Teufel, Nixen, Hexen – Sagenhaftes Inntal

Kaum eine andere Region in Deutschland hat so viele Sagen hervorgebracht wie das Inntal. Zwischen Wendelstein und Kaisergebirge sollen einst unglaubliche Dinge passiert sein. Wer heute in der Region unterwegs ist, stößt immer wieder auf magische Orte. Im Hechtsee soll eine Nixe wohnen, am Kranzhorn Gold fließen und an der Ruine Falkenstein schon der Apostel Petrus die Wanderstiefel geschnürt haben.

Eine Frau sorgte für den Untergang der Auerburg

Eine der Sagen erzählt von heidnischen Jungfrauen, die einst auf der Auerburg in Oberaudorf gelebt haben sollen. Sie alle waren steinreich. Zwei von ihnen aber waren äußerst habgierig und versuchten ihre blinde Schwester stets um den Anteil ihres Geldes zu betrügen. Als diese den Betrug merkte, soll sie einen fürchterlichen Fluch ausgestoßen haben. Daraufhin, so erzählt man sich, sei die Auerburg im Erdboden versunken. Nur die noch heute zu sehenden Mauerreste sowie ein großer Steinblock sind übrig geblieben. Letzterer soll eine unterirdische Höhle verschließen, in der es spuken soll. Vom Reichtum der Schwestern fehlt übrigens bis heute jede Spur. Angeblich befindet sich der Schatz noch irgendwo auf dem Gelände der einstigen Auerburg.

Von der Auerburg zeugen heute nur noch wenige Mauerreste
Von der Auerburg zeugen heute nur noch wenige Mauerreste
Wie die Burg einst aussah, zeigt dieses Modell im Audorfer Museum im Burgtor
Wie die Burg einst aussah, zeigt dieses Modell im Audorfer Museum im Burgtor

Mein Tipp zur Auerburg

Auch wenn von der Burg nicht mehr viel zu sehen ist, lohnt sich ein Besuch auf dem Burgberg noch immer. Im Sommer grasen hier Ziegen und Lamas. Die Aussicht auf Oberaudorf, das Inntal und das Kaisergebirge lohnt sich sehr. Sehr zu empfehlen ist auch ein Besuch des Audorfer Museums im Burgtor. Das Museum ist zwar klein, aber sehr liebevoll gestaltet. Das Museum ist von Mai bis Oktober jeweils dienstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Der buckelige Zwerg im Kirchturm

Oberaudorf ist Schauplatz einer weiteren Sage. Im Kirchturm soll dort zu Zeiten, als alte Heidengötter noch in der Erinnerung lebendig waren, ein buckeliger Zwerg gehaust haben. Das bärtige Wesen, das unter dem Namen „Turmmanndl“ bekannt wurde,  soll von dort die heidnischen Wesen verjagt haben, die einst zur ehemaligen Kultstätte auf dem heutigen Kirchplatz kamen.

Der Kirchturm soll einst von einem Zwerg bewohnt worden sein
Der Kirchturm soll einst von einem Zwerg bewohnt worden sein

Der Weber an der Wand

Gegenüber vom Standort der ehemaligen Auerburg in Oberaudorf befindet sich eine steile Felswand. Im 18. Jahrhundert hatte sich der Eremit Hieronymus eine Zelle in eine dort befindliche Einbuchtung hinein gebaut und einen kleinen Kräutergarten angelegt. Damals soll er die Dorfbewohner und ihre Tiere mit Tinkturen versorgt und alle möglichen Krankheiten geheilt haben. 1809 kaufte ein Webermeister das Grundstück und errichtete ein Haus. Um sich Rückwand und Dach zu sparen, wurde die überhängende Felswand mit einbezogen. Das Ergebnis ist noch heute zu sehen. Übrigens noch immer als Gastwirtschaft. Auch schon der Weber gab seinen ursprünglichen Beruf auf und sorgte dort für kulinarische Köstlichkeiten. Der „Weber an der Wand“ erfreute sich großer Beliebtheit. Sogar Kaiser, Könige und Fürsten, kamen. Unter ihnen 1823 Zar Alexander I. von Russland, König Ludwig I. und König Max II. und Prinzregent Luitpold von Bayern.

