Bären im Teutoburger Wald ausgewildert

Über Bären habe ich ja hier immer wieder berichtet. Ob Grizzlys und Schwarzbären in Alaska und im Yukon oder Eisbären an der Hudson Bay – ich war jedes Mal extrem fasziniert, wenn ich auf diese imposanten Tiere gestoßen bin. Zum Glück braucht man jetzt nicht mehr so weit zu reisen um sie zu sehen. In den Osnabrücker Nachrichten ist heute der nachfolgende Artikel von mir über ein Auswilderungsprojekt mit Bären im Teutoburger Wald erschienen: 

Per Betäubungspfeil wurde die Schwarzbärin Hatatitla kürzlich in Alaska gefangen. In der kommenden Woche soll sie im Teutoburger Wald ausgewildert werden.
Per Betäubungspfeil wurde die Schwarzbärin Hatatitla kürzlich in Alaska gefangen. In der kommenden Woche soll sie im Teutoburger Wald ausgewildert werden.

Früher waren Braunbären in ganz Europa flächendeckend verbreitet. In Deutschland wurde bereits 1835 das letzte Tier bei Ruhpolding erlegt. Fast 170 Jahre wurde danach kein Bär mehr in Deutschland gesichtet – bis 2006 „Bruno“ in den Alpen auftauchte. Der sogenannte Problembär stammte aus einem Auswilderungsprojekt in Österreich, das jetzt auch bei uns Anwendung finden soll.

Nachdem auch in Österreich die Bären lange ausgestorben waren, wurde dort 1989 ein weiblicher Braunbär ausgesetzt. An der Grenze zu Kroatien, wo noch immer Bären leben, brachte es 1991 drei Jungtiere zur Welt.Mit der Aussetzung zweier weiterer Tiere in den Jahren 1992 und 1993 wurde das Wiederansiedlungsprojekt fortgesetzt. Seit 1998 werden in Österreich jedes Jahr Jungtiere gesichtet. Inzwischen hat sich bei unseren südlichen Nachbarn eine kleine Population von 20 bis 30 Tieren entwickelt.

Trotz anfänglicher Proteste gegen die Wiederansiedlung werden die Bären heute vom Großteil der Bevölkerung akzeptiert. Befürchtete Schäden wie Risse von Nutztieren blieben weitestgehend aus.

Der Erfolg in Österreich hat gezeigt, dass Bären auch in Europa leben können. Der WWF hat deshalb in den vergangenen Jahren ein Konzept entwickelt, um mehr Lebensräume für die zotteligen Gesellen zu finden. Als ideal stellte sich dabei der Teutoburger Wald heraus. Durch seine Länge von über 100 Kilometern und der dünnen Besiedlung finden Bären hier optimale Lebensbedingungen. Nicht nur Ems, Lippe und Hase fließen durch den Teutoburger Wald, auch zahlreiche kleinere Flüsse und Bäche entspringen hier. Alle sind fischreich und sorgen so für einen gedeckten Bären-Tisch.

Dass der Teutoburger Wald fast komplett zwei benachbarten Naturparks angehört und dass momentan Bestrebungen laufen einen Nationalpark einzurichten, dürfte nach Ansicht der WWF-Experten die Erfolgsaussichten für eine Wiederansiedlung von Bären erhöhen.

Vor zwei Wochen wurden deshalb erstmals Bären bei Bad Iburg ausgesetzt. Es handelt sich dabei um eine Braunbärin mit zwei Jungtieren, die zuvor in Alaska gefangen wurden. Das Muttertier trägt ein Senderhalsband, mit dem sich jederzeit ihre aktuelle Position per GPS verfolgen lässt. „Offenbar haben die Bären den Umzug gut überstanden“, berichtet ein WWF-Sprecher. Nach der Auswilderung bei Bad Iburg hat die Mutter mit ihren beiden Jungen inzwischen den Weg über Hilter nach Borgholzhausen angetreten.

In der kommenden Woche soll die erste Auswilderungswelle mit der Freilassung von zwei Schwarzbären abgeschlossen werden. Diese wurden nach dem Fang in Alaska bereits nach Osnabrück gebracht. Derzeit erholen sie sich im Zoo von der langen Reise und werden dort medizinisch betreut. Sobald ihr Gesundheitszustand wieder so stabil ist, dass sie alleine für Nahrung sorgen können, werden auch sie freigelassen. Dies könnte schon am Dienstag oder Mittwoch soweit sein, dann soll sich bei Lienen für sie das Tor zu ihrer neuen Heimat öffnen.

Angst vor den Bären braucht laut WWF übrigens niemand zu haben. Sie seien von Natur aus eher scheu und zurückhaltend. Wenn sie uns wittern, ergreifen sie in der Regel die Flucht. Nur wenn sie von uns überrascht werden, können sie zum Angriff übergehen. Der WWF empfiehlt deshalb: „Im Wald am besten durch Rufe auf sich aufmerksam machen oder ein Glöckchen am Schuhband tragen“. So sei sichergestellt, dass die Bären Spaziergänger frühzeitig bemerken.

Übrigens, die ON hat eine Patenschaft für je einen Braun- und einen Schwarzbären übernommen. Die 4-jährige Schwarzbärin wurde bereits auf den Namen Hatatitla getauft. Der indianische Name bedeutet übersetzt so viel wie „Wind“.

Für die junge Braunbärmutter suchen wir noch nach einem Namen. Der beste Vorschlag, der uns dazu per E-Mail an redaktion@osnabruecker-nachrichten.de erreicht, wird der zukünftige Name der Bärin. Der Einsender des Vorschlags gewinnt zugleich einen halbtägigen Helikopterflug. Auf diesem Flug wird der Bär mittels GPS aufgespürt und aus der Luft perfekt zu beobachten sein.

Auch wenn Bären eher scheu sind, haben wir gute Chancen, sie in der Region zu beobachten. Hier eines der Jungtiere auf einem Feldweg bei Georgsmarienhütte.
Auch wenn Bären eher scheu sind, haben wir gute Chancen, sie in der Region zu beobachten. Hier eines der Jungtiere auf einem Feldweg bei Georgsmarienhütte.

 

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