Fast der halbe Weg zum Mond

Thomas Limberg 12. Mai 2013 4

237 Stunden und 58 Minuten habe ich bereits an Bord von Linienflugzeugen verbracht. Umgerechnet sind dies fast 10 Tage. Insgesamt wurden dabei 155871 Kilometer zurückgelegt, was der 0,4-fachen Entfernung von der Erde zum Mond entspricht. Hinzu kommen unzählige Flüge in Hubschraubern oder kleinen Chartermaschinen. Dabei ist mein erster Flug noch gar nicht so lange her. Im September 2002 hob ich erstmals ab. Mit der LTU ging es damals von Düsseldorf nach Sizilien. Bis heute folgten danach 93 weitere Flüge. Im nächsten Monat werde ich dann meinen 100. Linienflug verzeichnen können.  Ein kleines Jubiläum, das mich hier dazu veranlasst, auf meine vergangenen Flüge zu schauen.

Wie bereits erwähnt, führte mich mein erster Flug nach Sizilien. Damals war ich reichlich nervös, als der Airbus A320 über die Startbahn donnerte. Die Nervosität war schnell weg, die Faszination für das Fliegen aber war geboren.

Mein erster Flug erfolgte von Düsseldorf nach Catania

Mein erster Flug erfolgte von Düsseldorf nach Catania

So nutzte ich noch im gleichen Jahr jede Preisaktion der Billigflieger, die damals noch wirklich billig waren, um in die Luft zu gehen. Glasgow, Bergamo, Oslo und Berlin wurden angesteuert.

Mit Ryanair flog ich anfangs sehr oft - hier nach Glasgow.

Mit Ryanair flog ich anfangs sehr oft – hier nach Glasgow.

Auch nach Oslo ging es mit Ryanair.

Auch nach Oslo ging es mit Ryanair.

Auch im folgenden Jahr wurde ständig nach günstigen Tickets gesucht. Gefunden habe ich welche für Mallorca, Rom, Prag, Budapest und Barcelona. Das Ziel war mir damals relativ egal. Mir ging es nur darum, möglichst oft und möglichst günstig zu fliegen. Ich flog in diesem Jahr auch ein zweites Mal nach Bergamo. Ich erinnere mich noch heute gut an diesen Flug. Bei allen folgenden Alpenüberflügen habe ich nie wieder ein so klares Winterwetter mit einem atemberaubenden Fernblick über die hohen Gipfel der Berge erlebt, wie damals. Zudem war dieser Bergamo-Flug mit Ryanair mein wohl günstigster Flug aller Zeiten. Nur 50 Cent habe ich für ihn bezahlt. Dank Luftverkehrssteuer, wird es Tickets zu solchen Konditionen künftig wohl nie wieder geben.

Einer meiner schönsten Alpenüberflüge.

Einer meiner schönsten Alpenüberflüge.

Ein weiteres Highlight in diesem Jahr war der Flug in der historischen JU52 der Lufthansa. Allein das Dröhnen der Motoren, die großen Fenster und die niedrige Flughöhe machten diesen Flug von Bremen nach Münster/Osnabrück zu etwas ganz Besonderem.

Unvergleichlich war der Flug in der JU52.

Unvergleichlich war der Flug in der JU52.

Im Jahre 2004 konnte ich Amsterdam, Belfast, Paris und erneut Rom sowie Budapest meiner Flugstatistik hinzufügen.

Bei der Landung in Rom saß ich im Cockpit.

Bei der Landung in Rom saß ich im Cockpit.

Auf dem Flug von Belfast nach Amsterdam gab es das Stadion in Amsterdam von oben zu sehen.

Auf dem Flug von Belfast nach Amsterdam gab es das Stadion in Amsterdam von oben zu sehen.

2005 schaffte ich leider nur einen Flug von Münster/Osnabrück nach Frankfurt und zurück. Dafür konnte ich dort den Flughafen besichtigen.

Die Halle der Lufthansa Technik auf dem Frankfurter Flughafen.

Die Halle der Lufthansa Technik auf dem Frankfurter Flughafen.