"Weber an der Wand" ist auch heute noch ein Gasthaus
„Weber an der Wand“ ist auch heute noch ein Gasthaus

Eine Schlucht voller Grausen

In der Mühlau, zwischen Bayrischzell und Oberaudorf, wo sich heute ein kleiner Stauweiher befindet, stürzte einst das Wasser des Mühlbachs in einer Schlucht laut tosend zu Tal. Während heute viele Wanderer in die Mühlau kommen, machte man früher lieber einen großen Bogen um das Gebiet. Glaubt man einem Gedicht von Ludwig Lintner, soll es hier gefährlich gewesen sein. Er schreibt:
Beim alten Wasserfall
ging einmal ein Grausen um.
Wölfe schufen hier viel Qual,
brachten Tier und Menschen um.
Wolfsschlucht ward der Ort genannt,
wo die Bestien gehaust,
die der Jäger angerannt
mit dem Speer in nerv’ger Faust.
Wo das Käuzchen schrie zur Nacht
Schlangen fauchten wild empor.
Drachenbrut lag auf der Wacht
vor dem dunklen Felsentor.

Der kleine Stauweiher in der Mühlau ist heute ein idyllischer Ort
Der kleine Stauweiher in der Mühlau ist heute ein idyllischer Ort

Wie der Hechtsee entstanden ist

Jenem Ludwig Lintner, der 1872 in Kiefersfelden geboren wurde, verdanken wir auch die Überlieferung der Sage um den Hechtsee. Er ist heute der Badesee der Kufsteiner und aus der Stadt in wenigen Minuten zu erreichen. Einst sollen an seiner Stelle zwei große Bauernhöfe gestanden haben. Seit Generationen waren sich die Familien beider Höfe spinnefeind. Als die verfeindeten Bauern schließlich in einen Streit von ungeahntem Ausmaß verfielen, soll sich plötzlich der Boden aufgetan haben. Beide Höfe sind demnach mit Mensch und Tier im Boden versunken. Genau an dieser Stelle, entstand zugleich der Hechtsee. Angeblich sogar mit einer Verbindung zum Meer, da man annahm, dass er durch seine dunkle Färbung so tief sein müsse, dass es eine unterirdische Verbindung gibt.

Der Hechtsee mit Blick auf das Kaisergebirge
Der Hechtsee mit Blick auf das Kaisergebirge
Der Hechtsee lädt zum Baden und Wandern ein
Der Hechtsee lädt zum Baden und Wandern ein

Mein Tipp zum Hechtsee:

Der Hechtsee ist leicht zu finden. An der Landstraße zwischen Kufstein und Kiefersfelden führt die Zufahrt unübersehbar den Berg hinauf und mündet an einem großen Parkplatz am See. Am Ufer entlang führt ein rund 3,5 km langer Weg. Es lohnt sich sehr den See einmal komplett zu umrunden. Im hinteren Bereich ist eine Schutzzone eingerichtet, in der sich viele große Karpfen und Hechte tummeln. Außerdem bietet sich von hier ein guter Blick auf das Kaisergebirge. Die Wanderung kann auch sehr gut an heißen Sommertagen gemacht werden, da überall der umgebende Wald Schatten spendet.

Die Nixe und der Jäger

Der gleiche See fungierte, glaubt man einer anderen Sage, auch als Wohnzimmer einer Nixe. Sie soll Hechta geheißen haben und in Gestalt eines Menschen an Land gegangen sein. Ein junger Jäger konnte ihrer Schönheit nicht wiederstehen und verliebte sich bis über beide Ohren in die Nixe. Hechta offenbarte dem Jäger, dass er sie nie nach ihrem Namen fragen oder diesen auf anderem Wege erfahren dürfe, da sonst ihre Liebe in die Brüche gehen würde. Doch der junge Jäger war von Neugier geplagt. Als er Erzählungen von einer Nixe im Hechtsee hörte, erkundigte er sich nach dem Namen der Nixe. Kurz darauf soll er seine Liebste erneut am Hechtsee getroffen und sie versehentlich beim Namen genannt haben. In diesem Moment soll eine riesige Welle aus dem See gekommen und die beiden in die Tiefe gerissen haben.

