Rundreise durch Kanadas Norden und Alaska

osnapicture 30. November 2010 3

Im letzten Jahr war ich im kanadischen Norden unterwegs. Der Yukon, die Nothwest Territories und ein kurzer Abstecher nach Alaska standen auf dem Programm. Über den genauen Routenverlauf gibt die folgende Karte Auskunft. Die rote Linie wurde mit einem Auto zurückgelegt, die Linie in Lila zeigt die Strecke, die geflogen wurde.


Kanada / Alaska auf einer größeren Karte anzeigen

Auch wenn es keinen Monitor gibt, der die Weite und die Faszination dieses ursprünglichen Stückchen Erdes darstellen kann, so gibt das folgende YouTube Video doch einen guten Eindruck von der Einzigartigkeit des Yukon.

Bereits die Anreise war spektakulär. Über Grönland ergaben sich aus der Boeing 767 faszinirende Ausblicke auf eine Welt aus Schnee und Eis.

Die erste Station der Reise war Whitehorse, die Hauptstadt des Yukon. Etwa drei Viertel der insgesamt nur ca. 35.000 Yukon-Einwohner leben hier. Natürlich stand auch ein Besuch des bekannten Miles Canyon (unteres Foto) auf dem Programm.

 Von Whitehorse führte der Weg dann zunächst in den äußersten Norden Kanadas. Mit einer Hawker Siddeley 748 der Fluggesellschaft Air North ging es mit kurzen Zwischenstopps in Dawson City und Old Crow nach Inuvik. Ich muss zugeben, Flugangst hatte ich nie. Beim Flug mit diesem Oldtimer und mehreren Landeversuchen im dichten kanadischen Nebel, ging der Puls kurzzeitig etwas schneller. Trotzdem, ein Flug mit einem solche exotischen Gerät, ist ein tolles Erlebnis.


Inuvik begeisterte mit seinem ganz eigenen nördlichen Charme. Vor allem die Freundlichkeit der Menschen dort oben, weit jenseits des Polarkreises, ist mir in guter Erinnerung geblieben. Von Inuvik führte der Weg ins Mündungsdelta des gewaltigen Mackenzie Rivers. Dort liegt das nördlichste Dorf des kanadischen Festlandes. Im Winter ist das auf den wunderschönen Namen hörende  Dörfchen Tuktoyaktuk über den zugefrorenen Fluß per Auto zu erreichen. Im Sommer führt der Weg dorthin durch die Luft.

Nach einem spannenden Flug über die kargen Landschaften der Arktis, setzte das kleine Flugzeug auf der kurzen Schotterpiste Tuktoyaktuks aus. Der Ort wurde besichtigt, mit Einheimischen gesprochen und bei einer Inuit-Familie Fisch gegessen – lecker!

Zurück in Inuvik stand der wohl spannendste Teil der Reise bevor – die Fahrt auf dem Dempster Highway. 738 km bis nach Dawson City. Was auf deutschen Autobahnen langweilig sein mag, wurde hier zum großen Open Air Kino. Kaum Menschen, dafür reichlich Natur. Berge, Beeren und Bären fast überall. Länger als eine halbe Stunde ohne Fotostopp zu fahren, war fast unmöglich. Gut, dass überall mitten auf der Straße gehalten werden kann. Autos kommen eh keine.


Nach diversen Vögeln, Erdhörnchen, Karibus und Dallschafen tauchte bald der erste Bär auf – ein Schwarzbär. Leider tot, aber wenig später spazierte links an der Straße eine Grizzlymutter mit ihren beiden Jungtieren vorbei.

Unzählige Seen säumen den Weg. Die Farbenpracht der Natur ist kaum in Worte zu fassen. Besonders schön war es hier mit der Landschaft zu verschmelzen und sich an Outdoor-Aktivitäten zu erfreuen. Ob beim Kanufahren auf dem Yukon, im Schlauchbot oder im Sattel eines Pferdes, ich hatte überall großen Spaß.

An einigen Gewässern haben sich Elche eingefunden und grasen friedlich die Algen ab. Ich pirsche mich an einen jungen Bullen mit seiner Kuh heran. Er lässt mich nicht aus den Augen und mustert mich misstrauisch. Ich werde auch misstrauisch, möchte nicht mit ihm auf Tuchfühlung gehen und beschließe den Weg fortzusetzen.

Schließlich gibt es entlang des Dempsters noch so viel zu entdecken. Ein echter Geheimtipp sind die Tombstone Mountains. Mit einem Hubschrauber lässt sich die Gegend am besten erkunden.

In diesem Gebiet sollen sich besonders viele Grizzlys tummeln hat mir ein Indianer erzählt, den ich kurz zuvor beim Aufbrechen eines Karibus getroffen habe. Tatsächlich, kurz vor Dawson City läuft plötzlich ein junger Bär etwas tolpatschig fast vors Auto. Ich bin fasziniert, steige aus und versuche ihm zu folgen. Doch so schnell, wie er gekommen ist, ist er im dicken Gestrüpp verschwunden. Ich trau mich nicht weiter zu suchen. Ich will nicht plötzlich überraschend vor ihm stehen oder einem größeren Bären begegnen.

Also wieder ins Auto und weiter nach Dawson City. In der alten Goldgräberstadt versuche ich ebenfalls mein Glück. Was ich aus dem Klondike fische, reicht aber noch nicht einmal, um damit abends im Casino etwas anfangen zu können.

Über den Top oft the World Highway wird die Grenze zu Alaska passiert. Die amerikanischen Grenzbeamten wirken auf mich etwas befremdlich. Hier mitten im Nirgendwo Fingerabdrücke abzugeben, Fotos machen zu lassen und im scharfen Ton gestellte Fragen nach Waffen, Drogen und terroristischen Absichten zu beantworten erscheint mir ein wenig surreal.

Der Ausflug in die USA währt nur kurz. Das nächste Ziel ist Haines Junction. Dort wartet bereits eine kleine Cessna, die über dem grenzenlosen Kluane-Nationalpark unvergessliche Gletscheransichten ermöglicht. AUch mit einem Schlauchboot wurde die Gegend erkundet. Ich kann jedem, der in diese Region kommt einen solchen Rundflug nur empfehlen.

Über den Mt. McKinley und Anchorage (oberes Foto) führte nach unvergesslichen Tagen der Weg zurück nach Deutschland. Anschließend sind Fotos und Artikel von mir in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, den Osnabrücker Nachrichten und dem Emsland Kurier erschienen.
Zusammen mit mir im Yukon waren u.a. die Schauspielerinnen Gerit Kling und Andrea Lüdke. Beide haben einen Blog geschrieben, der HIER bzw. HIER zu finden ist. Ein weiterer interessanter Blog von einer deutschen Familie, die in den Yukon ausgewandert ist findet sich HIER.

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