Das erste Mal China – Meine Eindrücke aus Suzhou und Shanghai

Das oft alles anders kommt, als man denkt, hat sich bei meiner Reise nach China ganz deutlich gezeigt. Ich habe Vorurteile über Bord geschmissen, mich immer wieder überraschen lassen und reichlich Erkenntnisse mit nach Hause genommen, die sicher für jeden, der das erste Mal China noch vor sich hat, ebenso überraschend sein dürften, wie für alle, die bereits öfters im Land des Lächelns waren.

Ich gebe zu, ich habe China nie wirklich weit oben auf meinem Reise-Wunschzettel gehabt. Als dann aber die Einladung zu einer Bloggerreise nach Suzhou und Shanghai kam, wollte ich doch unbedingt dorthin und mit eigenen Augen sehen, wie es in China tatsächlich ist.

Vor der Reise nach China steht das Visum

Leider war der erste Eindruck mit reichlich Stress verbunden. Denn, wer nach China will, braucht ein Visum. Dieses ist nicht nur ziemlich teuer, sondern stellt auch all jene, die ein solches noch nie beantragt haben vor einige Schwierigkeiten. Vielleicht schreibe ich über das China-Visum einen gesonderten Artikel. Bis dahin empfehle ich einen Besuch bei meiner Bloggerkollegin Nicole. Sie hat unter https://www.unterwegsunddaheim.de/2017/10/visum-fur-china-beantragen-so-gehts-anleitung-fur-die-einreise-nach-china-als-tourist/ einige Tipps veröffentlicht, die mir auch sehr geholfen haben.

Sauberkeit und Ordnung statt Chaos und Hektik

Mein allererster Eindruck in China war dafür sehr positiv. Direkt nach der Landung in Shanghai konnte ich es kaum glauben, jetzt tatsächlich dort zu sein. Ich hatte Chaos und Hektik erwartet. Ein Zustand, der für Asien in meiner Vorstellung eigentlich normal ist und den ich auch in Indonesien, in Nepal und auf den Philippinen so erlebt habe. Doch hier war alles anders. Größer, ruhiger, moderner und vor allem sauberer. Ich fühlte mich auf Anhieb unerwartet wohl. Ein Eindruck, der sich auch später immer wieder bestätigen sollte. Überall findet man Menschen, die fegen und putzen.

Der moderne Teil Asiens

Die nächste Überraschung folgte gleich auf der Fahrt vom Flughafen in Shanghai zu unserem ersten Ziel – der Stadt Suzhou. Beides Millionenstädte. Shanghai mit 24 Millionen Einwohnern und Suzhou mit 10 Millionen. Vorab habe ich das totale Chaos erwartet, doch vor Ort präsentiert sich mir ein fast geordnetes Bild. Zwar ist der Verkehr oft stockend, doch die Autobahnen wirken modern. An den Leitplanken hängen Blumenkästen. Fast kommt es mir in Berlin chaotischer vor als hier. Als uns dann auch noch der Transrapid überholt und ich in der Ferne den chinesischen Hochgeschwindigkeitszug CRH sehe, ist mir klar, dass ich im modernen Teil Asiens gelandet bin.

Unnötige Tierquälerei und moderne Hotels

Der erste Weg führte zum Hotel. Als ich davor stehe und die klassische chinesische Architektur sehe, wähne ich mich für einen kurzen Augenblick in einem Freizeitpark oder vor einem großen chinesischen Restaurant irgendwo in Kreuzberg. Doch ich bin tatsächlich in China. Das Hotel ist modern und hat alles, was man sich wünscht. Lediglich der Goldfisch, der in der Lobby in einem viel zu kleinem Glas als Deko gehalten wird, stimmt mich traurig. Ohnehin scheint es in China üblich zu sein, Tiere in Mini-Behälter zu sperren. In den folgenden Tagen werde ich immer wieder an Tierhandlungen vorbeikommen, in denen Hunde, Katzen, Vögel und viele weitere Tiere in engen Käfigen angeboten werden.