Am Ufer des Hechtsees überrollt eine Welle das Liebespaar
Am Ufer des Hechtsees überrollt eine Welle das Liebespaar

Eine Hinrichtung in Oberaudorf

Einst gehörten Hinrichtungen auch im Inntal zur Tagesordnung. Bei der letzen, die sich in Oberaudorf zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgespielt haben soll, lief aber nicht alles nach Plan. Der vor seiner Hinrichtung im Burgtor eingesperrte Delinquent äußerte einen letzten Wunsch. Man möge ihm reichlich Tabak und Feuer bringen, damit er noch einmal genüsslich Pfeife rauchen könne. Der Verurteilte besaß eine große Pfeife, die er auf dem Weg von seiner Zelle bis zum Galgen unentwegt paffte. Selbst als er an der Hinrichtungsstätte ankam, soll er noch lange Zeit blauen Dunst in den Himmel gepafft haben, ehe er seine Pfeife an einen Pfeiler des Galgens lehnte und auf sein Schicksal zuging. Als der Henker ihm ein Brett unter den Füßen wegstieß, riss augenblicklich die Schlinge um seinen Hals. Der Todeskandidat soll sich noch im Fallen die Pfeife geschnappt und in Richtung Tirol geflüchtet sein.

Verbrecher wurden einst im Burgtor eingesperrt
Verbrecher wurden einst im Burgtor eingesperrt

Die Hexe unterm Brünnsteingipfel

Viele Sagen und Legenden ranken sich im Inntal um das Wetter. Unterhalb des Brünnsteingipfels soll früher oft eine Wetterhexe als Wetterfee fungiert haben. Wurde das Wetter schön, konnte man sie nicht sehen. Drohte aber ein Unwetter, zeigte sich die Hexe. Mit einem Besen hat sie dann die Flanke des Brünnsteins gefegt und dabei Gesteinsbrocken zu Tal donnern lassen. Ein Gewitter war gewiss. Je nach Intensität des Gewitters erschien die Hexe im Licht der aufzuckenden Blitze mal größer und mal kleiner. Gesehen wurde sie aber immer nur aus dem Tal und von den Almen. Einmal taten sich eine handvoll Männer zusammen, um im Unwetter am Gipfel nach ihr zu suchen. Das Unterfangen blieb erfolglos. Erst als sie völlig durchnässt wieder unten waren, konnten sie beim Blick in Richtung Gipfel die Hexe sehen.

Wurde das Wetter am Brünnstein schlecht, meldete sich die Wetterhexe
Wurde das Wetter am Brünnstein schlecht, meldete sich die Wetterhexe
Rund um den Brünnstein kann sich das Wetter schnell ändern
Rund um den Brünnstein kann sich das Wetter schnell ändern

Mein Tipp zum Brünnstein:

Der Brünnstein hat eines der fünf Steinbockvorkommen in Deutschland. Im Sommer steht das Steinwild eher an der kühlen Nordseite, ist aber auch in der Gipfelregion zu finden. Im Winter kommen die Tiere mit zunehmenden Schneefall weiter nach unten. Oft lassen sie sich dann beim Klettern im Gießenbachtal beobachten. Detaillierte Informationen finden sich in dem wunderschönen Buch „Wanderungen zu den Steinböcken: Oberbayern, Österreich, Südtirol „*.

Auch der Teufel hauste hier

Doch nicht nur eine Hexe soll unterm Brünnstein heimisch gewesen sein. Auch der Teufel lebte in direkter Nachbarschaft. Auf der Fellalm, so wird erzählt, wollte er die Hölle errichten. Er benötigte dafür reichlich Gestein, das er vom Gipfel des Brünnsteins herbeischleppte. Auf dem Felskamm sollen noch heute Schleifspuren davon zeugen. Selbst die Krallenabdrücke des Teufels soll man noch heute an einem Stein erkennen können. Doch der Teufel konnte damals seine Hölle nicht vollenden. Zornig soll er schließlich alle Steine von der sogenannten Brünnsteinschanze auf die Wiese der Seeonalm geworfen haben.

