Mein neues Spielzeug

Jetzt habe ich es doch getan. Ich habe mir ein neues Spielzeug zugelegt. Ein aufblasbares Kanu. Schon lange hatte ich mit dem Gedanken gespielt, mir ein Kajak zu kaufen, es dann aber immer wieder verworfen. Für mich gab es einfach zu viele Punkte, die dagegen sprachen. Zum einen war da die Transportfrage. Ich habe weder ein großes Auto, mit dem ich ein Kanu hätte transportieren können, noch jemanden, der Lust hätte mich immer zu Touren zu fahren und anschließend wieder nach Hause zu bringen. Klassische Boote schieden somit eigentlich aus. Somit blieben nur Faltboote und aufblasbare Kanus. Letztere stellen vor allem wohl die Firmen Gumotex und Grabner in einer Qualität her, mit der sich etwas anfangen lässt. Leider hat diese Qualität auch ihren Preis und ich zweifelte, ob ich 600-1000 Euro ausgeben sollte. Was wenn, ich nach 2-3 Fahrten die Lust am Kanufahren verloren hätte? Dann wäre dies eine teure Investition gewesen. Billige Alternativen gab es zwar, aber die Boote vom Discounter oder aus dem Baumarkt machten mir alle einen sehr minderwertigen Eindruck. Dann stieß ich irgendwann auf das „Intex Challenger K1“*, das sich HIER* bei Amazon für unter 80 Euro bestellen lässt. Mir schien dies eine gute Alternative zu den teuren Booten, um zunächst zu testen, ob ich am Paddeln mit einem aufblasbaren Kanu überhaupt Spaß haben kann. Nachdem ich mir einige Videos mit dem Challenger bei YouTube angeschaut hatte, war ich überzeugt, dass das Kanu auch etwas mehr war als nur ein Spaßboot für den sommerlichen Ausflug auf dem Badesee. Ich beschloss mir eines zu bestellen und musste es auch gleich testen.

Das Kanu lässt sich relativ klein verpacken
Das Kanu lässt sich relativ klein verpacken
Alles, was man zum Paddeln braucht, ist dabei
Alles, was man zum Paddeln braucht, ist dabei
Aufgepumpt macht das Kanu einen stabilen Einruck
Aufgepumpt macht das Kanu einen stabilen Einruck

In meinem Heimatort Osnabrück fließt das kleine Flüsschen Hase, das irgendwann in die Ems und schließlich in die Nordsee mündet. Die ganze Strecke wollte ich nicht gleich zu Beginn fahren – wobei das für später vielleicht mal eine gute Idee wäre. Stattdessen suchte ich mir ein ruhiges Plätzchen und testete dort das neue Kanu. Die erste positive Überraschung war, die erstaunlich kleine Tasche, in der alles, was man benötigt mitgeliefert wurde. Paddel waren darin ebenso vorhanden, wie ein Blasebalg, um das Kanu mit Luft zu befüllen. Der eigentliche Aufbau geht auch sehr schnell von der Hand und ist völlig selbsterklärend. Zwei Luftkammern – eine für den Boden und eine für alles darüber – sind im Kanu vorhanden. Dazu kommen ein separater Auftriebskörper und der ebenfalls aufblasbare Sitz. Letzterer wird mittels Gurten an seinem Platz gehalten und ist tatsächlich erstaunlich bequem.

Ein Blick ins Cockpit
Ein Blick ins Cockpit
Nur für die Füße ist es etwas eng
Nur für die Füße ist es etwas eng

Die nächste Überraschung folgte beim „Stapellauf“. Das Kanu hat doch ein recht ansprechendes Gewicht. Nicht zu schwer, aber es bekommt allein dadurch einen stabilen Eindruck. Dies bestätigt sich auch, wenn man ins Kanu einsteigt und feststellt, dass es recht stabil im Wasser liegt. Man hat schnell ein sicheres Gefühl und muss keine Angst haben jeden Moment unfreiwillig im Wasser zu landen. Man kommt sogar  relativ gut voran – wenngleich natürlich ein echtes Kajak etwas anderes ist. Nur mit der Spurtreue hat es etwas Probleme. Paddelt man nicht sehr konzentriert und gleichmäßig, neigt das Kanu sehr stark dazu die Nase zu drehen. Dies mag aber auch daran liegen, dass ich die mitgelieferte Finne für den ersten Test noch nicht montiert habe.