Internet, das nur eingeschränkt funktioniert

Doch zurück zum Hotel. Wenngleich ich mich hier sehr wohl fühle, merke ich zugleich auch, dass in diesem Land etwas anders ist, als bei uns. Einfach ins W-Lan einloggen und im Internet surfen, geht hier nicht. Facebook, Twitter, Youtube, Google, Whatsapp – nichts davon funktioniert. Wer das erste Mal China vor sich hat, sollte sich vorab mehrere sogenannte VPN-Clients installieren. Diese bauen eine gesicherte Verbindung mit einem Server außerhalb Chinas auf und ermöglichen über diesen Umweg, uneingeschränkten Zugriff auf das Internet. Das Problem ist nur, nicht alle Clients funktionieren. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, bis ich endlich ins Netz kam. Vielleicht schreibe ich auch darüber später einen gesonderten Artikel.

Fast wie eine Reise in die Zukunft

Als ich das erste Mal das Hotel verlassen habe, erlebte ich direkt die wohl größte Überraschung. Fast wäre ich vor einen heran rauschenden Roller gelaufen, weil ich diesen nicht gehört habe. Zu gut sind mir noch die knatternden Zweiräder aus anderen asiatischen Metropolen, wie Kathmandu oder Manila im Gedächtnis. Ähnliches hätte ich hier erwartet. Doch tatsächlich gibt es soetwas in Suzhou nicht. Roller sind hier zwar auch reichlich unterwegs, aber alle komplett lautlos und komplett elektrisch. Mir kam es fast etwas vor, wie eine Reise in die Zukunft.

Essen wie bei uns und Skorpione am Spieß

Der nächste Punkt, der mich in China sehr überrascht hat, ist das Essen. Zum Teil erinnert es an das, was wir aus den heimischen Chinarestaurants kennen, zum Teil wird es aber auch komplett anderes zubereitet. In den Restaurants kommt eigentlich nie nur ein Gericht auf den Tisch. Fast immer gibt es mehrere Schälchen mit unterschiedlichen Gerichten, aus denen man sich bedienen kann. Es kann dabei übrigens nicht schaden, wenn man mit Stäbchen essen kann. Gabeln bekommt man nicht in jedem Restaurant und Messer sind gänzlich unbekannt. Mein Geheimtipp sind die vielen Straßenküchen, in denen es unzählige lokale Köstlichkeiten zum kleinen Preis gibt. Von gefüllten Teigtaschen bis hin zu exotischen Dingen, wie Skorpionen und Schlangen ist alles dabei. Auch wenn manches für europäische Geschmäcker sicher zunächst komisch erscheint, empfehle ich sehr, alles zu probieren. Es lohnt sich!

Mao Tse-tung ist überall präsent

Für westliche Augen etwas befremdlich wirkt zum Teil der Personenkult, der in China um Mao Tse-tung betrieben wird. Schon als ich Geld wechsel komme ich damit in Berührung. Sein Kopf ist auf jedem Schein des chinesischen Yuan abgebildet. Auch sonst, stößt man immer wieder auf den umstrittenen Politiker. Souvenirläden verkaufen T-Shirts mit seinem Gesicht, Mao-Bibeln sind an jeder Ecke in unterschiedlichen Sprachen erhältlich und wer will, bekommt auch Mao-Poster in allen Größen. Selbst unser Guide, der uns durch die Straßen Shanghais führte, erzählte mit deutlich wahrnehmbaren Stolz von den Errungenschaften des “Großen Vorsitzenden”.

 

Der Aufenthaltsort wird gemeldet

Dass man sich in einem Land mit einem anderen politischen System befindet merkt man auch an der Tatsache, dass man immer bei den Behörden gemeldet sein muss. Schon bei der Einreise muss man seinen Aufenthaltsort angeben. Beim Einchecken in ein Hotel wird der Pass verlangt, da eine Kopie davon jeweils an die Polizei geschickt wird. Diese ist so immer über den Aufenthaltsort informiert. Mir wird das schlagartig bewusst, als ein Mitglied unserer Reisegruppe seinen Pass in einem Hotel vergisst und im neuen einchecken möchte. Dies wird ihr mangels Pass zunächst verweigert. Was folgt, ist eine mehrstündige Odyssee auf der örtlichen Polizeistation und bei der Ausländerbehörde.