2006 standen Venedig, Mailand und London auf dem Programm. Erstmals auf einen anderen Kontinent ging es dann im Jahre 2008. Von Frankfurt startete ich nach Ägypten. Kairo war dort das erste Ziel, bevor ein angenehm leerer Flug aus der ägyptischen Hauptstadt nach Hurghada folgte.  Eines der spannendsten Jahre, war das Jahr 2009. Insgesamt 15 Linienflüge standen damals für mich auf dem Programm. Im Februar ging es relativ unspektakulär mit einem erneuten Besuch auf Mallorca los, bevor eines meiner bisherigen Highlights folgte: ein Rundflug über dem Nordpol. Von Düsseldorf startete ich zu dem mit 10500 km und einer Flugzeit von 11.17 Stunden bisher längsten Flug. Langeweile kam keine auf – ganz im Gegenteil! Die Aussicht auf den Pol und die faszinierenden Landschaften Norwegens, Spitzbergens und Grönlands, hätte ich noch viel länger verkraften können.

Am 1. Mai 2009 kreiste ich über dem Nordpol.

Am 1. Mai 2009 kreiste ich über dem Nordpol.

Der Ausblick auf das Eis war einfach großartig.

Der Ausblick auf das Eis war einfach großartig.

Irgendwo über Grönland erfolgte ein kurzer Besuch im Cockpit.

Irgendwo über Grönland erfolgte ein kurzer Besuch im Cockpit.

Wenige Tage später brach ich erneut in Richtung Norden auf. Diesmal allerdings mit einem Tagesausflug ins schwedische Jönköping deutlich kürzer.

Niedlich und familiär - der Flughafen von Jönköping.

Niedlich und familiär – der Flughafen von Jönköping.

Im August folgte dann eine absolute Traumtour. Von Frankfurt brach ich nach Kanada auf. Neben der ersten Station Whitehorse, waren die weiteren Ziele Inuvik, Tuktoyaktuk und das im benachbarten Alaska gelegene Anchorage. Vor allem an den Flug von Whitehorse nach Inuvik erinnere ich mich besonders gern. Auf dieser Strecke wurde eine betagte HS748 eingesetzt, die sonst fast nirgendwo auf der Welt mehr im Einsatz ist. Das Flugerlebnis in diesem Oldtimer war ein ganz besonderes – auch wenn der Landevorgang wegen dichtem Nebel am Zielort zunächst abgebrochen werden musste und nach dem Durchstarten erst im zweiten Anlauf klappte.

Über Grönland führte der Weg nach Kanada.

Über Grönland führte der Weg nach Kanada.

Im kanadischen Yukon konnte ich mit einer HS748 fliegen.

Im kanadischen Yukon konnte ich mit einer HS748 fliegen.

Irgendwo über der Tundra.

Irgendwo über der Tundra.

Die Landebahn von Tuktoyaktuk links oberhalb der letzten Häuser.

Die Landebahn von Tuktoyaktuk links oberhalb der letzten Häuser.

Neben den Linienflügen war ich auch oft mit kleinen Chartermaschinen unterwegs. Hier im Yukon.

Neben den Linienflügen war ich auch oft mit kleinen Chartermaschinen unterwegs. Hier im Yukon.

Oder aber auch mit Hubschraubern.

Oder aber auch mit Hubschraubern.

Kurz nach dem Start in Anchorage.

Kurz nach dem Start in Anchorage.

Landeanflug auf Frankfurt.

Landeanflug auf Frankfurt.

Mein Sitzfleisch wurde, damals auf eine harte Probe gestellt, da noch im gleichen Jahr und nach einem kurzen London-Abstecher ein weiterer Langstreckenflug folgte.

2009 flog ich erneut mit Ryanair nach London.

2009 flog ich erneut mit Ryanair nach London.

Über Bahrain flog ich nach Manila.

A340 der Gulf Air kurz vor dem Abheben in Frankfurt nach Bahrain und Manila.

A340 der Gulf Air kurz vor dem Abheben in Frankfurt nach Bahrain und Manila.

2010 wurde es dann wieder etwas ruhiger. Nur Gran Canaria, München, Rom und Frankfurt standen auf dem Programm.

