Durch den Monsun – Lohnt sich Nepal zur Regenzeit?

Dieser Artikel wurde zuletzt am 9. März 2021 aktualisiert.

Nepal zur Regenzeit sollte man besser meiden, hatte ich oft gelesen. Jetzt weiß ich, das ist völliger Quatsch. Ich war zur Zeit des Monsuns dort und fand es wirklich klasse. Im Vorfeld hatte ich mir Gedanken gemacht, dass eine Reise im Dauerregen vielleicht zur Schlammschlacht ausarten könnte, aber die Sorge war völlig unbegründet. Von Dauerregen war überhaupt keine Spur. Monsun bedeutet zwar regelmäßiger starker Regen, aber keineswegs Dauerregen. In der Regel hat es immer nachts geregnet, nur ganz selten auch tagsüber. Dafür ist solche ein tropischer Schauer aber ein echtes Schauspiel. Innerhalb kürzester Zeit steht dann alles unter Wasser. Ich bin kein Videoprofi. Trotzdem habe ich mal versucht einen solchen Guss in bewegten Bildern einzufangen. Entstanden ist das Video auf einer Fahrt zwischen Kathmandu und Panauti, wo wir am Abend bei einer Gastfamilie übernachtet haben. Es handelt sich bei der Straße übrigens um den berüchtigten Araniko Highway, der bei Wikipedia als gefährlichste Straße Nepals gelistet ist. Bei YouTube, fällt sein Name sogar im Zusammenhang mit den gefährlichsten Straßen der Welt. Auch dies ist in meinen Augen völliger Quatsch. Mag sein, dass der Highway in seinem weiteren Verlauf, wo er sich in Richtung der Grenze zu Tibet ins Gebirge schraubt, “krimineller” wird – dort, wo wir unterwegs waren, war er relativ gut zu befahren. 

Von Patan nach Panauti im Regen

Araniko Highway – Nepals gefährlichste Straße

Unvergesslicher Empfang durch den Stamm der Newar

Wenn es regnet, ist es zwar oft sehr stark, dafür sind es eigentlich immer nur kurze Schauer. Durch die Hohen Temperaturen trocknet auch alles wieder recht schnell. Auch in diesem Fall war der Regen in Windeseile wieder vorbei. Das kleine Städtchen Panauti ist übrigens ein echter Geheimtipp. Kaum ein Tourist verirrt sich hierher und es gibt einen wunderbar erhaltenen alten Stadtkern. Der dort befindliche Indreshwar Mahadev Tempel soll einer der ältesten in ganz Nepal sein. Der dreistöckige Shiva Tempel stammt aller Voraussicht nach sogar aus dem 13. Jahrhundert. Bewohnt wird Panauti fast ausschließlich vom Stamm der Newar, den Ureinwohnern des Kathmandutals. Diese bereiteten uns auch einen unvergesslichen Empfang – inklusive Musik und Tanz.

Strahlende Augen der Nepalesen

Ich gebe zu, ich war im Vorfeld etwas skeptisch, als ich sah, dass in Panauti ein Empfangskomitee für uns stand. Allerdings war diese Bergrüßungszeremonie derart herzlich und so rein gar nicht aufgesetzt, dass man sich einfach wohlfühlen musste. Allein der Blick in die strahlenden Augen der Gastgeber verriet, dass diese sich ebenso aufrichtig freuten, dass wir hier waren, wie auch wir es taten. Mit Musik zogen wir gemeinsam zum Tempel, wo ausgelassen getanzt wurde.

Ich war irgendwie so begeistert von dieser kleinen Willkommensfeier, dass ich zwischendurch sogar das Fotografieren vergessen habe. Ein Video habe ich unterdessen nur ein ganz kurzes gedreht:

Panauti Homestay – Schlafen bei einer Gastfamilie in Nepal

Wie bereits anfangs erwähnt, geschlafen haben wir in einer Gastfamilie. Möglich macht dies das sogenannte “Panauti Homestay” Ein Zusammenschluss von Einheimischen, die zahlende Gäste für ein bis drei Tag mit in die eigene Familie aufnehmen und am traditionellen nepalesischen Leben teilhaben lassen.  Was dies bedeutet, ist gut in einem Video des Reiseanbieters “Royal Mountain Travel” zu sehen:

Panauti Homestay - Your Home away from Home

So unterschiedlich wie die Menschen sind, so unterschiedlich sind auch die Unterkünfte. In meinem Fall sah diese so aus:

Stromausfälle in Nepal und ein Kochkurs

An dem Abend, als wir im Homestay waren, gab es fast die ganze Zeit keinen Strom. Stromabschaltungen sind in Nepal relativ normal und nach dem Erdbeben, so habe ich mir sagen lassen, seien einige Kraftwerke noch nicht wieder betriebsbereit gewesen. Viele arbeiten mit Notstromaggregaten oder Autobatterien. Dort, wo ich in Panauti übernachtet habe, wurde mit Taschenlampen und Kerzen improvisiert. Der kleine nepalesische Kochkurs im Kerzenschein wurde so zum doppelten Abenteuer.

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Vom Dach sollte es die Aussicht zum Mount Everest geben

Am nächsten Morgen stieg ich auf das Dach des Hauses. Mir wurde erzählt, dass man hier an klaren Tagen einen wunderbaren Blick auf den Himalaya und auf den Mount Everest haben soll. Wie sehr hatte ich mir gewünscht, wenigstens irgendwo einen kurzen Blick auf diesen Berg der Berge erhaschen zu können. Leider wurde daraus dann aber nichts. Das Panorama vom Dach sah leider so aus, wie auf dem Foto unten zu erkennen ist. Irgendwo hinter den grauen Wolken lag, wie ich später nachgemessen habe, in exakt 145 km Entfernung der Gipfel des Everest. Ein Gutes hatte das schlechte Wetter allerdings. Weil ich den Everest nicht gesehen habe, habe ich einen weiteren von Hunderten Gründen mehr, wieder nach Nepal zu fliegen und das zu korrigieren.

Thomas Limberg

Ich bin Thomas – das Gesicht hinter Breitengrad66. Schon seit 2010 nehme ich meine Leser in diesem Reiseblog mit auf Reisen. Unterwegs gibt es fast nichts, für das ich mich nicht begeistern kann. Ob fremde Kulturen, sportliche Herausforderungen, einzigartige Natur, schicke Hotels oder außergewöhnliche Kulinarik – ich bin immer neugierig auf Neues. Auf keiner Reise fehlen darf meine Kamera, denn Fotografie ist eine meiner größten Leidenschaften. Besonders stolz bin ich darauf, dass Breitengrad66 bei der renommierten Wahl zum Reiseblog des Jahres 2020 von Touristik PR unter die 20 besten gewählt wurde. Mehr über diesen Blog und über mich gibt es HIER zu lesen.

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