Keine Spur vom Teufel! Vor dem Brünnstein (hinten links) weiden friedlich Kühe
Keine Spur vom Teufel! Vor dem Brünnstein (hinten links) weiden friedlich Kühe

Ein blutiger Kirchenbau

Am Eingang des Inntals bei Flintsbach steht ein kleiner kuppelförmiger Berg – der Hohe Madron. Man sagt, dass unsere heidnischen Vorfahren einst auf einer freien Wiese am Gipfel ihre religiösen Feste feierten, weil sie sich dort den Göttern besonders nahe fühlten. Als schließlich im 7. Jahrhundert Mönche kamen und die Einheimischen zum Christentum bekehrten, wollte man auch eine Kirche haben. Sie sollte ebenfalls am Gipfel des Hohen Madrons stehen. Am Berg wurden Bäume für das Gotteshaus gefällt. Arbeiter um Arbeiter hackte sich dabei ins Bein. Das Blut soll in Strömen geflossen sein. Vögel schnappten sich die mit Blut getränkten Späne und flogen sie zum Nachbarberg, den Kleinen Madron, hinüber. Die neuen Christen werteten dies als Zeichen, dass ihr Gotteshaus nicht auf dem alten heidnischen Kultplatz stehen sollte. Sie errichteten die Kirche kurzerhand auf dem Kleinen Madron, der heute Petersberg heißt. Dort befindet sie sich noch heute und ist weithin sichtbar.

Weithin sichtbar thront die Kirche auf dem Gipfel des Petersberges
Weithin sichtbar thront die Kirche auf dem Gipfel des Petersberges
Ursprünglich sollte die Kirche am Gipfel des Hohen Madrons (unten rechts) stehen
Ursprünglich sollte die Kirche am Gipfel des Hohen Madrons (unten rechts) stehen

Sogar Petrus wanderte hier

Kurz bevor die Kirche auf dem Petersberg geweiht und dem heiligen Petrus zugesprochen wurde, soll sich der Jünger Jesu auf eine Wanderung zum Gipfel begeben haben. Man sagt, er sei dabei auf halbem Wege den Teufel begegnet. Zwischen beiden soll ein erbitterter Kampf ausgebrochen sein, den Petrus schließlich für sich entscheiden konnte. Durch eine Felsspalte am Wegesrand soll der Teufel schließlich zurück in die Hölle verbannt worden sein. An dieser Stelle, ungefähr auf halbem Wege in 760 Metern Höhe zwischen Flintsbach und dem Gipfel, sollen die noch heute zu sehenden zackigen Steine auf die Berührung durch Petrus zurückzuführen sein. Die daneben befindliche Felsspalte ist demnach die Rinne, durch die der Teufel verschwand. Auch sie ist noch heute zu sehen und unter dem Namen Teufelsloch bekannt.

Sogar Petrus soll über diesen Weg zum Petersberg gewandert sein
Sogar Petrus soll über diesen Weg zum Petersberg gewandert sein

Eine mysteriöse Frau ganz in Weiß

Am Fuße des Petersberges befindet sich die Ruine der Burg Falkenstein. Einmal wollten Kinder dort Beeren und Pilze sammeln, als ihnen eine ganz in Weiß gekleidete Frau begegnete. Sie soll wunderschön gesungen und die Kinder in ihren Bann gezogen haben. Am nächsten Tag wollten die Kinder sich erneut mit der geheimnisvoll gekleideten Frau treffen. Diese offenbarte ihnen, dass sie dann aber völlig anders aussehen würde und etwas im Mund tragen werde, das man ihr abnehmen müsse, um reich beschenkt zu werden. Die Kinder willigten ein. Am nächsten Tag fanden sie jedoch keine Frau. Nur eine hässliche Natter schlängelte um die Ruine. Sie hatte einen Schlüssel im Mund, den die Kinder voller Furcht vor der Schlange aber nicht an sich nehmen konnten. Voller Schreck liefen sie davon und erzählten ihrem Vater von der Begegnung. Dieser war bestürzt, dass sie den Schlüssel nicht genommen hatten. Denn, so soll er gewusst haben, es soll der Schlüssel zu Schatzkammer der Burg gewesen sein. Die Frau in Weiß, soll eine Gräfin gewesen sein. Die Kinder suchten schließlich immer wieder nach ihr – ohne Erfolg.

