Weimar — Sehenswürdigkeiten ohne Ende

Vorab direkt eine Warnung! Wenn Du dich ebenfalls so sehr von Weimar überraschen lassen möchtest, wie ich es getan habe, solltest Du diesen Text auf keinen Fall lesen. Bevor ich nach Weimar gefahren bin, wusste ich nämlich wenig über die viertgrößte Stadt Thüringens. Um so positiver war ich vor Ort überrascht, was es dort alles zu sehen gibt. Etwas Goethe, etwas Nationaltheater – viel mehr hatte ich gar nicht erwartet. Tatsächlich hat mich mein Besuch dort aber so sehr begeistert, dass ich Weimar jetzt zu den sehenswertesten Städten Deutschlands zähle.

Eine Stadt ohne weite Wege

Dabei ist Weimar gar nicht sonderlich groß. Die vielen Sehenswürdigkeiten lassen sich gut zu Fuß zu erreichen. Schon Thomas Mann schrieb im Roman “Lotte in Weimar”: “Bei uns in Weimar gibt es dergleichen wie weite Wege nicht; unsere Größe beruht im Geistigen”. Wie groß das geistige Erbe ist, zeigt sich in der Tatsache, dass gleich elf Orte unter dem Sammelbegriff “Klassisches Weimar” zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden.

Ein Hauch von Italien in Weimar

Als ich meinen ersten Gang durch die Stadt mache, ist dieser besondere Charme, den Weimar ausstrahlt sofort spürbar. Für einen Moment wähne ich mich in Italien. Ich komme vorbei an Goethes Wohnhaus am Frauenplan, der einer mediterranen Piazza in nichts nachsteht und biege schließlich ab in Richtung Anna-Amalia-Bibliothek, vor der ich mich endgültig in Rom wähne. Erinnert mich doch die dortige Reiterstatue mit den barocken Kulissen der umliegenden Häuser an den wunderschönen Kapitolsplatz in Rom.

Die Vielzahl der Sehenswürdigkeiten in Weimar beeindruckt

Auf der anderen Straßenseite erkenne ich bereits den Park an der Ilm, in der sich auch das noch heute erhaltene Gartenhaus von Goethe befindet. Ich bin beeindruckt von der Größe und schlendere in Richtung Stadtschloss. Abermals macht sich bei mir große Begeisterung breit. Das Schloss wirkt pompös. Ich hätte es in dieser Form absolut nicht erwartet.

Zahlreiche Prominente gaben sich hier die Klinke in die Hand

Auch im weiteren Verlauf meines Spazierganges durch Weimar kann ich mich immer wieder positiv überraschen lassen. Der Marktplatz mit seinem wunderschönen Rathaus und den prachtvollen Renaissance-Bauten, muss man unbedingt gesehen haben. Hier befindet sich auch das bekannte Hotel Elephant. Einst gingen dort Christoph Martin Wieland, Johann Gottfried Herder und Johann Wolfgang von Goethe ein und aus. Friedrich Schiller, später auch Franz Liszt und Richard Wagner sollen ebenfalls regelmäßig hier gewesen sein. Adolf Hitler ließ sich in jenem Hotel sogar einen eigenen Balkon schaffen und Thomas Mann verewigte das Hotel in seinem Roman „Lotte in Weimar“, indem er Goethes Jugendliebe dort übernachten ließ.

Bezaubernde Kunst in einer unscheinbaren Kirche

Direkt nebenan stand das Haus, in dem einst Johann Sebastian Bach gewohnt hat. Leider erinnert heute nur noch eine kleine steinerne Tafel daran. Anders sieht es im Wohnhaus von Schiller aus. Dieses ist ebenso wie jenes von Goethe wunderschön erhalten. Beide Häuser besichtige ich später von innen, doch zuvor zieht es mich weiter durch die Stadt. Ich komme vorbei am bekannten Nationaltheater und stehe schließlich vor einer unscheinbaren Kirche. Es ist die Herderkirche – benannt nach dem Theologen und Philosophen Johann Gottfried Herder, der hier als Generalsuperintendent wirkte. Im Inneren der Kirche beeindruckt vor allem das Altarbild von Martin Luthers “PR-Mann” Lucas Cranach, das mich irgendwie an die alten italienischen Meister erinnert.

Zu Besuch im Wohnzimmer von Goethe und Schiller

Ich war kaum zwei Stunden in Weimar unterwegs und wurde schon von einer Fülle von Sehenswürdigkeiten erschlagen. Die Stadt kommt mir vor, wie ein einziges Museum. Fast könnte man Weimar für eine Art Open-Air-Louvre halten. Mein absolutes Highlight sind jedoch die bereits erwähnten ehemaligen Wohnhäuser von Goethe und Schiller. Durch die Räume zu schreiten, wo jene Männer lebten, die mich in so mancher Schulstunde verzweifeln ließen, und in denen einige der bekanntesten Zeilen der deutschen Literatur entstanden, ist schon ein ganz besonderes Gefühl.

Es warten genügend weitere Überraschungen

Wer meine anfängliche Warnung in den Wind geschlagen und diesen Text trotzdem gelesen hat, dürfte jetzt einen kleinen Einblick von dem haben, was ihn bei einer Reise nach Weimar erwartet. Überraschungen hat die Stadt aber ganz gewiss noch viele mehr zu bieten.

