Upgraded

Irgendwie hofft man ja immer, wenn man am Flughafen zum Check-in-Schalter geht, dass einem die Airline-Mitarbeiter erzählen, dass die Economy Class überbucht ist und man in der Business Class fliegen „muss“. Doch auch nach über 100 Flügen habe ich dieses Glück noch nie gehabt. Bis zu meiner Reise nach Nepal, von der ich gestern zurückgekehrt bin, und auf der ich zum ersten Mal überhaupt auf einem Langstreckenflug in den vorderen Reihen des Fliegers Platz nehmen durfte.

Am frühen Morgen war ich am Flughafen Köln/Bonn
Mit dieser 737-800 flog ich nach Istanbul

Extra früh war ich zum Flughafen Köln/Bonn gefahren, um möglichst früh für meinen Flug über Istanbul nach Kathmandu einchecken zu können. Schließlich wollte ich unbedingt einen Fensterplatz und um jeden Preis verhindern, nur noch einen Platz irgendwo ganz in der Mitte über den Tragflächen zu bekommen. Mit einem Fensterplatz klappte es tatsächlich. Platz 22A stand auf meiner Bordkarte. Gut gelaunt schlenderte ich zum Gate. Kurz vor Abflug wurde dann mein Name, verbunden mit der Bitte zum Schalter am Gate zu kommen, ausgerufen. Auch das war mir noch nie passiert. Ich ging hin, die Flughafenmitarbeiterin bat mich um meine Bordkarte und eröffnete mir, dass sich mein Sitzplatz leider geändert hat. Mit einem Kugelschreiber strich sie die 22A durch und änderte es ab in 2D. Ich grinste bis über beide Ohren – Reihe 2 bedeutete Business Class. Wenige Minuten vor Abflug ein Upgrade – wie genial war das denn?

Die komplette erste Reihe war frei

Entsprechend bequem war es in der 737-800 TC-JHF. Die Sitze unterschieden sich zwar nicht wesentlich von jenen in der „Holzklasse“ doch blieb hier jeweils der Mittelsitz frei und die Beinfreiheit war erheblich höher. Der einzige kleine Nachteil war, dass ich jetzt keinen Fensterplatz mehr hatte. Da aber die komplette erste Reihe frei war, wechselte ich auf Sitz 1F. Zur Begrüßung gab es einen fruchtigen Drink und die überaus zuvorkommende Crew sprach mich mit Namen an. Für den Flug bis Istanbul war ich jetzt „Mr. Tomas“. Mir wurde eine Menükarte überreicht, aus der ich wählen konnte, was ich essen und trinken wollte. Ich entschied mich für Garnelen mit Pilzen und Reis. Überaus lecker – auch wenn ich nach der Vorspeise schon fast satt gewesen wäre.

Bei der Menükarte fällt eine Entscheidung schwer
Schon von der Vorspeise hätte man satt werden können
Krabben als Hauptgericht

Auch der Blick aus dem Fenster war lohnenswert. Bei meinen letzten Flügen hatte ich immer schlechtes Wetter gehabt. Heute jedoch war zunächst keine Wolke am Himmel. Frankfurt und der Frankfurter Flughafen waren aus der Luft wunderschön zu sehen. Ebenso ein wenig später der Flughafen in München, an dem vorbei Kurs auf die Alpen genommen wurde. Der Chiemsee, Salzburg und die höchsten Gipfel Österreichs präsentierten sich vor dem Flugzeugfenster. Die Flugroute führte schließlich über den Süden Ungarns und über Belgrad hinweg einmal quer über Bulgarien. Nur vereinzelt waren Wolken zu sehen, wenngleich es zur Landung in Istanbul recht dunstig war.