Auch ohne Schatz ist die Ruine der Burg Falkenstein ein schönes Ausflugsziel
Auch ohne Schatz ist die Ruine der Burg Falkenstein ein schönes Ausflugsziel
Die Ruine befindet sich am Ortsrand von Flintsbach
Die Ruine befindet sich am Ortsrand von Flintsbach

Mein Tipp zum Petersberg und zur Burg Falkenstein:

Die Burg ist auch für wenig geübte Wanderer einfach zu erreichen. Wer die Wanderung mit einem schönen Gipfelerlebnis kombinieren will, dem empfehle ich weiter zum Petersberg oder zum Großen Riesenkopf zu laufen. Vom letzteren bietet sich ein toller Blick ins Inntal und ins Alpenvorland bis hin nach München. Ich habe diese Tour im Winter unternommen. Wie es war, ist HIER zu sehen.

Ein Brot aus Stein

Auf einer Alm am Heuberg über Nußdorf soll es einst eine wunderschöne Sennerin gegeben haben. Sie war offenbar genau so hartherzig, wie sie hübsch war. Als sie eines Tages mit dem Backen eines Brotes beschäftigt war, kam ein hungriger Wanderer vorbei und bat sie um ein Stück des Brotes. Sie wies ihn harsch ab und warf ihm nur einen Stein zu. Der Wanderer zog sodann wortlos seines Weges. Kaum dass er außer Sichtweite war, soll ein gewaltiges Unwetter losgebrochen sein. Als es vorüber war, war auch die Sennerin weg. Sie soll zu Stein erstarrt sein und noch heute allen Hartherzigen eine Warnung sein.

Der Heuberg (links) und das Kranzhorn (rechts) sind unverkennbare Gipfel im Inntal
Der Heuberg (links) und das Kranzhorn (rechts) sind unverkennbare Gipfel im Inntal
Auf dem Heuberg soll eine Sennerin zu Stein erstarrt sein
Auf dem Heuberg soll eine Sennerin zu Stein erstarrt sein

Wo das Gold am Kranzhorn fließt

Von den vielen Handelsleuten, die einst durch das Inntal kamen, soll einer immer wieder auf das Kranzhorn gestiegen sein. Unter einer Quelle verstecke er einen Topf, den er dann später prall gefüllt mit Gold abholte. Im Laufe der Jahre wurde er so steinreich. Als eines Tages eine Bäuerin auf einer Alm am Kranzhorn ihre Kuh vermisste, stieß sie bei der Suche nach dem Vieh zufällig auf diese Quelle. In dem Moment, als sie nach dem mit Gold gefüllten Topf greifen wollte, begann der gesamte Berg zu beben. Ängstlich soll sie davon gerannt sein und dabei ihre Kuh wiedergefunden haben.

Glaubt man der Legende, soll irgendwo am Kranzhorn Gold fließen
Glaubt man der Legende, soll irgendwo am Kranzhorn Gold fließen
Die Almen am Kranzhorn sind heute lohnende Ausflugsziele
Die Almen am Kranzhorn sind heute lohnende Ausflugsziele

Mehr Sagenhaftes vom Kranzhorn

Eine weitere Sage geht davon aus, dass im Inneren des Kranzhorns der Bergfürst wohnt. Eine Sennerin soll einst unweit des Gipfels auf eine Grube, die weit in die Tiefe führte, gestoßen sein. Sie stieg hinab und fand hinter einem Bündel Reisig versteckt, einen ganzen Haufen voller schwarzer Steine. Sie nahm einige davon mit, um sie im Tal zu untersuchen. Doch als sie die Steine zu Hause aus ihrer Tasche holte, waren sie zu purem Gold geworden.

