue ich mich trotzdem riesig, einen Teil vom Dach der Welt gesehen zu haben. Am Boden ging das Abenteuer übrigens weiter. Auf dem Flughafen in Kathmandu stand einiges sehenswertes Fluggerät rum.

Kurzer Blick ins Cockpit

Mit dem Bus ging es von der Außenposition zurück zum Gate

Der Flieger wird entladen

Mit Yeti Airlines zu fliegen hat Spaß gemacht

Begegnungen auf dem Vorfeld

Auch in Kathmandu gab es sehenswerte Flugzeuge

Auf dem Weg zum Gate

Nicht mehr flugfähig

Gepäckband auf nepalesisch

Mein Video vom Flug

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6 Kommentare »

  1. Claudi 21. August 2015 at 14:01 - Reply

    Tolle Aufnahmen, trotz oder grade wegen Wolken! Und aaaaah, die Yeti Airline! Ich hatte vor 9 Jahren da mal ein Ticket von denen, bin letztlich aber mit Buddha geflogen :D Hast du auch eine Everest-Überflugs-Urkunde bekommen? “I touched Mt. Everest – not with me feet but with my heart” oder so, witziges Ding :D

    • Thomas Limberg 21. August 2015 at 14:09 - Reply

      Dankeschön! Ich kann über Yeti Airlines nicht klagen. Bei mir lief mit denen alles wunderbar. Eine Urkunde gab’s bei mir auch keine. War ja ein normaler Linienflug und der ging auch nicht über den Everest.
      Liebe Grüße
      Thomas

  2. Sabine 22. August 2015 at 21:54 - Reply

    Hallo Thomas,
    die Berggipfel über den Wolken sehen toll aus. Danke für den detaillierten Einblick. Hat Dich der Alltag jetzt schon wieder?

    Viele Grüße aus Bad Essen,
    Sabine

    • Thomas Limberg 23. August 2015 at 07:23 - Reply

      Hallo Sabine,
      die waren auch toll – mehr als das sogar.
      Kann ich nur empfehlen. Ich würde am liebsten direkt wieder hin.
      Liebe Grüße
      Thomas

  3. Lorena 12. September 2015 at 20:19 - Reply

    Hallo! Wow das sind wirklich beeindruckende Bilder =) Vielen Dank für diesen interessanten Artikel und schöne Grüße von der Seiser Alm Südtirol

    • Thomas Limberg 13. September 2015 at 07:20 - Reply

      Hallo Lorena,
      vielen Dank und schöne Grüße nach Südtirol!
      Thomas

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