Der Safaripark Stukenbrock

Zwischen Bielefeld und Paderborn liegt der Safaripark Stukenbrock. Glaubt man den einschlägigen Bewertungen im Internet, dann soll dieser nach Meinung einiger Besucher ein Park zum Weglaufen sein. Von verfallenen Fahrgeschäften, verrosteten Schrauben und morschen Brettern an den Attraktionen ist die Rede. Hinzu kommen verdreckte Toiletten und schlecht gepflegte sowie viel zu kleine Tieranlagen.  Da solche Bewertungen für diesen Park kein Einzelfall sind, machte ich mich mit einem etwas mulmigen Gefühl auf den Weg nach Ostwestfalen. Ob man dort wirklich Spaß haben kann oder ob ein Besuch dort eher ein Sicherheitsrisiko ist?

 Um es vorweg zu nehmen: Der Park ist definitiv kein Sicherheitsrisiko und man kann dort definitiv eine menge Spaß haben. Zwar sind wirklich viele Attraktionen schon älter, aber bei einigen macht genau das den Reiz aus. Während man nach Fahrgeschäften der neuesten Generation vergeblich sucht, kommt teilweise echtes Nostalgiefeeling auf.

Doch der Reihe nach: Der reguläre Eintrittspreis beträgt 28 Euro. Diesen finde ich schon fast etwas happig, aber auf dem Gutschein-Portal Groupon werden ständig Gutscheine angeboten, bei denen man dann nur 13,90 Euro Eintritt zahlt. (HIER suchen, ob momentan solche Gutscheine angeboten werden) Diesen Preis finde ich sehr fair.  Eine freudige Überraschung erlebten wir, als wir uns dem Parkeingang näherten. Hier waren keine langen Anstehschlangen zu sehen. Wir konnten direkt in den Park hineinfahren und mit der Safari beginnen. Kein Vergleich zum Serengetipark in der Lüneburger Heide, wo wir vor einigen Tagen doch deutlich länger warten mussten.  Wer übrigens selbst den nachfolgend beschriebenen Weg verfolgen möchte, kann dies wunderbar dank google Streetview. Als einziger Freizeitpark in Deutschland, ist dieser dort komplett zu befahren:


Größere Kartenansicht

Ebenso wie wir, nicht an der Kasse anstehen mussten, entstand auch im folgendem Tier-Teil des Parks kein Stau. Wir waren hier fast allein und konnten uns in Ruhe die Tiere vom Auto aus anschauen. Zunächst ein Gehege mit weißen Löwen, dann eins mit weißen Tigern und schließlich ein weiteres mit Antilopen, Giraffen, Straußen, Gnus etc. Darin integriert, und nicht wirklich schön, separate Gehege für Elefanten und Kamele. Wer auch den eingangs erwähnten Serengetipark in Hodenhagen kennt, wird über den Safaripark kaum begeistert sein. Insgesamt nur drei Themenabschnitte, diese weniger naturnah gestaltet und mit deutlich weniger Tieren, als in der Lüneburger Heide – und dennoch aufgrund der nicht alltäglichen Erfahrung mit dem Auto durch einen Tierpark zu fahren, eine Erfahrung wert.

Hinter dem Tor beginnt die Safari
Hinter dem Tor beginnt die Safari
Weiße Löwen sind ein nicht alltäglicher Anblick
Weiße Löwen sind ein nicht alltäglicher Anblick
Mit dem eigenen Auto kann man recht nah an die Tiere heranfahren
Mit dem eigenen Auto kann man recht nah an die Tiere heranfahren
Wirklich schön sind die Gehege nicht
Wirklich schön sind die Gehege nicht
Elefanten und Kamele sind nochmals durch Zäune abgetrennt
Elefanten und Kamele sind nochmals durch Zäune abgetrennt
Manche Tiere kommen recht nah
Manche Tiere kommen recht nah
Schon von Weitem sind die Giraffen zu sehen
Schon von Weitem sind die Giraffen zu sehen
Von manchen Herdentieren würde man sich eine größere Zahl wünschen
Von manchen Herdentieren würde man sich eine größere Zahl wünschen

Doch anders als in Hodenhagen, wo man durch den Tier-Bereich des Parks mindestens drei Stunden benötigt, ist man im Safaripark spätestens – auch bei sehr langsamer Fahrweise – nach 30 bis 45 Minuten durch. Was folgt, ist ebenso witzig, wie einzigartig: Um zum Parkplatz zu gelangen, fährt man jetzt quer durch den Freizeitpark. Vorbei an der Wildwasserbahn, an der Western Show etc. Hat man das Auto dann abgestellt, kann man sich direkt in eine der Attraktionen begeben. Wie bereits gesagt, sind einige zwar alt, aber dafür nicht weniger spaßig.

