Totenverbrennungen in Pashupatinath

 

Erstmals kam ich mit dem Hinduismus auf Bali in Berührung. Die Vielfalt der Götter und die unterschiedlichsten Formen der Verehrung faszinierten mich. Ich habe seitdem einige Bücher über den Hinduismus gelesen und versucht die Religion zu ergründen. Doch je tiefer ich eintauchte, desto mehr Fragen taten sich auf. Den Hinduismus wird ein Außenstehender wohl nie verstehen. Dennoch hat diese Religion etwas Faszinierendes. Das stellte ich auch auf meiner Nepal Reise immer wieder fest. Insbesondere der Besuch in der Tempelanlage Pashupatinath in Kathmandu, die als eine der wichtigsten des Hinduismus gilt, hat einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen.

Die Tempelanlage liegt am heiligen Bagmati Fluss
Der Fluss teilt die Anlage in zwei Teile
In das Innere dürfen nur Hindus
Schon allein die Architektur ist sehenswert
Blick über den Bagmati
Für Hindus ist Pashupatinath einer der heiligsten Orte
Hier gibt es viel zu entdecken
Hindus am Ufer des Bagmati
Der Bagmati mündet in Indien in den Ganges
Wie überall in Nepal, fallen auch hier die vielen bunten Farben auf
Besonders die Frauen sind bunt gekleidet
Am Ufer des Bagmati

Bekannt ist die Anlage vor allem für die Totenverbrennungen, die dort täglich stattfinden. Für Hindus gilt es als erstrebenswert in Pashupatinath verbrannt zu werden.  Am linken Ufer des als heilig geltenden Bagmati Flusses liegen die Verbrennungsstätten, die Arya Ghats (Verbrennungsstätten der höheren Kasten) und die Surya Ghats (Verbrennungsstätten der niederen Kasten). Schon von weitem sind die aufsteigenden Rauchsäulen zu erkennen. Die Leichen, die dort verbrannt werden hüllt man zunächst in leuchtend gelbe Tücher. Man bespritzt sie mit dem Wasser des Bagmati, wäschst ihre Füße darin und träufelt etwas Wasser in den Mund. Anschließend wird die Leiche zu den Verbrennungsplätzen getragen, wo sie auf einem Scheiterhaufen gebettet und mit feuchtem Stroh bedeckt wird. Im Uhrzeigersinn umschreitet der älteste Sohn fünf mal den Toten und zündet anschließend mit einem in Butter getränkten Strohbündel den Scheiterhaufen an. Das Bündel wird dazu in den Mund des Toten gesteckt. Es ist ein Anblick, der für jeden Europäer extrem befremdlich wirkt. Auch die über den Scheiterhaufen hinausragenden Beine, die erst bei fortschreitender Verbrennung auf den Scheiterhaufen geklappt werden, sind für unsere Kultur gewöhnungsbedürftig. Ich habe keine Verbrennung vollständig beobachtet, mir aber sagen lassen, dass es etwa vier Stunden dauert, bis von den Toten nur noch so wenig übrig ist, dass man die Reste in den Bagmati kippt. Dieser mündet in Indien in den Ganges und hat deswegen einen so hohen Stellenwert bei den Hindus. Obwohl fast die gesamten Abwässer Kathmandus dort hinein geleitet werden und er stark verschmutzt ist, sieht man immer wieder auch viele Gläubige darin baden.

In der Anlage befindet sich auch ein Hospiz
Die Toten werden in gelbe Tücher gehüllt
Die Leiche wird im Bagmati gewaschen
Zahlreiche Zuschauer verfolgen die Zeremonie
Täglich wiederholen sich diese Szenen
Auch die Trauergemeinde ist bunt gekleidet
Der Tote wird zum Scheiterhaufen getragen
Der Scheiterhaufen ist bereits vorbereitet
Der Tote bekommt einen letzten Blumenschmuck
Familienangehörige waschen sich im Bagmati
Das Feuer wird entzündet
Der älteste Sohn trägt das Feuer 5 Mal um den Toten
Anschließend wird der Scheiterhaufen entzündet
Durch das Stroh ist die Rauchentwicklung besonders groß
Nach vier Stunden ist fast nichts mehr übrig

Wenngleich mich dieser fremdartige Umgang mit dem Tod auf einer gewissen Art faszinierte, sorgte er doch zugleich für ein Unbehagen. Der ungewohnte Anblick, der süßliche Duft der verbrennenden Menschen – alles schlug mir irgendwann auf den Magen und ich war froh, diesen Ort bald wieder verlassen zu können. Dennoch bin ich froh, dort gewesen zu sein. Es war interessant zu sehen, wie andere Kulturen mit dem Tod umgehen. Wer mal in Kathmandu ist, sollte unbedingt auch nach Pashupatinath, auch wenn der Besuch emotional sicher nicht ganz einfach ist.

Video aus Pashupatinath:

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Thomas Limberg

Ob Nordpol, Himalaya oder der Zoo um die Ecke. Immer wenn ich unterwegs sein und Neues entdecken kann, bin ich am glücklichsten. In diesem Blog nehme ich Dich seit 2010 mit auf meine Städtereisen, Roadtrips, Wander-Abenteuer und zu vielem mehr.

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