Vieles kostet keinen Penny

Ich habe ein neues Hobby: Aufräumen! Nicht dass ich jetzt ein Putzteufel wäre, aber wer Ordnung auf der Festplatte schafft, findet immer schöne Dinge. Mir sind dabei Fotos von meinem letzten London-Besuch in die Hände gefallen, über den ich hier gleich berichten kann:

Am 23.9.2009 klingelte mein Wecker zu ungewöhnlich früher Stunde. Von Bremen sollte es an diesem Tag mit Ryanair für drei Euro pro Strecke nach London und zurück gehen. Erst verfluchte ich mich, weil ich den Wecker so früh gestellt hatte, dann verfluchte ich mich, weil ich den Wecker nicht noch früher gestellt hatte. Ich dachte, man sei in spätestens zwei Stunden von Osnabrück nach Bremen gefahren, vergaß dabei aber den Berufsverkehr auf der A1. So erreichte ich dann, nach langem Stehen im Stau, gerade noch rechtzeitig den Flughafen. Das Einsteigen hatte schon begonnen und ich nahm kurz bevor der Flieger pünktlich um 9.25 Uhr abhob in einem Mittelsitz des engen Ryanair-Fliegers Platz.

Die Kabine eines Flugzeuges vom Typ Boeing 737 von Ryanair von innen
Gibt es eigentlich Flugzeuge, die eine engere Bestuhlung haben, als bei Ryanair?

Da die Uhr auf der Insel eine Stunde hinterherhinkt, erfolgte die Landung auf dem Provinzflughafen Stansted fast zur gleichen Zeit wie der Abflug – genug Zeit also, um in London etwas die Gegend unsicher zu machen. Doch zuvor musste der Weg ins 55 km entfernte Zentrum bewältigt werden. Ich steckte meine Kreditkarte in einen der am Flughafen zahlreich vorhandenen Fahrkartendrucker und dieser spuckte mir die zuvor im Internet gekauften Karten für den Expresszug nach London aus. Es ist wohl überflüssig zu erwähnen, dass diese fast das Zehnfache des einfachen Flugpreises kosteten.

Bahnhof mit Zug am Flughafen London Stansted
Der Flughafen Stansted liegt ca. 55 Kilometer von London entfernt, hat aber einen direkten Bahnanschluss.

Doch obwohl nicht ganz billig, ist der Preis für England halbwegs angemessen. Zumal auch die Fahrt nicht als reines Mittel zum Zweck betrachtet werden sollte. Während der 50-minütigen Fahrt zur Liverpool Street Station im Herzen Londons lohnt sich ein Blick aus dem Fenster. Es geht durch typisch englische Dörfer und vorbei an einer Landschaft, die zwar keinen Schönheitspreis gewinnen kann, trotzdem aber ansehnlich ist.

London Liverpool Street ist der ideale Ausgangspunkt um die Stadt zu erkunden.
London Liverpool Street ist der ideale Ausgangspunkt um die Stadt zu erkunden.

Ich kam zum ersten Mal an diesem Bahnhof an, der zwar völlig überlaufen, aber dennoch übersichtlich war. Ich versuchte mich zunächst zu Fuß zur Tower Bride zu schlagen, musste aber bald aufgeben. Anscheinend hatten die nach dem Weg gefragten Einheimischen alle eine andere Meinung, welches der beste Weg sei. Manche erklärten mich gar für verrückt, weil ich nicht den Bus nehmen wollte. So kam ich nach einer Stunde des Umherirrens wieder am Bahnhof an und kaufte mir direkt ein Tagesticket für die U-Bahn. Ich fuhr zur Tower Bridge und umrundete den Tower. Obwohl hier wie immer viel Verkehr herrschte, fand ich ein ruhiges Plätzchen zum Frühstücken. Nein, keine Würstchen oder dicke Bohnen!

Ein London-Besuch ohne kurz zur Tower Bridge zu fahren, ist nicht denkbar.
Am Tower of London gibt es auch ruhige Plätzchen.
Am Tower of London gibt es auch ruhige Plätzchen.

Vom Tower führte mich der Weg per U-Bahn zum House of Parliament, was natürlich bei einem London-Besuch ebenfalls nicht fehlen darf. Nachdem genügend Fotos von Big Ben & Co. gemacht waren, folgte ein Spaziergang Richtung Buckingham Palace.

Der berühmte Glockenturm des House of Parliament in london
Der berühmte Glockenturm des House of Parliament.

Im St. James Park verbrachte ich viel Zeit. Anscheinend erfreuten sich auch die tierischen Parkbewohner am schönen Herbstwetter und tobten vergnügt umher. Zahlreiche Vögel und Eichhörnchen waren auch bei anderen Touristen beliebte Fotomotive.

Die Eichhörnchen spielen im St. James Park in London
Die Eichhörnchen spielen im St. James Park.