Man fühlt sich willkommen im Land des Lächelns

Doch auch wenn solche Dinge auf uns manchmal etwas befremdlich wirken, sollen diese nicht über den wahren Charakter des Landes und seiner Menschen hinwegtäuschen. Im weiteren Verlauf der Reise fällt mir immer wieder auf, wie offen und freundlich die Chinesen zum Teil sind. Viele kommen und wollen sich mit uns fotografieren lassen. Immer wieder wird man freundlich angelächelt und fühlt sich willkommen. Egal ob ich in der Mega-Metropole Shanghai unterwegs bin oder in einem der eher ruhigen Vorstädte – zu keinem Zeitpunkt fühle ich mich in China unwohl. Auch das Sicherheitsempfinden ist sehr hoch. Zum einen stehen an jeder Ecke uniformierte Polizisten und zum anderen habe ich noch nie ein Land gesehen, in dem überall so viele Überwachungskameras hängen. Beides könnte man natürlich auch kritisch sehen, für mein persönliches Empfinden vor Ort war dies jedoch beides ein Vorteil.

Vom Umgang mit der Reizüberflutung

Wie offen die Menschen sind, wird mir insbesondere auch bei einem Besuch in einer überdimensionalen Markthalle klar. Auf zwei Etagen wird hier alles Mögliche an Lebensmitteln angeboten. Früchte, die ich zum Teil noch nie gesehen habe, Fleisch in allen Variationen und vor allem Fisch und Meeresfrüchte in Hülle und Fülle. Fast setzt bei mir eine Reizüberflutung ein und ich kann mich an den Eindrücken gar nicht satt sehen. Ich will diese festhalten und fotografieren. Ich mache mir etwas Sorgen, dass die Händler vielleicht etwas gegen meine Kamera haben könnten. Doch das Gegenteil ist der Fall. Auch hier werde ich immer wieder angelächelt und fühle mich willkommen.

Englisch wird kaum gesprochen

Für mich war es das erste Mal China. Im Vorfeld hatten mich einige gewarnt, dass die Verständigung dort etwas schwierig wäre, weil dort angeblich niemand Englisch spricht. Das stimmt zwar größtenteils, aber irgendwie gelingt es immer, sich verständlich zu machen. Ich habe die Chinesen als sehr geduldig empfunden, wenn es darum ging, Sprachbarrieren zu überbrücken. Trotzdem kann es nicht schaden, wenn man sich vor der Reise mit einigen grundlegenden Vokabeln vertraut macht. Zu wissen, was danke, guten Tag und ein Bier bitte auf Chinesisch heißt, ist sicher von Vorteil.

Das zweithöchste Gebäude der Welt

Einer der sicher prägendsten Eindrücke meiner Reise nach China war die unvorstellbare Größe. Irgendwie ist hier alles etwas überdimensionierter als in Europa. Die Städte, die Häusermeere mit ihren bunten Leuchtreklamen und vor allem die Hochhäuser. Als ich nach der Reise in Frankfurt landete und die dortigen Hochhäuser sah, kamen mir diese im Vergleich zu jenen in Shanghai fast schon etwas niedlich vor. Immerhin steht in der chinesischen Metropole mit dem Shanghai Tower das zweithöchste Gebäude der Welt. Der Ausblick von oben ist atemberaubend und die Sykline Shanghais muss man einfach gesehen haben.

Wie war das erste Mal China?

Doch was nehme ich jetzt mit von meinem ersten Mal China? Die Eindrücke sind ebenso vielfältig, wie überraschend. Insgesamt hat mich selten zuvor ein Land so gefesselt. Seitdem ich zurück bin, ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich bei Amazon den Suchbegriff China eingebe, auf YouTube nach Dokus über das Land suche und mich in anderen Reiseblogs über dieses faszinierende Land informiere. Peking, die Chinesische Mauer, das Reich der Pandas, die Terrakotta Armee – Ziele die mich neuerdings extrem reizen, gibt es reichlich. Ich glaube, ich bin zum China-Fan geworden und werde sicher bald wieder in den Flieger gen Osten steigen.

Ich wurde von China Tours nach Suzhou und Shanghai eingeladen. Mit dabei war u. a. auch www.travelroads.de, wo ihr auch etwas über erste Eindrücke aus China lesen könnt.

Thomas Limberg

Ob Nordpol, Himalaya oder der Zoo um die Ecke. Immer wenn ich unterwegs sein und Neues entdecken kann, bin ich am glücklichsten. In diesem Blog nehme ich Dich seit 2010 mit auf meine Städtereisen, Roadtrips, Wander-Abenteuer und zu vielem mehr.

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