Fahrgeschäfte gibt es für Jung und Alt
Fahrgeschäfte gibt es für Jung und Alt
Die Wildwasser Bahn ist zwar alt, macht aber Spaß
Die Wildwasser Bahn ist zwar alt, macht aber Spaß
Nichts für Leute denen leicht schwindelig wird
Nichts für Leute denen leicht schwindelig wird
Highlight ist die "Oil Pump"
Highlight ist die „Oil Pump“

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Neben vielen Nostalgie-Fahrgeschäften, wie einem Dampfkarussell, Floßfahrten, einer Kinder-Marienkäfer-Achterbahn etc., warten auch Fahrgeschäfte für Adrenalin-Junkies, wie ein Freefall-Tower, eine Achterbahn mit Doppel-Schraube sowie die Oil-Pump, eine Attraktion mit mehrfachem Überschlag.

Zusätzlich befinden sich zwischen den Fahrgeschäften einige weitere Tiergehege. Darunter erneut weiße Tiger und Löwen, Nashörner, Alpakas, Affen, Geparden, Erdmännchen und ein Streichelzoo mit Ziegen und Schafen. Traurig stimmt dabei die Anlage für die Tiger. Diese ist die wahrscheinlich kleinste Tiger-Anlage, die ich je gesehen habe. Dazu eine fragwürdige Kreuzung aus Zebra und Pferd. Auch die Haltung der Affen stimmt etwas nachdenklich. Besucher können mit einem vergitterten Zug durch die Anlage fahren und dabei die Affe mit Popcorn füttern. Artgerechte Haltung ist sicher etwas anderes. Einige Tiere sitzen mit dicker Wampe und klebrigem Popcorn im Fell am Streckenrand.

Ziegen und Schafe sind im Streichelzoo zu finden
Ziegen und Schafe sind im Streichelzoo zu finden
Wer möchte, kann direkt eine Ziege mitnehmen
Wer möchte, kann direkt eine Ziege mitnehmen
Extrem klein ist das Gehege der Tiger
Extrem klein ist das Gehege der Tiger
Die Löwen haben etwas mehr Platz
Die Löwen haben etwas mehr Platz
Die Geparden wirken faszinierend
Die Geparden wirken faszinierend
Inmitten des Parks stehen auch zwei Nashörner
Inmitten des Parks stehen auch zwei Nashörner
Der Autor dieses Blogs wurde von einem Nashorn erwischt
Der Autor dieses Blogs wurde von einem Nashorn erwischt
Ein vergitterter Zug fährt durchs Affengehege
Ein vergitterter Zug fährt durchs Affengehege
Die Affen fressen Popcorn ohne Ende...
Die Affen fressen Popcorn ohne Ende…
...und sehen schließlich so aus
…und sehen schließlich so aus
Kreuzung zwischen Zebra und Pferd
Kreuzung zwischen Zebra und Pferd

Außerdem bietet der Safaripark einige weitere kurzweilige Unterhaltungsmöglichkeiten, wie eine Schießbude, diverse Spielautomaten, einen Wasserpark, Riesenrutschen, einen Hochseilgarten und diverse Shows. Wir haben uns nur die Western Show angeschaut. Nach 10 Minuten sind wir gegangen. Eine solch schlechte schauspielerische Leistung und eine so langweilige Inszenierung wie hier, habe ich in noch keinem Freizeitpark in einer Show gesehen.

An Langweiligkeit kaum zu überbieten - die Western Show
An Langweiligkeit kaum zu überbieten – die Western Show
Spielautomaten sind in allen Formen zu finden
Spielautomaten sind in allen Formen zu finden
Über der Geparden-Anlage befindet sich ein Hochseilgarten
Über der Geparden-Anlage befindet sich ein Hochseilgarten

Mein Fazit: So schlimm, wie einige Bewertungen im Internet befürchten lassen, ist der Park bei weitem nicht. Viele der alten Fahrgeschäfte machen Spaß und wecken Kindheitserinnerungen. Zudem sind einige wenige neuere Attraktionen wie die „Oil Pump“ vorhanden. Hier sollte eigentlich jeder Besucher Spaß haben und auf seine Kosten kommen. Im vergleich zu einigen moderneren Freizeitparks ist dieser Park auch nicht so überlaufen und ein Anstehen vor den Attraktionen etnfällt in der Regel. Fragwürdig erscheint mir nur der Tier-Teil des Parks. Während bei den Fahrgeschäften ein gewisser Nostalgiefaktor eintritt , tritt dieser bei der Tierhaltung nicht positiv in Erscheinung. Längst überholt wirken einige der Anlagen. Ob wirklich Nashörner direkt zwischen kreischenden Parkbesuchern der Wildwasserbahn in einer lieblosen Anlage gehalten werden  müssen, oder ob man heute noch Tiger auf einer winzigen Insel aussetzen muss, ist fragwürdig. Ganz zu schweigen davon, dass sogar offiziell Popcorn verkauft wird, um damit die Affen zu füttern. Alles in allem kann ich einen Besuch im Park aber empfehlen. Hierfür sollten jedoch zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Zum einen sollte man einen Gutschein haben, um nicht den normalen Eintritt zahlen zu müssen, zum anderen, sollte man nicht weiter als 200 km Anfahrt vor sich haben.

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