Kurz nach dem Start – strahlend blauer Himmel
Downtown Frankfurt
Der Flughafen der Mainmetropole
Flughafen München
Blick über den Chiemsee
Blick über das Salzburger Land in Richtung Zentralalpen
Obertrumer-, Graben und Mattsee sowie der Wallersee mit Salzburg im Hintergrund
Der Attersee in Oberösterreich
Gmunden am Traunsee
Irgendwo über Bulgarien
Bulgarien von oben
Die Küste der Türkei kurz vor Istanbul
Rund um Istanbul wimmelt es nur so von Schiffen
Ein Schiff vom Flugzeug aus gesehen

Mir war das völlig egal, ich habe den Service und die ansonsten gute Sicht mehr als genossen. Das Beste jedoch war, dass das Business-Class-Ticket in Istanbul zum Besuch der Turkish Airlines CIP Lounge berechtigt. Diese wollte ich eigentlich schon lange einmal gesehen haben, soll sie doch angeblich zu den 10 besten Flughafen-Lounges der Welt gehören. Da mir bis zu meinem Weiterflug nach Kathmandu noch über fünf Stunden blieben, hatte ich ausreichend Möglichkeit die Lounge unter die Lupe zu nehmen. Erst war ich etwas enttäuscht, da im oberen Bereich alles etwas mit Passagieren überfüllt und hektisch erschien, doch die untere Etage der Lounge war wirklich Weltklasse. Hier war es nicht so überlaufen und wirklich alles, was man sich für einen längeren Flughafenaufenthalt wünscht, wurde angeboten. Ob Dusche, die Möglichkeit eines kurzen Schläfchens in einem Bett oder eine Partie Billarde – hier war einfach alles möglich. Ich überlegte kurz, ob ich mich vielleicht am Golfsimulator oder der Carrerabahn versuchen sollte, entschied mich dann aber doch dagegen. Obwohl ich eigentlich pappsatt war, konnte ich bei den in gigantischer Auswahl angebotenen Leckereien nicht Nein sagen. Bei den angebotenen Süßspeisen und Getränken verging die Zeit bis zum Weiterflug wie im Flug.

Futuristisch wirkt die Lounge in Istanbul
Wie wäre es mit einem kleinen Rennen?
Oder doch lieber eine Partie Golf?
Fernseher gab es reichlich
Die obere Etage wirkte etwas überlaufen
Sitzgelegenheiten waren überall vorhanden
Sogar Schließfächer gab es
In der Lounge kann man Billarde spielen
Auch einen Film im „Kino“ zu schauen, ist möglich
Wer nicht über ein eigenes Gerät ins Netzt geht, bekommt hier iMacs
Zu tief ins Glas schauen sollte man vor dem Weiterflug lieber nicht
Obst wird ständig frisch geliefert
Besonders die Süßspeisen haben es mir in der Türkei angetan
Die Getränkeauswahl war groß
Leider konnte ich irgendwann nicht mehr essen
Nur noch ein paar Kleinigkeiten

So schön die Lounge auch war, als ich dann weiter zum Gate musste, war es mit der Gemütlichkeit vorerst vorbei. Der Istanbuler Flughafen ist laut, chaotisch und recht überfüllt. Die Wege sind lang und um zum Abfluggate zu kommen, musste ich einmal quer durchs Terminal. Passend zum Weiterflug war ich völlig durchgeschwitzt. Doch die Entschädigung folgte auf den Fuß. Ich flog erneut in der Business Class – und dieser Flug übetraf alles, was ich bisher an besonderen Flugerlebnissen hatte. Er müsste eigentlich unbedingt mit in die Liste meiner besonderen Flüge, über die ich ja HIER bereits berichtet habe, aufgenommen werden.