Am Ende des Parks stand ein Abstecher zum Buckingham Palace auf dem Programm. Die Queen ließ sich erwartungsgemäß nicht blicken und ich zog schnell weiter.

Buckingham Palace London ohne die Queen.
Buckingham Palace ohne die Queen.

Harrods hieß das nächste Ziel. Denn, wer in London ist, der muss natürlich auch shoppen. Wenngleich es bei Harrods vom Hamster bis zum Designer-Kleiderschrank alles gibt, entsprach das Preisniveau dort nicht ganz meinen Vorstellungen. Mit leeren Händen verließ ich das Einkaufs-Mekka und machte mich auf den Weg zum Piccadilly Circus.

Wer in London zu Harrods geht, sollte einen prall gefüllten Geldbeutel mitnehmen.
Wer zu Harrods geht, sollte einen prall gefüllten Geldbeutel mitnehmen.

In den dort befindlichen Shops, waren die Preise deutlich niedriger, als bei Harrods. Ich klapperte einen Souvenirshop nach dem anderen ab, bevor ich mich auf den Rückweg machte. Über die Liverpool Street Station ging es zurück nach Stansted, wo pünktlich um 20.15 Uhr Ryanair-Flug FR 3634 nach Bremen abhob.

Insgesamt war ich über 8 Stunden im Zentrum von London. Für einen Tagesausflug ausreichend Zeit. Die Hauptsehenswürdigkeiten können in Ruhe besichtigt werden. Ich habe diese auf der folgenden Karte markiert:


London auf einer größeren Karte anzeigen

In den Osnabrücker Nachrichten habe ich über London folgenden kurzen Artikel veröffentlicht:

Vieles kostet keinen Penny
Die britische Hauptstadt ist nicht überall ein teures Pflaster

Wer London richtig kennen lernen will, der braucht Tage, Wochen oder gar Jahre. Für einen ersten Eindruck reicht aber ein Kurztrip. Dank Billigflieger und gefallenem britischen Pfund ein Vergnügen, das sich jeder leisten kann. Die Osnabrücker Nachrichten haben sich für Sie auf den Weg gemacht und nach den besten Spartipps gesucht.
Ob Wachablösung am Buckingham Palace oder Spaziergang im Hyde Park, London bietet dem preisbewussten Reisenden eine unerschöpfliche Vielfalt an Freuden, die keinen oder nur wenige Pennys kosten. Während in anderen Metropolen Museumsbesuche oft ein Loch ins Portemonnaie reißen, ist der Eintritt in Londons weltberühmte Museen zumeist kostenlos.
Egal ob es in die bekannte „Tate Modern“ mit einer umfassenden Ausstellung zeitgenössischer Kunst, ins „Natural History Museum“ mit seinen Dinosauriern in Lebensgröße oder ins „British Museum“, das einen umfassenden Überblick über die Kulturgeschichte der Menschheit gibt, gehen soll – für den Eintritt braucht niemand zu zahlen. Auch in den Kirchen, für dessen Besichtigung im Normalfall ein Obolus anfällt, muss der Geldbeutel nicht immer gezückt werden. In der barocken St. Paul’s Cathedral etwa ist der Eintritt ab einer halben Stunde vor der Schließung (16.30 Uhr) kostenlos. Besonders geeignet, um sich einen Überblick der zahlreichen weiteren Attraktionen in London zu verschaffen, ist eine Stadtrundfahrt. Doch nicht im teuren Touristenbus, sondern stilecht und vor allem günstiger mit einem original Doppeldeckerbus. Empfehlenswert sind die Linie 9, welche von der Royal Albert Hall bis Aldwych fährt, sowie die Linie 15 vom Trafalgar Square bis zum Tower Hill. Kulturfreunde sollten in der Stadt von Shakespeare und Andrew Lloyd Webber keinesfalls auf einen Besuch im Theater, der Oper oder im Musical verzichten. Selbstverständlich bietet sich für Sparfüchse auch hier eine Möglichkeit, nicht den vollen Ticketpreis zahlen zu müssen. Am Leicester Square befindet sich eine „tkts“-Verkaufsstelle, die Eintrittskarten zum halben Preis für den jeweils selben Abend anbietet. Besonders für Studenten gibt es zahlreiche attraktive Angebote. In der Royal Opera etwa gibt es nach Vorlage einer gültigen Immatrikulationsbescheinigung Eintrittskarten für umgerechnet ca. 12 Euro.

Thomas Limberg

Ob Nordpol, Himalaya oder der Zoo um die Ecke. Immer wenn ich unterwegs sein und Neues entdecken kann, bin ich am glücklichsten. In diesem Blog nehme ich Dich seit 2010 mit auf meine Städtereisen, Roadtrips, Wander-Abenteuer und zu vielem mehr.

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