Von der Besucherterrasse auf Gran Canaria bietet sich ein perfekter Blick.

Von der Besucherterrasse auf Gran Canaria bietet sich ein perfekter Blick.

Mit Air Dolomiti von München nach Rom.

Mit Air Dolomiti von München nach Rom.

Mit insgesamt 17 Flügen wurde der Terminkalender 2011 dann wieder deutlich enger. Den Anfang machte ein Flug mit der Jetisfaction, die ihre neue Route von Münster/Osnabrück nach Zürich vorstellen wollte. Die Fluggesellschaft entwickelte sich jedoch zur Lachnummer und war wenig später pleite. Mir machte der Flug in der laut brummenden Saab 340 trotzdem Spaß.

Eng, aber mit Spaß verbunden - Fliegen in einer Saab 340.

Eng, aber mit Spaß verbunden – Fliegen in einer Saab 340.

Blick von der Besucherterrasse in Zürich auf einen A380 von Singapore Airlines.

Blick von der Besucherterrasse in Zürich auf einen A380 von Singapore Airlines.

Ebenso der danach folgende Rundflug über Hamburg und Sylt. Zum ersten und bisher leider auch einzigen Mal konnte ich dabei in einem Airbus A380 fliegen, der zum Flughafengeburtstag in Hamburg für diesen Rundflug eingesetzt wurde.

Von Hamburg hob ich zum bisher einzigen Mal mit einem A380 ab.

Von Hamburg hob ich zum bisher einzigen Mal mit einem A380 ab.

Besonders die Außenkameras eignen sich sehr gut zum Zeitvertreib.

Besonders die Außenkameras eignen sich sehr gut zum Zeitvertreib.

Vier Tage später unternahm ich einen Tagesausflug mit der OLT von Bremen nach Heringsdorf auf Usedom und konnte mich dabei schon auf die nächsten Flüge freuen.

Mit OLT auf Usedom.

Mit OLT auf Usedom.

Eine Woche später sollte es erneut nach Kanada gehen. Diesmal zum Beobachten von Eisbären. Das dafür nötige Flugprogramm war mit Münster/Osnabrück-München-Chicago-Winnipeg-Churchill-Winnipeg-Denver-Frankfurt-Münster/Osnabrück, ganz nach meinem Geschmack. Wenngleich ich gerne auf den Flug nach Denver verzichtet hätte. Schreiende Menschen in Todesangst beim Landeanflug unter heftigem Seitenwind, der dann abgebrochen werden muss, braucht wirklich niemand in einem Flugzeug.

Erneut ein Flug über Grönland.

Erneut ein Flug über Grönland.

Mit Calm Air ging es in die Eisbärenhauptstadt Churchill.

Mit Calm Air ging es in die Eisbärenhauptstadt Churchill.

Mit diesem Flugzeug in Churchill bin ich übrigens nicht geflogen.

Mit diesem Flugzeug in Churchill bin ich übrigens nicht geflogen.

Sehr modern zeigt sich der Flughafen Winnipeg.

Sehr modern zeigt sich der Flughafen Winnipeg.

Von Denver nach Frankfurt brachte mich eine B747.

Von Denver nach Frankfurt brachte mich eine B747.

Wieder in Deutschland flog ich zum Jahresabschluss noch einmal nach Tegel, wo ich die Gelegenheit nutzen wollte, ein letztes Mal dort zu landen. Was ich damals noch nicht wissen konnte war, dass sich die Möglichkeit dafür wahrscheinlich auch noch in einigen Jahren bieten wird. Helsinki war kurz vor Weihnachten das letzte Ziel für 2011.

Mit dem Air Berlin Weihnachtsflieger ging es nach Helsinki.

Mit dem Air Berlin Weihnachtsflieger ging es nach Helsinki.

Auch der Weihnachtsmann war in der Luft.

Auch der Weihnachtsmann war in der Luft.

Bei der Landung in Berlin war ich im Cockpit mit dabei.

Bei der Landung in Berlin war ich im Cockpit mit dabei.