Nützliche Reiseinfos für Weimar

Wo kann man in Weimar gut übernachten?

Ich habe in Weimar im Hotel Amalienhof übernachtet und mich dort sehr wohl gefühlt. Das Hotel ist sehr zentral, nur zwei Minuten von Goethes Wohnhaus am Frauenplan und von vielen weiteren Sehenswürdigkeiten entfernt und wirkt besonders familiär. Das Personal ist sehr freundlich und hilfsbereit. Das Frühstücksbuffet ist sehr vielfältig und frisch. Besonders gut gefallen hat mir die geschmackvolle Einrichtung der Zimmer, die wunderbar zum klassischen Weimar passt. Bei meinem nächsten Besuch in Weimar würde ich in diesem 3-Sterne-Haus jederzeit wieder übernachten.

Wie lassen sich Eintrittsgelder sparen?

Weimar Card aus ThüringenIn Weimar gibt es viel zu sehen. Leider belasten die Eintrittsgelder in die zahlreichen Museen und Sehenswürdigkeiten schnell das Portemonnaie. Es macht deshalb Sinn, sich für 29,90 Euro die 48 Stunden gültige Weimar-Card (https://www.weimar.de/tourismus/reiseangebote/weimar-card/) zu kaufen. Mit ihr hat man freien Eintritt in die Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt. Wer neben Weimar noch andere Orte in Thüringen besucht, für den könnte die ThüringenCard (https://www.thueringen-entdecken.de/urlaub-hotel-reisen/thueringencard-120149.html) eine Alternative sein. Auch diese bietet an vielen Stellen in Weimar freien oder ermäßigten Eintritt.

Welche Bücher zum Thema Weimar lohnen sich?

Wer sich mit Weimar beschäftigt, stößt schnell auf eine ganze Reihe von Büchern, die sich mit der Stadt und ihrer Kultur beschäftigen. Nach meinem Besuch dort habe ich einige davon gelesen und möchte drei ganz besonders hervorheben:

Mythos Weimar

Sicher eines der lohnenswertesten Bücher, wenn man verstehen möchte, warum Weimar zu dem wurde, was es ist. Teilweise liest sich das Buch spannend wie ein Krimi.

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  • Peter Merseburger
  • Herausgeber: Pantheon Verlag
  • Auflage Nr. 2 (10.06.2013)
  • Broschiert: 448 Seiten

Goethe und Schiller: Geschichte einer Freundschaft

Nachdem ich die Wohnhäuser der beiden Dichter in Weimar besucht hatte, wollte ich mehr über Goethe und Schiller erfahren. Dieses Buch gibt einen wunderschönen Einblick in die unterschiedlichen Charaktere der beiden.

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  • Rüdiger Safranski
  • Herausgeber: FISCHER Taschenbuch
  • Auflage Nr. 3 (09.09.2011)
  • Taschenbuch: 352 Seiten

Lotte in Weimar

Hat man sich einmal an die etwas eigenwillige Sprache von Thomas Mann gewöhnt, ist Lotte in Weimar ein sehr empfehlenswerter Roman.

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  • Thomas Mann
  • Herausgeber: FISCHER Taschenbuch
  • Taschenbuch: 400 Seiten

Was haben andere Blogger über Weimar geschrieben?

„Zeit für Goethe und Schiller: Eine literarische Reise durch Weimar“ nennt sich ein lesenswerter Beitrag mit tollen Fotos im Reiseblog Travel Moments. „Zu Gast bei Goethe und Schiller“ ist Indigoblau. Mit einer Festbrennweite durch Weimar zu spazieren, liefert tolle Fotos. Das Ergebnis davon ist im Beitrag „Weimar in 35 mm“ zu sehen. „Die schönsten Sehenswürdigkeiten und unsere Tipps für die Klassikerstadt“ sind bei 22 Places in einem Artikel verarbeitet.

Ich wurde vom www.thueringen-entdecken.de nach Weimar eingeladen.

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Thomas Limberg

Ob Nordpol, Himalaya oder der Zoo um die Ecke. Immer wenn ich unterwegs sein und Neues entdecken kann, bin ich am glücklichsten. In diesem Blog nehme ich Dich seit 2010 mit auf meine Städtereisen, Roadtrips, Wander-Abenteuer und zu vielem mehr.

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Was andere sagen

Ekavi Charalambidou
Direktorin Deutschland und Österreich / Fremdenverkehrszentrale Zypern

Im Rahmen einer Recherche- bzw. Pressereise der Fremdenverkehrszentrale Zypern hatten wir Herrn Thomas Limberg nach Zypern eingeladen. Wir hatten hierbei die Gelegenheit Herrn Limberg als sehr professionellen, aufmerksamen als auch freundlichen Beobachter des Tourismus auf Zypern kennenzulernen. Seine textliche als auch visuelle Aufbereitung diverser touristischer Themen hat unseren Vorstellungen perfekt entsprochen. Die anschließende Verbreitung des Materials über verschiedene Medien bzw. Kanäle wurde von Herrn Limberg außerordentlich gelungen umgesetzt. Gerne werden wir wieder mit Herrn Limberg bei Gelegenheit als „Content-Profi“ zusammenarbeiten.