Am Abfluggate war es ziemlich voll

Der A330-300 wirkte von innen fast unwirklich. Das Platzangebot war satt und die Sitze futuristisch. Der Sitz ließ sich in alle erdenklichen Positionen, bis hin zur kompletten Liegefläche verwandeln. Jeder Passagier bekam einen kleinen Kulturbeutel mit allerhand nützlichen Dingen. Der Monitor an jedem Platz, auf dem sich auch der Flug über zwei Außenkameras verfolgen ließ, war größer als mein Fernseher zu Studentenzeiten und aus Öffnungen an der Decke strömte vor dem Abflug ein leichter feuchter Nebel, um die trockene Luft zu befeuchten. Hinzu kam der bereits vom ersten Flug gewohnte perfekte und freundliche Service mit einem wunderbaren Essen und einem großen Getränkeangebot. Ich war mehr als dankbar, dass ich das erleben durfte und möchte an dieser Stelle Turkish Airlines, die das möglich machten, ein großes Dankeschön aussprechen. Hinzu kam WIFI an Bord und ein umfassendes Unterhaltungsprogramm, in das ich aber nur kurz einen groben Blick warf. Zu fasziniert war ich davon, über den Wolken ins Internet gehen zu können oder meinen Sitz in eine komplett waagerechte Position stellen zu können. Den Luxus wollte ich unbedingt nutzen, um endlich mal auf einem Flug vernünftig etwas Schlaf finden zu können. Doch irgendwie war ich zu begeistert über das Glück in der Business fliegen zu können und auch draußen gab es trotz Dunkelheit wieder Spannendes zu sehen. Natürlich zuerst die faszinierende Flughafenwelt im Licht der untergehenden Sonne auf dem Weg zur Startbahn und dann die faszinierenden Lichter der Metropole Istanbul. Über Turkmenistan sah ich einige Lichter von größeren Städten leuchten und beschloss, unbedingt bis zum Überflug von Kabul wach zu bleiben, da ich die Stadt von oben sehen wollte. Doch was soll ich sagen, der Flieger war einfach zu bequem und ich schlief ein. Wach wurde ich erst wieder, als über dem Norden von Indien ein heftiges Gewitter einsetzte, das mit einer gewaltigen Zahl von Blitzen faszinierte.

Passenden zum Sonnenuntergang stieg ich in den A330
Auf dem Weg zur Startbahn
Kurz vor dem Abflug
Lichtermeer am Bosporus
Beinfreiheit satt
So lässt es sich aushalten
Die Business Class ist sehr angenehm
Die Monitore sind schön groß
Das Unterhaltungsprogramm ist umfassend
Es gibt auch eine Fernbedienung
Das leckere Essen war ich inzwischen gewöhnt
Vorspeise
Hauptgang
Frühstück
Sonnenaufgang kurz vor der Landung
Kulturbeutel mit nütlzichen Dingen
Kulturbeutel mit nütlzichen Dingen

Den Rest des Fluges genoss ich noch den Service, um dann im frühen Morgendunst in Kathmandu zu landen. Wo ich überrascht war, dass es hier sehr ruhig und relativ angenehm war. Nur wenige Menschen und einige Affen waren im und um das Terminal unterwegs. Nach allem, was ich bisher über Nepal gelesen hatte, hätte ich etwas anderes erwartet. Doch dass dies sich bald ändern sollte und nur daran lag, dass es erst 6 Uhr war, sollte sich später noch zeigen. Wie sich das darstellte und was ich sonst noch so in Nepal erlebt habe, darüber werde ich in den nächsten Tagen hier im Blog berichten.

Erster Blick auf den Flughafen von Kathmandu
In Kathmandu gelandet
Angekommen

Einkaufstipp

Es gibt von dem A330 der Turkish Airlines, mit dem ich geflogen bin, ein schönes Modell im Maßstab 1:200. Dieses ist z.B. HIER* zu bestellen.

 

Ich wurde unterstützt von Turkish Airlines

Thomas Limberg

Ob Nordpol, Himalaya oder der Zoo um die Ecke. Immer wenn ich unterwegs sein und Neues entdecken kann, bin ich am glücklichsten. In diesem Blog nehme ich Dich seit 2010 mit auf meine Städtereisen, Roadtrips, Wander-Abenteuer und zu vielem mehr.

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