Vom Gipfel des Kranzhorns soll eine Sennerin ins Reich des Bergfürsten gestiegen sein
Vom Gipfel des Kranzhorns soll eine Sennerin ins Reich des Bergfürsten gestiegen sein
Felsig ist der Gipfelbereich des Kranzhorns
Felsig ist der Gipfelbereich des Kranzhorns

Mein Tipp zum Kranzhorn:

Ich persönlich halte das Kranzhorn für eines der schönsten Ausflugsziele in der Region. Vom Gipfel, auf dem die Grenze zwischen Bayern und Tirol verläuft, und der deshalb zwei Gipfelkreuze hat, bietet sich eine grandiose Aussicht. Über eine Tour auf den 1368 Meter hohen Berg habe ich HIER berichtet.

Wo der Teufel gepredigt hat

Hinter Kiefersfelden erheben sich die schroffen Nordwände des Zahmen Kaisers. Ungefähr auf halbem Wege zwischen dem Tiroler Örtchen Ebbs und Kufstein befindet sich in den Felswänden ein spitzer Vorsprung. Diesen Felsturm soll einmal der Teufel ausgesucht haben. Der Legende nach hat er von dort gepredigt. Um den Zweiflern unter den Zuhörern seine Macht zu beweisen wollte er mit drei Hieben den Felsvorsprung zerstören. Bei den ersten beiden Schlägen splitterten die Steine gewaltig, aber beim dritten Schlag verließ den Teufel die Kraft und er fuhr unter Qualm und Gestank in die Luft. Die Leute, die zuvor den Worten des Teufels beigeistert gelauscht hatten, sollen bei der Gelegenheit zu Stein erstarrt sein. Ihre Überreste sind noch immer am Fuße des Zahmen Kaisers zu finden.

Wunderschön präsentiert sich die Nordseite des Zahmen Kaisers. - auch wenn hier der teufel gepredigt haben soll
Wunderschön präsentiert sich die Nordseite des Zahmen Kaisers – auch wenn hier der teufel gepredigt haben soll

Mein Tipp zum Zahmen Kaiser:

Eine der schönsten Touren, die ich im Kaisergebirge unternommen habe, führte von Kufstein durch das Kaisertal und die südliche Flanke des Zahmen Kaisers zur Naunspitze. Landschaftlich ist diese Tour ein echtes Highlight. Die sich bietenden Ausblicke auf Inntal, Mangfall-, Rofan- Karwendelgebirge sowie auf die Zentralalpen sind grandios. Hinzu kommt die beste Aussicht auf den Wilden Kaiser. Ein Bericht meiner Tour ist HIER zu finden.

Eine Kegelbahn aus Käse

Einst soll dort, wo sich heute das Kaisergebirge befindet, eine der fruchtbarsten Gegenden der Alpen gewesen sein. Die Bauern sollen im Überfluss gelebt und sich mehr und mehr der Völlerei hingegeben haben. Vor lauter Überfluss haben sie begonnen eine Kegelbahn aus Käselaiben zu bauen. Die Kegel gar aus frischer Butter geformt und die Kugeln aus Brotteig gebacken haben. Über das immer schlimmer werdende Treiben soll der Himmel erzürnt gewesen sein und schließlich ein Unwetter geschickt haben, das alles fortspülte. Die fruchtbaren Böden wurden weggeschwemmt und übrig blieb nur der nackte Fels. Hinzu kam ein großes Beben, das tiefe Schluchten entstehen und die Gipfel in die Höhe stiegen ließ.

Ein Unwetter soll den Fels des Kaisergebirges freigelegt haben
Ein Unwetter soll den Fels des Kaisergebirges freigelegt haben

Mein Tipp zum Kaisergebirge:

Insgesamt 70 Kilometer muss man fahren, wenn man das Kaisergebirge einmal umrunden möchte. Dabei gibt es reichlich zu sehen – was, darüber habe ich HIER berichtet.