2012 folgten erneut 15 Flüge. Zunächst in die Türkei nach Antalya und von dort ein Abstecher in einem Airbus A330 nach Istanbul. Der Rückflug mit SunExpress wurde ohne ersichtlichen Grund verschoben und mit einer stürmischen Zwischenlandung in Salzburg versehen.

Im A330 auf der Kurzstrecke von Antalya nach Istanbul.

Im A330 auf der Kurzstrecke von Antalya nach Istanbul.

Das Flugzeug der Atlas Jet trug noch die Bemalung seines vorherigen Besitzers.

Das Flugzeug der Atlas Jet trug noch die Bemalung seines vorherigen Besitzers.

Danach folgte ein erneuter Besuch in Tegel, bevor ich auch in diesem Jahr nach Kanada entschwand. Frankfurt-Ottawa-Edmonton-Fort Smith-Yellowknife-Calgary-Frankfurt-Münster/Osnabrück lautete die folgende Route. Da ich dort mit dem Kanu in die Wildnis wollte, folgten spektakuläre Flüge in Wasserflugzeugen, über die ich in meinem Buch “Thelon River – Mit dem Kanu durch die Wildnis Kanadas” berichtet habe.

Auf Langstreckenflügen sind USB-Buchsen, wie hier bei United Airlines nach Chicago, besonders praktisch.

Auf Langstreckenflügen sind USB-Buchsen, wie hier bei Air Canada nach Ottawa, besonders praktisch.

Wenig los war auf dem Flug nach Yellowknife.

Wenig los war auf dem Flug nach Yellowknife.

Richtig klein - der Flughafen von Fort Smith.

Richtig klein – der Flughafen von Fort Smith.

Nach Kanada folgten zwei Rundflüge in Münster/Osnabrück. Zunächst einer in einer DC-3, der mich sehr an die Flüge in der JU52 oder der HS748 erinnerte, dann einer mit der OLT, die sich als neue Airline am FMO präsentierte.

Ein Flug mit einer DC3 ist sehr zu empfehlen.

Ein Flug mit einer DC3 ist sehr zu empfehlen.

Mit der OLT unternahm ich einen Rundflug am Flughafen Münster/Osnabrück.

Mit der OLT unternahm ich einen Rundflug am Flughafen Münster/Osnabrück.

Mit der OLT flog ich wenig später auch nach Wien, was mein bis heute letztes Flugziel war. Doch, wie bereits zu Beginn erwähnt, werde ich in kürze wieder abheben und meine Flüge Nr. 95-101 in Angriff nehmen. Wohin es geht, wird noch nicht verraten. Fest steht aber, nach der Rückkehr werde ich voraussichtlich 36 Stunden mehr in der Luft verbracht haben und 27000 Kilometer weiter geflogen sein.

Übrigens ging bei all meinen Flügen – abgesehen von den beschriebenen Kleinigkeiten – immer alles glatt. Nur einmal fiel ein Flug ins Wasser. Am Morgen des geplanten Abfluges auf die Seychellen musste ich meine Koffer wieder auspacken.  Damals, im April 2010, brach auf Island ein Vulkan aus, der den Flugverkehr in ganz Europa lahm legte.

Wer sich für weitere Geschichten rund ums Fliegen interessiert, sollte einen Blick auf http://www.jo-igele.de/blogparade-geschichten-rund-ums-fliegen/ werfen. Dort wird momentan für Berichte von Flugreisen ein Fluggutschein mit der Condor verlost.

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4 Kommentare »

  1. Vanessa 9. Juni 2013 at 17:17 - Reply

    Wirklich toll geschriebener Bericht und gute Zusammenfassung. Für mich war besonders interessant, dass obwohl ich auch weit über 100 Flüge bereits gemacht habe, ich viele von deinen Zielen noch nicht gemacht habe – aber es mal plane (z.B. Winnipeg, Anchorage, etc.)

    Dir weiterhin gute und sichere Flüge und alles Gute aus München
    Vanessa

    • limberg 10. Juni 2013 at 16:38 - Reply

      Danke für Deinen Kommentar und liebe Grüße!
      Thomas

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