GASTBEITRAG: Gipfel-Biwak auf dem Geigelstein

„Träume nicht dein Leben, sondern Lebe deinen Traum!“ Aber was haben die Menschen für Träume – einen großen oder viele kleine? Diese Frage muss wohl jeder für sich beantworten, aber ich bin mir sicher, dass jeder von uns seine ganz persönliche Antwort auf diese Frage hat.

Ich hatte jedenfalls schon seit längerem einen kleinen Traum: Eine Übernachtung auf einem Berggipfel – einfach so – nicht in einer Berghütte, nicht in einem Zelt – ganz einfach nur so. Vor meinem letzten Urlaub habe ich mir deshalb fest vorgenommen, dieses Mal wirklich eine entsprechende Tour in Angriff zu nehmen. Eins gleich vorweg: Das war ein großartiges Erlebnis!

In der Vergangenheit hatte ich immer ein paar Zweifel, ob ein Gipfel-Biwak wirklich eine gute Idee ist. Man kommt verschwitzt am Berggipfel an und hat keine Möglichkeit zu duschen, muss neben den üblichen Proviant sämtliche Sachen für eine Übernachtung mitschleppen und kann im Zweifelsfall im der Dunkelheit nicht mehr ins Tal absteigen, falls doch einmal etwas schief gehen sollte. Aber für mich galt: „Lebe deinen Traum!“ Bei der Planung musste ich erst einmal einen Berg finden, der sich für das Vorhaben eignete. Wichtig war mir natürlich, dass der Gipfel eine halbwegs ebene Fläche am Gipfel bietet, welche groß genug sein musste, dass meine Isomatte darauf Platz findet. Des Weiteren war mir wichtig, dass es keine Seilbahn und auch keine Wirtschaft oder Berghütte in der direkten Umgebung gibt. Der Geigelstein in den Chiemgauer Alpen erfüllte meine Wünsche zu 100 Prozent.

Am 4. Juli herrschte Neumond und somit war jetzt die ideale Zeit für eine sternenklare Nacht. Meine Zeit lief. Deshalb plante ich den Aufstieg für den 5. Juli. Leider waren für diesen Abend Gewitter vorhergesagt. Da ein Gewittersturm wohl das Letzte ist, was man bei einem Biwak gebrauchen kann, habe ich mich entschlossen erst einmal abzuwarten und das Vorhaben zu vertagen. Das war eine gute Idee, denn es wäre an diesem Tag dort oben sicherlich äußert ungemütlich geworden. Auch der Folgetag war geprägt von vielen Wolken zwischen den Bergen. Aber die Wetterprognose für den 7. Juli sah vielversprechend aus. Ich begann mit meinem Vorhaben an diesem Tag gegen 17 Uhr am Wanderparkplatz Ettenhausen bei Schleching.

Der erste Teil des Aufstiegs verläuft auf einem Forstweg durch dichten Wald. Ein schöner Weg, aber ohne besondere Aussicht. Sobald man den Wald verlassen hat bieten sich immer wieder tolle Aussichten und Panoramen. Doch bevor ich hier nun den ganzen Weg umschreibe, sind hier einige Fotos, die einen Eindruck von der Tour vermitteln.

Am 5. Juli erlaubte das Wetter noch keinen Aufstieg
Am 5. Juli erlaubte das Wetter noch keinen Aufstieg
Oberhalb des Waldes hat man einen tollen Ausblick nach Osten
Oberhalb des Waldes hat man einen tollen Ausblick nach Osten
Der Weg führt an einigen Almen vorbei
Der Weg führt an einigen Almen vorbei
Der benachbarte Breitenstein prägt das Bild während des Aufstiegs zum Geigelstein
Der benachbarte Breitenstein prägt das Bild während des Aufstiegs zum Geigelstein
Wanderer trifft man um diese Uhrzeit nur noch vereinzelt an
Wanderer trifft man um diese Uhrzeit nur noch vereinzelt an
Von der Wirtsalm, der letzten Hütte vor dem Gipfel, dauert der Aufstieg noch über eine Stunde
Von der Wirtsalm, der letzten Hütte vor dem Gipfel, dauert der Aufstieg noch über eine Stunde
Hinter der Wirtsalm führt nur noch ein kleiner Pfad weiter bergauf
Hinter der Wirtsalm führt nur noch ein kleiner Pfad weiter bergauf
Auf einem schmalen Schotterweg zwischen Latschenkiefern überwindet man die letzten Höhenmeter
Auf einem schmalen Schotterweg zwischen Latschenkiefern überwindet man die letzten Höhenmeter
Schließlich erreicht man den Gipfel vom Geigelstein
Schließlich erreicht man den Gipfel vom Geigelstein
Man hat einen wunderbaren Blick auf das Loferermassiv
Man hat einen wunderbaren Blick auf das Loferermassiv
Das Nachtlager wird noch bei Tageslicht errichtet
Das Nachtlager wird noch bei Tageslicht errichtet
Der Sonnenuntergang hinter der Hochries entschädigt für alle Strapazen des Aufstiegs
Der Sonnenuntergang hinter der Hochries entschädigt für alle Strapazen des Aufstiegs