Paddeln mit dem Kanu macht richtig Spaß
Paddeln mit dem Kanu macht richtig Spaß
Das Kanu liegt erstaunlich stabil im Wasser
Das Kanu liegt erstaunlich stabil im Wasser
Ich freue mich schon auf weitere Touren
Ich freue mich schon auf weitere Touren

Positiv zu erwähnen ist auf jeden Fall auch der ausreichende Stauraum. Der Sitz ist herausnehmbar. Hinter ihm ist genügend Platz um alles Nötige für eine Tagestour im Boot verstauen zu können. Auch unter dem Netz auf dem Bug lässt sich einiges an Gepäck unterbringen. Kritikpunkt am eigentlich fast kompletten Paket ist lediglich eine fehlende Leine. Ich habe sofort eine nachgerüstet um das Kanu auch mal festmachen zu können.

Erste Testfahrt erfolgreich bestanden
Erste Testfahrt erfolgreich bestanden
Aufgepumpt passt das Kanu allerdings nicht in ein durchschnittliches Auto
Aufgepumpt passt das Kanu allerdings nicht in ein durchschnittliches Auto

Nach der ersten Testfahrt bin ich dennoch völlig begeistert von dem Kanu. Ich hätte nicht gedacht, dass für den verhältnismäßig günstigen Preis so viel mit dem Kanu machbar ist. Es entspricht eigentlich genau dem, was ich mir vorgestellt habe und dürfte für meine gewünschten Einsatzzwecke bestens geeignet sein. Ich will damit keine reißenden Flüsse befahren und auch keine riesigen Seen überqueren. Ich will damit hauptsächlich überall dort, wo mich meine Reisen hinführen kurze Touren unternehmen. Ich will damit Städte vom Wasser aus erkunden oder mal mitten im Nirgendwo etwas paddeln können. Wenn sich dann dabei herausstellt, dass ich ein solches Kanu häufig nutze und dauerhaft Spaß daran habe, kann ich immer noch über ein Grabner- oder Gumotex-Boot nachdenken. Dank der Möglichkeit das Kanu leicht auch mal in der Bahn oder im Flugzeug transportieren zu können, dürften verschiedene Reisen auf jeden Fall problemlos möglich sein.

Auch auf dem Mittellandkanal machte der Challenger einen guten Eindruck
Auch auf dem Mittellandkanal machte der Challenger einen guten Eindruck
Es macht Spaß mit dem Kanu zu fahren
Es macht Spaß mit dem Kanu zu fahren
Auch die Zaungäste schauen interessiert
Auch die Zaungäste schauen interessiert

Eine zweite Testfahrt habe ich übrigens auf dem Mittellandkanal unternommen. Auch hier bestätigte sich der gute erste Eindruck des Kajaks. Nur die Bugwellen der vorbeifahrenden Schiffe haben dem Kajak nicht ganz so gut gefallen. Wenn man in diese nicht exakt gerade hineinfährt, neigt das Kajak sofort dazu zu drehen. Dies ist jedoch zu verkraften, da die Seitenstabilität trotzdem gegeben ist und ich auch hier nie das Gefühl hatte, dass das Boot kippelig wird. Ich bin relativ gemütlich gepaddelt, habe mich zwischendurch mal treiben lassen, und für die knapp 2,5 Kilometer lange Teststrecke schließlich nicht ganz eine Stunde gebraucht. Sicher wäre es mit einem klassischen Kanu schneller gegangen, aber für den Preis, bin ich mehr als zufrieden. Die entscheidende Frage wird jetzt sein: Wie lange hält dieses Boot? Geht es vielleicht nach mehren Fahren irgendwann kaputt, bekommt es schnell einen Riss, wenn ich mal zu stark auf das Ufer fahre? Wenn es halbwegs lange hält, hat es sich auf jeden Fall bezahlt gemacht.

