Upgraded

Thomas Limberg 13. August 2015 7

Irgendwie hofft man ja immer, wenn man am Flughafen zum Check-in-Schalter geht, dass einem die Airline-Mitarbeiter erzählen, dass die Economy Class überbucht ist und man in der Business Class fliegen “muss”. Doch auch nach über 100 Flügen habe ich dieses Glück noch nie gehabt. Bis zu meiner Reise nach Nepal, von der ich gestern zurückgekehrt bin, und auf der ich zum ersten Mal überhaupt auf einem Langstreckenflug in den vorderen Reihen des Fliegers Platz nehmen durfte.

Am frühen Morgen war ich am Flughafen Köln/Bonn

Mit dieser 737-800 flog ich nach Istanbul

Extra früh war ich zum Flughafen Köln/Bonn gefahren, um möglichst früh für meinen Flug über Istanbul nach Kathmandu einchecken zu können. Schließlich wollte ich unbedingt einen Fensterplatz und um jeden Preis verhindern, nur noch einen Platz irgendwo ganz in der Mitte über den Tragflächen zu bekommen. Mit einem Fensterplatz klappte es tatsächlich. Platz 22A stand auf meiner Bordkarte. Gut gelaunt schlenderte ich zum Gate. Kurz vor Abflug wurde dann mein Name, verbunden mit der Bitte zum Schalter am Gate zu kommen, ausgerufen. Auch das war mir noch nie passiert. Ich ging hin, die Flughafenmitarbeiterin bat mich um meine Bordkarte und eröffnete mir, dass sich mein Sitzplatz leider geändert hat. Mit einem Kugelschreiber strich sie die 22A durch und änderte es ab in 2D. Ich grinste bis über beide Ohren – Reihe 2 bedeutete Business Class. Wenige Minuten vor Abflug ein Upgrade – wie genial war das denn?

Die komplette erste Reihe war frei

Entsprechend bequem war es in der 737-800 TC-JHF. Die Sitze unterschieden sich zwar nicht wesentlich von jenen in der “Holzklasse” doch blieb hier jeweils der Mittelsitz frei und die Beinfreiheit war erheblich höher. Der einzige kleine Nachteil war, dass ich jetzt keinen Fensterplatz mehr hatte. Da aber die komplette erste Reihe frei war, wechselte ich auf Sitz 1F. Zur Begrüßung gab es einen fruchtigen Drink und die überaus zuvorkommende Crew sprach mich mit Namen an. Für den Flug bis Istanbul war ich jetzt “Mr. Tomas”. Mir wurde eine Menükarte überreicht, aus der ich wählen konnte, was ich essen und trinken wollte. Ich entschied mich für Garnelen mit Pilzen und Reis. Überaus lecker – auch wenn ich nach der Vorspeise schon fast satt gewesen wäre.

Bei der Menükarte fällt eine Entscheidung schwer

Schon von der Vorspeise hätte man satt werden können

Krabben als Hauptgericht

Auch der Blick aus dem Fenster war lohnenswert. Bei meinen letzten Flügen hatte ich immer schlechtes Wetter gehabt. Heute jedoch war zunächst keine Wolke am Himmel. Frankfurt und der Frankfurter Flughafen waren aus der Luft wunderschön zu sehen. Ebenso ein wenig später der Flughafen in München, an dem vorbei Kurs auf die Alpen genommen wurde. Der Chiemsee, Salzburg und die höchsten Gipfel Österreichs präsentierten sich vor dem Flugzeugfenster. Die Flugroute führte schließlich über den Süden Ungarns und über Belgrad hinweg einmal quer über Bulgarien. Nur vereinzelt waren Wolken zu sehen, wenngleich es zur Landung in Istanbul recht dunstig war.