Wie die Rosen nach Rosenheim kamen

Eines Tages soll ein armer junger Mann im Gebiet der heutigen Stadt Rosenheim auf die wunderschöne Tochter eines reichen Handelsmannes gestoßen sein. Er wollte sie heiraten und ihr ein prachtvolles Geschenk machen. Da er aber kein Geld hatte, suchte er in der gesamten Umgebung nach seltenen Rosen und pflanzte sie vor ihren Haus an. Nicht nur der künftigen Gattin gefiel die wachsende Sammlung. Immer mehr Menschen kamen um die Rosen zu sehen. Schließlich benannten sie die Stadt danach.

Rosenheim ist eine blumige Stadt
Rosenheim ist eine blumige Stadt

Der Schatz vom Wendelstein

In den Höhlen am Wendelstein sollen sich einst große Schätze befunden haben, die von kleinen Männlein bewacht wurden. Nachts sollen diese auf die Almen des Wendelsteins gegangen sein und dort den Bauern bei der harten Arbeit geholfen haben. Raffgierige Menschen wollten irgendwann den Schatz stehlen und gingen den Männlein nach. Tatsächlich fanden sie auch die Höhle, aber statt eines Schatzes fanden sie nur Eisenerz. Als sie dieses abbauten, verwandelte es sich in wertloses Kalkgestein. Der Name des Wendelsteins lässt sich auf diese Verwandlung zurückführen.

In den Höhlen des Wendelsteins soll sich einst ein Schatz befunden haben
In den Höhlen des Wendelsteins soll sich einst ein Schatz befunden haben
Der Wendelstein lockt täglich zahlreiche Ausflügler an
Der Wendelstein lockt täglich zahlreiche Ausflügler an

Mein Tipp zum Wendelstein:

Ein Besuch des Wendelsteins ist nicht nur wegen der genialen Aussicht etwas ganz Besonderes. Auch die Höhle, in der sich einst der Schatz befunden haben soll, lässt sich erkunden. Die Anreise ist dank Wendelsteinbahn bis fast zum Gipfel möglich. Mehr dazu habe ich HIER geschrieben.

Ein Halbdrache, der Menschen frisst

Was im Himalaya der Yeti ist, ist in den Alpen der Tatzelwurm. Es soll sich dabei um einen Halbdrachen mit reptilienartigen Körper handeln, der den Kopf einer Raubkatze hat und mit fledermausartigen Flügeln ausgestattet ist. Im gesamten Alpenraum stößt man auf Sagen und Legenden um den Tatzelwurm, der auch Menschen verschlingen soll. In der Nähe von Oberaudorf befinden sich die laut tösenden Tatzelwurm Wasserfälle. Man sagt, dass das Untier u.a. dort wohnen soll. Glaubt man der Legende hat der Tatzelwurm dort einst zahlreiche Pilger und Sennerinnen verschlungen.

Der Auerbach ergießt sich in den tösenden Tatzelwurm-Wasserfall
Der Auerbach ergießt sich in den tösenden Tatzelwurm-Wasserfall
Der Tatzelwurm-Wasserfall bei Oberaudorf
Der Tatzelwurm-Wasserfall bei Oberaudorf

Weitere spannende Sagen aus dem Inntal vereint in einem Buch

Viele weitere Sagen aus dem Inntal sind im Buch „Inntaler Sagen“* zu finden. Auf knapp über 200 Seiten finden sich zahlreiche Spannende Geschichten aus der bayrischen Sagenwelt. Von Rosenheim im Norden bis nach Innsbruck im Süden werden alle Sagen in kurzen Kapiteln, die sich ideal als Bett- oder Urlaubslektüre eignen, beschrieben. Das Buch kostet 16,95 als gedruckte Version bzw. 14,99 Euro als E-Book und ist im Rosenheimer-Verlag erschienen.

Thomas Limberg

Ob Nordpol, Himalaya oder der Zoo um die Ecke. Immer wenn ich unterwegs sein und Neues entdecken kann, bin ich am glücklichsten. In diesem Blog nehme ich Dich seit 2010 mit auf meine Städtereisen, Roadtrips, Wander-Abenteuer und zu vielem mehr.

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