Übrigens, wer bewegte Bilder von meiner ersten Testfahrt sehen möchte, der sollte sich dieses Video anschauen:

Sobald ich jetzt wieder etwas Zeit habe, werde ich zunächst Osnabrück vom Wasser aus erkunden. Danach könnte ich mir eine Tour in Hamburg auf der Alster oder auf der Havel zwischen Spandau und Potsdam sehr gut vorstellen. Wer hat noch gute Tipps, wohin sich ein Ausflug mit dem Challenger evtl lohnen würde? Hat vielleicht sogar jemand von euch dieses oder ein ähnliches Kanu und eigene Erfahrungen oder Lust auf gemeinsame Touren? Ich freue mich auf eure Kommentare.

Thomas Limberg

Ob Nordpol, Himalaya oder der Zoo um die Ecke. Immer wenn ich unterwegs sein und Neues entdecken kann, bin ich am glücklichsten. In diesem Blog nehme ich Dich seit 2010 mit auf meine Städtereisen, Roadtrips, Wander-Abenteuer und zu vielem mehr.

8 Kommentare

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  • Wie cool! So eins hätte ich auch wahnsinnig gerne – vor allem, weil ich hier in München direkt an der Isar wohne. Ich überlege jetzt schon so lange, ob Kanu, Kajak oder SUP für den Sommer :-) Irgendwas davon wird’s auf jeden Fall werden. LG Franzi

  • Cooles Teil! Ich habe vor einigen Wochen auch ein aufblasbares Kanu getestet, war aber nicht wirklich zufrieden. Wenn man lang genug mit einem professionellen Kajak oder Kanu unterwegs ist, kann man sich nur schwer umstellen und daher suche ich noch nach einer Alternative. Hält dein Kanu immer noch?

    LG

    Mia

  • Hallo Thomas, erst mal vielen Dank für deinen ausführlichen und gut gemachten Testbericht. Wir wohnen seit kurzem direkt an der Elbe und wollen auch paddeln. Die Hintergründe genau wie bei dir, kein teures Sportgerät, just for fun, aber auch keinen Schrott. Habe eine Weile recherchiert- es kommt wohl nur das Challenger K1 in Frage. Dein Kauf ist nun fast 3 Jahre her – bist du noch zufrieden damit? Wie robust ist die Unterseite? Wenn man keinen Steg zum ein- und aussteigen hat, schleift die Unterseite auch mal über steinigen Grund . Hält sie das aus bzw bricht die Finne leicht ab? Ist dir das schon mal passiert ?
    Liebe Grüße aus Dresden, Birgit

    • Hallo Birgit,
      ich bin noch immer sehr gut damit zufrieden. Zwar nutze ich es nicht wirklich oft, aber wenn ich damit fahre, macht es Spaß. Es ist auch ziemlich robust. Ich passe zwar auf, dass ich nicht unbedingt auf spitze Steine auflaufe, aber an ein Ufer mit Kies lande ich auch schon mal an. Das hält der Boden aus. Die Finne ist bei neueren Modellen glaube ich etwas anders angebracht. Teilweise fahre ich komplett ohne. Man merkt das zwar etwas im Geradeauslauf, aber man muss dann nicht so aufpassen, dass man im flachen Wasser hängen bleibt. Wenn ihr was für den Spaß zwischendurch sucht, das trotzdem eine ganz gute Qualität habt, macht ihr mit dem Intex sicher nichts falsch.
      Liebe Grüße
      Thomas

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