Kurz nach dem Start – strahlend blauer Himmel

Downtown Frankfurt

Der Flughafen der Mainmetropole

Flughafen München

Blick über den Chiemsee

Blick über das Salzburger Land in Richtung Zentralalpen

Obertrumer-, Graben und Mattsee sowie der Wallersee mit Salzburg im Hintergrund

Der Attersee in Oberösterreich

Gmunden am Traunsee

Irgendwo über Bulgarien

Bulgarien von oben

Die Küste der Türkei kurz vor Istanbul

Rund um Istanbul wimmelt es nur so von Schiffen

Ein Schiff vom Flugzeug aus gesehen

Mir war das völlig egal, ich habe den Service und die ansonsten gute Sicht mehr als genossen. Das Beste jedoch war, dass das Business-Class-Ticket in Istanbul zum Besuch der Turkish Airlines CIP Lounge berechtigt. Diese wollte ich eigentlich schon lange einmal gesehen haben, soll sie doch angeblich zu den 10 besten Flughafen-Lounges der Welt gehören. Da mir bis zu meinem Weiterflug nach Kathmandu noch über fünf Stunden blieben, hatte ich ausreichend Möglichkeit die Lounge unter die Lupe zu nehmen. Erst war ich etwas enttäuscht, da im oberen Bereich alles etwas mit Passagieren überfüllt und hektisch erschien, doch die untere Etage der Lounge war wirklich Weltklasse. Hier war es nicht so überlaufen und wirklich alles, was man sich für einen längeren Flughafenaufenthalt wünscht, wurde angeboten. Ob Dusche, die Möglichkeit eines kurzen Schläfchens in einem Bett oder eine Partie Billarde – hier war einfach alles möglich. Ich überlegte kurz, ob ich mich vielleicht am Golfsimulator oder der Carrerabahn versuchen sollte, entschied mich dann aber doch dagegen. Obwohl ich eigentlich pappsatt war, konnte ich bei den in gigantischer Auswahl angebotenen Leckereien nicht Nein sagen. Bei den angebotenen Süßspeisen und Getränken verging die Zeit bis zum Weiterflug wie im Flug.

Futuristisch wirkt die Lounge in Istanbul

Wie wäre es mit einem kleinen Rennen?

Oder doch lieber eine Partie Golf?

Fernseher gab es reichlich

Die obere Etage wirkte etwas überlaufen

Sitzgelegenheiten waren überall vorhanden

Sogar Schließfächer gab es

In der Lounge kann man Billarde spielen

Auch einen Film im “Kino” zu schauen, ist möglich

Wer nicht über ein eigenes Gerät ins Netzt geht, bekommt hier iMacs

Zu tief ins Glas schauen sollte man vor dem Weiterflug lieber nicht

Obst wird ständig frisch geliefert

Besonders die Süßspeisen haben es mir in der Türkei angetan

Die Getränkeauswahl war groß

Leider konnte ich irgendwann nicht mehr essen

Nur noch ein paar Kleinigkeiten

So schön die Lounge auch war, als ich dann weiter zum Gate musste, war es mit der Gemütlichkeit vorerst vorbei. Der Istanbuler Flughafen ist laut, chaotisch und recht überfüllt. Die Wege sind lang und um zum Abfluggate zu kommen, musste ich einmal quer durchs Terminal. Passend zum Weiterflug war ich völlig durchgeschwitzt. Doch die Entschädigung folgte auf den Fuß. Ich flog erneut in der Business Class – und dieser Flug übetraf alles, was ich bisher an besonderen Flugerlebnissen hatte. Er müsste eigentlich unbedingt mit in die Liste meiner besonderen Flüge, über die ich ja HIER bereits berichtet habe, aufgenommen werden.

Am Abfluggate war es ziemlich voll

Der A330-300 wirkte von innen fast unwirklich. Das Platzangebot war satt und die Sitze futuristisch. Der Sitz ließ sich in alle erdenklichen Positionen, bis hin zur kompletten Liegefläche verwandeln. Jeder Passagier bekam einen kleinen Kulturbeutel mit allerhand nützlichen Dingen. Der Monitor an jedem Platz, auf dem sich auch der Flug über zwei Außenkameras verfolgen ließ, war größer als mein Fernseher zu Studentenzeiten und aus Öffnungen an der Decke strömte vor dem Abflug ein leichter feuchter Nebel, um die trockene Luft zu befeuchten. Hinzu kam der bereits vom ersten Flug gewohnte perfekte und freundliche Service mit einem wunderbaren Essen und einem großen Getränkeangebot. Ich war mehr als dankbar, dass ich das erleben durfte und möchte an dieser Stelle Turkish Airlines, die das möglich machten, ein großes Dankeschön aussprechen. Hinzu kam WIFI an Bord und ein umfassendes Unterhaltungsprogramm, in das ich aber nur kurz einen groben Blick warf. Zu fasziniert war ich davon, über den Wolken ins Internet gehen zu können oder meinen Sitz in eine komplett waagerechte Position stellen zu können. Den Luxus wollte ich unbedingt nutzen, um endlich mal auf einem Flug vernünftig etwas Schlaf finden zu können. Doch irgendwie war ich zu begeistert über das Glück in der Business fliegen zu können und auch draußen gab es trotz Dunkelheit wieder Spannendes zu sehen. Natürlich zuerst die faszinierende Flughafenwelt im Licht der untergehenden Sonne auf dem Weg zur Startbahn und dann die faszinierenden Lichter der Metropole Istanbul. Über Turkmenistan sah ich einige Lichter von größeren Städten leuchten und beschloss, unbedingt bis zum Überflug von Kabul wach zu bleiben, da ich die Stadt von oben sehen wollte. Doch was soll ich sagen, der Flieger war einfach zu bequem und ich schlief ein. Wach wurde ich erst wieder, als über dem Norden von Indien ein heftiges Gewitter einsetzte, das mit einer gewaltigen Zahl von Blitzen faszinierte.