Sobald die Sonne untergeht, spürt man den Temperaturrückgang. Der zunehmende Mond ging bald nach der Sonne unter. Aber schon vorher zeigen sich die drei hellen Sterne des „Sommerdreiecks“; Wega im Sternbild Leier, Deneb im Schwan und Atair im Sternbild Adler. Beim Blick in Richtung Gipfelkreuz konnte ich die beiden Planeten Mars und Saturn finden. Je dunkler es wurde umso mehr Sterne zeigten sich.

Nach dem Sonnenuntergang zeigen sich die ersten Sterne
Nach dem Sonnenuntergang zeigen sich die ersten Sterne
Der Anblick der Milchstraße war überwältigend und lässt sich nicht in Worte fassen
Der Anblick der Milchstraße war überwältigend und lässt sich nicht in Worte fassen
Eine lange Belichtung veranschaulicht die Erddrehung und die scheinbare Bewegung der Sterne
Eine lange Belichtung veranschaulicht die Erddrehung und die scheinbare Bewegung der Sterne
Auch die Andromeda Galaxie war deutlich zu erkennen
Auch die Andromeda Galaxie war deutlich zu erkennen
Morgenstimmung auf dem Geigelstein
Morgenstimmung auf dem Geigelstein
Auch nach Sonnenaufgang bleibt es noch ziemlich kühl
Auch nach Sonnenaufgang bleibt es noch ziemlich kühl
Ein unvergessliches Abenteuer
Ein unvergessliches Abenteuer
Der Blick ins Kaisergebirge ist unbeschreiblich
Der Blick ins Kaisergebirge ist unbeschreiblich
Sogar der Großglockner ist gut zu erkennen
Sogar der Großglockner ist gut zu erkennen
Beim Abstieg passiere ich wieder die Wirtsalm
Beim Abstieg passiere ich wieder die Wirtsalm
Kühe sind am Geigelstein in den Sommermonaten immer anzutreffen
Kühe sind am Geigelstein in den Sommermonaten immer anzutreffen
Auch viele kleinere Tiere, beispielsweise Eichhörnchen oder Schmetterlinge entdeckt man häufig
Auch viele kleinere Tiere, beispielsweise Eichhörnchen oder Schmetterlinge entdeckt man häufig
Auf dem Rückweg hat man noch einmal einen tollen Blick auf den Breiten- und den Geigelstein
Auf dem Rückweg hat man noch einmal einen tollen Blick auf den Breiten- und den Geigelstein

Eine Übernachtung während einer sternenklaren Nacht ist ein unvergessliches Erlebnis. Ich habe noch nie zuvor so viele Sterne am Firmament gesehen, wie in dieser Nacht. Hinter dem Gipfelkreuz zeigte sich das Sternbild Skorpion und die beiden Planeten Saturn und Mars. Die Milchstraße war deutlich über dem Kaisergebirge sichtbar. So toll hatte ich mir eine Nacht auf einem Gipfel nicht vorgestellt. Im Nachhinein muss ich sogar sagen, dass dieser kleine Traum ein Riesenerlebnis war. Die Tour war so überwältigend, dass ich bei der nächsten Gelegenheit sicherlich wieder ein Gipfelbiwak in Angriff nehmen werde. Ich freue mich jetzt schon darauf…

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