Alpenvereinsjahrbuch “Berg 2016″

Thomas Limberg 26. November 2015 1

Ja, ich bin ein Bücher-Junkie! Besonders all jene Bücher, in denen es sich um Berge dreht lassen mein Bücherregal platzen. In den letzten Jahren habe ich mir von Expeditionsberichten über Bergsteiger-Biografien sowie Alpinismus-Lehrbüchern und Alpen-Bildbänden unzählige Wälzer gekauft. Ein Buch ließ ich jedoch immer unbeachtet: Das Alpenvereinsjahrbuch, das alljährlich vom Deutschen, Österreichischen und Südtiroler Alpenverein herausgegeben wird. Allein das Wort “Jahrbuch” schreckte mich ab und ließ vor meinem geistigen Auge eine langweilige Abhandlung von Daten und Ereignissen entstehen. Dass ich damit sowas von falsch lag, konnte ich jetzt dank des Tyrolia-Verlages, der mir ein Exemplar des aktuellen Jahrbuches “Berg 2016″ zuschickte, feststellen. Um es gleich vorweg zu nehmen: Es ist für jeden, der sich für die Berge interessiert ein absolut empfehlenswertes Buch. Von langweiligen Aneinanderreihungen irgendwelcher Chroniken etc ist rein gar nichts zu finden. Stattdessen erwartet den Leser ein Buch mit traumhaften (Berg-)Fotos, kurzweiligen Reportagen und spannenden Hintergrundberichten.

"Berg 2016" hat mich voll überzeugt.

“Berg 2016″ hat mich voll überzeugt.

Ein Schwerpunkt des Buches bildet das Karwendelgebirge. Schnell ertappte ich mich dabei, wie ich mir wieder und wieder einfach nur die Fotos dieses Kapitels anschaute und dabei ins Träumen geriet. Spätestens als ich die dazugehörigen Reportagen, wie “Der Reiz des Unscheinbaren. Wandern und Bergsteigen im Karwendel” oder “Zwischen Alptraum und Wahnsinn. Die Klettergeschichte des Karwendels” gelesen habe, wurde aus mir ein Fan des Jahrbuches. Dennoch legte ich es vorerst zur Seite, denn ich begann Karten des Karwendels zu studieren und machte erste Pläne, für einen eigenen Besuch in diesem Gebirge. Das Jahrbuch hatte bereits auf den ersten Seiten meine Reiselust und die Neugier auf das Karwendel geweckt.

Ein prall gefülltes Inhaltsverzeichnis mit spannenden Themen

Ein prall gefülltes Inhaltsverzeichnis mit spannenden Themen

Weit bin ich mit meinen Karwendel-Planungen allerdings nicht gekommen, denn nur zu schnell griff ich wieder zum Jahrbuch. Die folgenden Kapitel machten mich einfach zu neugierig. Auch in diesen stecken phänomenale Fotos. Unter der Überschrift “BergFokus: Hütten im Gebirge” verbirgt sich der zweite Schwerpunkt des Buches. Dem Leser werden hier ebenfalls großartige Fotos und informative Reportagen geboten. Er erfährt welchen Sinn Alpenvereinshütten überhaupt haben und wie moderne Hütten in den Alpen heute aussehen. Dazu kommt ein umfassender historischer Exkurs in dem u. a. beschrieben wird woher Hüttenregeln kommen.

Auch eine Geschichte über den Berg-Maler Nino Malfatti fand Einzug ins Buch.

Auch eine Geschichte über den Berg-Maler Nino Malfatti fand Einzug ins Buch.

Unter den Sammelbegriffen BergSteigen, BergMenschen, BergWissen und BergKultur finden sich auf 264 Seiten unzählige weitere spannende Beiträge, die ich bisher allerdings nur kurz überflogen habe. Darunter tatsächlich eine Abhandlung über die Alpinismus-Highlights der vergangenen Saison – die allerdings  nicht aus einer langweiligen Aneinanderreihung von Fakten besteht sondern äußerst spannend präsentiert wird. Hinzu kommt z. B. ein Bericht zur Geschichte des Freikletterns und “Plumpsklo, Spiritus und Dschungelöl” – eine Darstellung der skandinavischen Outdoor Kultur. Auch eher ungewöhnliche Themen wie eine Reportage über die iranische Kletterin Nasim Eshqi oder den Berg-Maler Nino Malfatti fanden Einzug ins Jahrbuch. Dazu kommen immer wieder auch historische Beiträge wie “Die Nutzung der Alpen in der Urgeschichte” oder “Edward Whympers Erstbesteigung des Matterhorns vor 150 Jahren”. Ein Blick in den Himalaya, in dem über den Sagarmatha Nationalpark in Nepal berichtet wird fehlt eben sowenig wie die Geschichte über einen Bergbauern.

264 Seiten umfasst das Jahrbuch

264 Seiten umfasst das Jahrbuch

Die letztgenannten Reportagen habe ich alle bisher nur kurz überflogen. Das was ich allerdings davon bisher gelesen habe und vor allem die spektakulären Fotos machen Lust auf mehr. Mit dem Buch werde ich ganz sicher noch so manchen Winterabend verbringen. Wer noch ein Weihnachtsgeschenk für jemanden sucht, der sich auch nur ansatzweise für die Berge interessiert, ist mit diesem Titel absolut auf der sicheren Seite.

Das Buch kann u.a. HIER bei Amazon bestellt werden. Ein Leseprobe ist HIER zu finden.

Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden:Tweet about this on Twitter0Share on Google+0Share on Facebook0Email this to someone

1 Kommentar »

  1. Rainer Hamberger 26. November 2015 at 17:45 - Reply

    Sehr gut, sich auch mal diesen Büchern zu widmen. Gute Verkaufszahlen kommen indirekt auch dem DAV zugute, der mit seinen Freiwilligeneinsätzen unschätzbare Dienste an Wegen und Hütten verrichtet.

Schreibe einen Kommentar zu diesem Beitrag »

*

Auf Facebook nichts mehr verpassenschliessen
oeffnen