Passenden zum Sonnenuntergang stieg ich in den A330

Auf dem Weg zur Startbahn

Kurz vor dem Abflug

Lichtermeer am Bosporus

Beinfreiheit satt

So lässt es sich aushalten

Die Business Class ist sehr angenehm

Die Monitore sind schön groß

Das Unterhaltungsprogramm ist umfassend

Es gibt auch eine Fernbedienung

Das leckere Essen war ich inzwischen gewöhnt

Vorspeise

Hauptgang

Frühstück

Sonnenaufgang kurz vor der Landung

Kulturbeutel mit nütlzichen Dingen

Kulturbeutel mit nütlzichen Dingen

Den Rest des Fluges genoss ich noch den Service, um dann im frühen Morgendunst in Kathmandu zu landen. Wo ich überrascht war, dass es hier sehr ruhig und relativ angenehm war. Nur wenige Menschen und einige Affen waren im und um das Terminal unterwegs. Nach allem, was ich bisher über Nepal gelesen hatte, hätte ich etwas anderes erwartet. Doch dass dies sich bald ändern sollte und nur daran lag, dass es erst 6 Uhr war, sollte sich später noch zeigen. Wie sich das darstellte und was ich sonst noch so in Nepal erlebt habe, darüber werde ich in den nächsten Tagen hier im Blog berichten.

Erster Blick auf den Flughafen von Kathmandu

In Kathmandu gelandet

Angekommen

Einkaufstipp

Es gibt von dem A330 der Turkish Airlines, mit dem ich geflogen bin, ein schönes Modell im Maßstab 1:200. Dieses ist z.B. HIER zu bestellen.

 

Ich wurde unterstützt von Turkish Airlines

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7 Kommentare »

  1. Mel (worldwhisperer) 14. August 2015 at 08:15 - Reply

    Auf diesen einen Tag – einmal Business fliegen – warte ich auch noch. Aber wer weiß – irgendwann einmal.

    • Thomas Limberg 14. August 2015 at 08:38 - Reply

      Irgendwann kommt der Tag – da bin ich mir ganz sicher. Ich drücke Dir auf jeden Fall die Daumen.

  2. Dunja 27. August 2015 at 11:43 - Reply

    Hey Thomas, super Bericht und herzlichen Glückwunsch zum ersten Upgrade! :)

    • Thomas Limberg 27. August 2015 at 14:06 - Reply

      Hallo Dunja,
      dankeschön :-)
      Viele Grüße
      Thomas

  3. Herbert 28. August 2015 at 16:55 - Reply

    Hallo Thomas, wirklich ein toller Bericht; ich fliege seit ungefähr 15 Jahren mehr oder weniger regelmäßig mit Turkish Airlines und kann deine Beschreibung nach vollziehen und freue mich mit dir. Als reiner Urlaubsflieger versuche ich möglichst günstig ab europäischen Flüghäfen nach Südostasien in der Business-Class zu fliegen und ich bin jedes Mal aufs neue so begeistert wie du: Habe auch schon so vieleFotos vom Essen, dass ich damit Bücher gestalten könnte. Ich drücke dir die Daumen, dass es beim nächsten Mal wieder ein upgrade gibt.
    Liebe Grüße
    Herbert

    • Thomas Limberg 28. August 2015 at 18:10 - Reply

      Hallo Herbert,
      vielen Dank! Ich hätte im Vorfeld selbst nicht gedacht, dass mich Turkish Airlines so begeistern kann, aber die haben wirklich ein super Produkt. Da kann ich verstehen, dass du regelmäßig darauf setzt. Und was die Fotos vom Essen anbelangt, da hat sich bei mir inzwischen auch einiges angesammelt…
      Viele Grüße
      Thomas

  4. Massi 19. Mai 2016 at 11:43 - Reply

    Sehr schöner Bericht. Die CIP Istanbul Lounge ist auch defintiv einer der besten Business und Star Alliance Gold Lounges der Welt, ich verbringe da auch auch sehr gerne auch mal etwas länger Zeit. Die Torten werden übrigens jeden Tag vormittags aus Wien vom Kaffeehaus Demel eingelflogen …

    Ansonsten vielleicht noch ganz interessant, auch wer in Eco mit TK fliegt und einen sehr langen stop in IST einlegen muss, kann dort eine kostenlose Stadtrundfahrt mitmachen oder wenn es über Nacht ist, gibt es eine kostenlose Hotelübernachtung in der Nähe zum Airport. Einfach nach der Gepäckausgabe, in der Ankunftshalle recht raus, neben dem Starbucks melden.

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