Kourion – Ein Ort zum Träumen

Malerisch liegt die antike Stadt Kourion an der Südwestküste Zypern

Vom Meer wehte eine frische Brise herüber. Die Sonne drohte hinter den aufziehenden dunklen Wolken zu verschwinden. Ein ganz besonderes Licht legte sich über diesen ganz besonderen Ort. Die Rede ist von Kourion. Eine antike Stadt im Südwesten Zyperns, die wahrscheinlich schon im 13. Jahrhundert v. Chr. gegründet wurde.

Wenngleich ich bis zu meinem Ausflug hierher noch nie etwas von Kourion gehört hatte, fesselte mich das, was ich dort sah sofort auf eine ganz spezielle Weise. Irgendetwas spürte ich hier. Eine ganz besondere Kraft, die ich so bisher nur an ganz wenigen Orten gespürt hatte. Ob es einfach nur an der Schönheit des Ortes lag? Von einer Anhöhe reichte der Blick auf das leicht aufgewühlte Meer. Die kargen Hügel mit den vielen alten Olivenbäumen boten ein Bild, in das ich mich sofort verliebte. Der Anblick der schroffen Steilküste verstärkte diese Empfindung. Einst, so ließ ich mir erzählen, sollen sich hier grausame Szenen abgespielt haben. Aus Kourion stammt die älteste bekannte Darstellung des Gottes Apollon. Wer an ihm zweifelte oder es gar wagte seinen Tempel zu berühren, wurde kurzerhand die Klippen hinunter ins Meer gestoßen.

Heute präsentiert sich dieses herrliche Fleckchen deutlich friedlicher. Es ist merkwürdig still. Lautlos huscht dann und wann ein Hardun in die schmalen Ritzen der Natursteinmauern. Die kleinen Echsen sind ebenso scheu wie ungefährlich. Sie wirken wie Relikte aus einer vergangenen Zeit und passen damit perfekt hierher. Ich fühlte mich wie auf einer Zeitreise und streifte gedankenverloren umher durch die Überreste alter griechischer Tempel, schlenderte zwischen antiken Säulen umher und fragte mich, wie es einst hier wohl gewesen sein mag. Damals, vor 2000, 3000 oder noch mehr Jahren. Wie mag es ausgesehen haben, als die Menschen der Antike hier lebten?

In der Bronzezeit soll hier ein antikes Stadtkönigreich gewesen sein. Ein Touristenführer, der zahlreiche Daten und Fakten herunterratterte, mühte sich bei mir vergeblich. Ich konnte unmöglich zuhören. Irgendetwas trieb mich dazu, einfach nur durch die Gassen der antiken Stadt zu schlendern und zu träumen. Ich wollte mich voll und ganz meinen Fantasien hingeben und mir ausmalen, wie es aussah, als das Leben hier florierte.

Anregungen für Gedankenspiele fand ich ohne Ende. Ob beim Gang durch eine alte Villa mit wunderschön erhaltenen Mosaiken oder beim Besuch des alten Theaters. Ich ertappte mich dabei, wie ich mich einen Moment in das halbrunde Bauwerk setzte und fast schon darauf wartete, dass hier gleich eine Vorstellung beginnt. Für hohe Schauspielkunst war ich tatsächlich einige Jahrhunderte zu spät, ein besonderes Schauspiel erlebte ich dennoch. Die Anfangs dunklen, fast schon schwarzen Wolken ließen sich mehr und mehr von der Sonne verdrängen. Ich musste schmunzeln. Ob es irgendetwas mit Apollon zu tun hatte, der ja auch der Gott des Lichtes gewesen sein soll?

Thomas Limberg

Ob Nordpol, Himalaya oder der Zoo um die Ecke. Immer wenn ich unterwegs sein und Neues entdecken kann, bin ich am glücklichsten. In diesem Blog nehme ich Dich seit 2010 mit auf meine Städtereisen, Roadtrips, Wander-Abenteuer und zu vielem mehr.

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