Alpenvereinsjahrbuch – Berg 2017

Berg 2017 - Das Alpenvereinsjahrbuch

Ich liebe Berge! Leider hat man bei mir in Norddeutschland keine vor der Haustür. Doch wenn ich ein paar Monate nicht in den Alpen war oder irgendwo auf der Welt hohe Gipfel gesehen habe, werde ich kribbelig. Vorübergehend Abhilfe schafft in der Regel ein gutes Berg-Buch. Wenn ich das, was die Messners, Kammerlanders und Kaltenbrunners über ihre alpinen Abenteuer geschrieben haben, lese, fühle ich mich für einen Augenblick, als wäre ich selbst im Hochgebirge. Als neulich das Bergweh mal wieder besonders groß war, flatterte mir passenderweise ein wunderschönes Buch des Tyrolia-Verlages ins Haus: Berg 2017 – Das Alpenvereinsjahrbuch*.

Berg 2017 - Das Alpenvereinsjahrbuch
Berg 2017 – Das Alpenvereinsjahrbuch

Seitdem ich im letzten Jahr erstmals ein solches in den Händen hielt bin ich von den Alpenvereinsjahrbüchern total begeistert. Bieten sie doch eine enorme Fülle an lesenswerten Geschichten aus den Bergen und dazu Unmengen an spektakulären Fotos. Auch beim aktuellen Band ist dies wieder so. Titelthemen sind Sellrain und Wege und Steige in den Bergen. Was zunächst wenig spannend klingt, entpuppt sich jedoch als absolut lohnenswert. Gerade weil das Sellraintal bei Innsbruck längst nicht so populär wie andere Alpenziele ist, gibt es hier viele spannende Geschichten. Wer hat z. B. schon einmal etwas von den Sellrainer Stadtwäscherinnen gehört? Ich bisher jedenfalls nicht. Dafür habe ich den Artikel mit den vielen historischen Fotos über die Wäscherinnen nahezu verschlungen. Auch das Thema Wege und Steige fasziniert. Wie entstanden diese eigentlich? Was hat der 1. Weltkrieg damit zu tun, wer pflegt die Wege heute und wie sieht die künftige Entwicklung der Wanderwege in den Alpen aus? Auf all diese Fragen finden sich zahlreiche Artikel im Alpenvereinsjahrbuch.

Ein prall gefülltes Inhaltsverzeichnis bietet das Alpenvereinsjahrbuch Berg 2017
Ein prall gefülltes Inhaltsverzeichnis

Neben den beiden Titelthemen sind erneut viele weitere Artikel rund um Berge und Alpinismus zu finden. Ein Rückblick auf den Spizenalpinismus im vergangenen Jahr fehlt ebensowenig wie ein lesenswerter Artikel über die Wiege des Freikletterns, die im Elbsandsteingebirge verortet wird. Wahnsinnig schön auch der Artikel über den Kugler-Bauern, der Anspruchslosigkeit als Prinzip des Zu-Frieden-Seins lebt oder das Interview mit dem Ausnahme-Alpinisten Voytek Kurtyka. Hinzu gesellen sich überraschende Themen, die man so wohl kaum in einem anderen Buch findet, die aber zugleich für Berg-Fans ungeheuer interessant sind. Als Beispiele seien ein Artikel über den zunehmenden Gebrauch von Medikamenten bei Amateuren, um in größere Höhen vorstoßen zu können, genannt oder der Artikel „Rockin‘ the Rocks“, in dem es über die Vielfalt von Bergmotiven in der populären Musik geht.

Auch viele historische Aufnahmen sind in Berg 2017 zu finden
Auch viele historische Aufnahmen sind in Berg 2017 zu finden

Insgesamt besteht Berg 2017 aus 256 Seiten und kostet gerade einmal 18,90 Euro. Für die geboten Fülle an lesenswerten Geschichten und traumhaften Fotos, finde ich den Preis schon fast sensationell. Ein besseres Preis-Leistungsverhältnis bietet sicher kaum ein anderes Berg-Buch. Meine Berg-Sehnsucht konnte ich beim Schmökern darin stillen. Doch Vorsicht, hinterher will man sofort los. Will das Sellraintal erkunden, auf die Alm des Kugler-Bauern oder doch endlich einmal ins Elbsandsteingebirge.

Insgesamt 256 Seiten stark ist das Buch
Insgesamt 256 Seiten stark ist das Buch

Berg 2017 bei Amazon

Berg 2017: Alpenvereinsjahrbuch. BergWelten: Sellrain / BergFokus: Wege und Steine
11 Bewertungen

Das Buch „Berg 2017“ wurde mir vom Tyrolia-Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt.

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Thomas Limberg

Ob Nordpol, Himalaya oder der Zoo um die Ecke. Immer wenn ich unterwegs sein und Neues entdecken kann, bin ich am glücklichsten. In diesem Blog nehme ich Dich seit 2010 mit auf meine Städtereisen, Roadtrips, Wander-Abenteuer und zu vielem mehr.

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