Lohnt sich das Deutsche Technikmuseum in Berlin?

Eine weitere Ansicht der 50 001

Ob sich der Besuch im Deutschen Technikmuseum in Berlin lohnt, darauf kann es nur eine Antwort geben: Ja! Selten hat mich ein Museum so sehr beeindruckt wie dieses. Obwohl ich jetzt nicht unbedingt der allergrößte Technik-Fan bin, hat das Museum bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Dabei hatte ich eigentlich gar  nicht viel erwartet. Welche Schätze sich im Museum verbergen, ist von außen kaum zu erahnen.

Über dem Museum schwebt ein Rosinenbomber
Über dem Museum schwebt ein Rosinenbomber

Was gibt es im Museum zu sehen?

Das Museum hat einen Schwerpunkt auf Eisenbahn, Luft- und Schifffahrt sowie der Bier und Schmuckproduktion. Aber auch andere Ausstellungsbereiche, wie etwa zur Geschichte der Fotografie oder des Films sind zu finden. Beeindruckend sind vor allem die vielen Ausstellungsstücke, die in einer solchen Zusammenstellung sonst nirgendwo zu finden sind.

Im Eingangsbereich hängt die Cessna von Matthias Rust, mit der er einst in Moskau landete
Im Eingangsbereich hängt die Cessna von Mathias Rust, mit der er einst in Moskau landete

Der Hofzug von Kaiser Wilhelm II

Begonnen habe ich meinen Museumsrundgang in der Eisenbahn-Abteilung. Allein das dortige Ambiente ist unvergleichlich. Die Ausstellung wird in zwei alten Lokschuppen des ehemaligen Betriebswerkes Anhalter Bahnhof präsentiert. Der Besucher schreitet Gleis für Gleis durch den Schuppen und die Geschichte. Von Exponaten, die die ersten Schritte der Eisenbahnen zeigen, bis zur heutigen Zeit ist alles vertreten. Zahlreiche Modelle, aber vor allem originale Loks und Wagen sind zu sehen.  Die ersten Dampfloks können ebenso besichtigt werden, wie Loks und Wagen aus der Kaiserzeit – darunter auch der Salonwagen des letzten Deutschen Kaisers, Exponate aus dem Zweiten Weltkrieg und der Zeit danach.

Eine Dampfmaschine ist zu sehen
Eine Dampfmaschine ist zu sehen
Eine gusseiserne Winkeschiene aus dem Jahre 1800 steht am Anfang der Ausstellung
Eine gusseiserne Winkeschiene aus dem Jahre 1800 steht am Anfang der Ausstellung
Die ausgestellte Beuth ist ein Nachbau. Das Original stammt aus dem Jahre 1912
Die ausgestellte Beuth ist ein Nachbau. Das Original stammt aus dem Jahre 1912
Eine alte preußische Dampflok
Eine alte preußische Dampflok
Blick durch einen der Lokschuppen
Blick durch einen der Lokschuppen
Viele Exponate lassen sich aus ungewöhnlichen Winkeln begutachten
Viele Exponate lassen sich aus ungewöhnlichen Winkeln begutachten
So sah 1884 ein Eisenbahn-Fahrrad aus
So sah 1884 ein Eisenbahn-Fahrrad aus
Die 17 008 ist die ehemals preußische S10 Breslau 1008 und an der Seite aufgeschnitten
Die 17 008 ist die ehemals preußische S10 Breslau 1008 und an der Seite aufgeschnitten
Die gleiche Lok von vorne
Die gleiche Lok von vorne
Irgendwie erinnert mich diese Kolonialbahn an die Augsburger Puppenkiste
Irgendwie erinnert mich diese Kolonialbahn an die Augsburger Puppenkiste
An der preußischen P8 hat der Zahn der Zeit genagt
An der preußischen P8 hat der Zahn der Zeit genagt
Auch kleinere Feldbahnen sind ausgestellt
Auch kleinere Feldbahnen sind ausgestellt
Mit der Lok 3 der Siemens Güterbahn wird es elektrisch
Mit der Lok 3 der Siemens Güterbahn wird es elektrisch
Ab 1912 lief diese Schmalspur-Lok bei der Rhätischen Bahn
Ab 1912 lief diese Schmalspur-Lok bei der Rhätischen Bahn
Ein Wagen aus dem Hofzug Kaiser Wilhelms II.
Ein Wagen aus dem Hofzug Kaiser Wilhelms II.
Eine E71 steht links im zweiten Lokschuppen
Eine E71 steht links im zweiten Lokschuppen
Blick durch einen Teil des zweiten Lokschuppens
Blick durch einen Teil des zweiten Lokschuppens
Führerstand einer alten S-Bahn
Führerstand einer alten S-Bahn
Einigen Ausstellungsstücken kann man fast aufs Dach steigen
Einigen Ausstellungsstücken kann man fast aufs Dach steigen
Auch kleinere Gegenstände aus der Eisenbahn-Geschichte sind ausgestellt
Auch kleinere Gegenstände aus der Eisenbahn-Geschichte sind ausgestellt
Eine würtembergische Zahnradbahn-Tenderlok
Eine würtembergische Zahnradbahn-Tenderlok
In solchen Wagen bin ich sogar einst noch mitgefahren
In solchen Wagen bin ich sogar einst noch mitgefahren
Vorne die 50 001, dahinter der Tender einer 01
Vorne die 50 001, dahinter der Tender einer 01
Eine weitere Ansicht der 50 001
Eine weitere Ansicht der 50 001
Diese Dreizylinder-01 war von 1964 bis 1968 in meiner Heimatstadt Osnabrück stationiert
Diese Dreizylinder-01 war von 1964 bis 1968 in meiner Heimatstadt Osnabrück stationiert
Die E19 01 wurde detailgetreu restauriert
Die E19 01 wurde detailgetreu restauriert
Blick in den Führerstand der E19 01
Blick in den Führerstand der E19 01
Der hintere Teil einer 52er Kriegslok
Der hintere Teil einer 52er Kriegslok
Die 52er von vorne
Die 52er von vorne
Der Führerstand jener Dampflok
Der Führerstand jener Dampflok
Gedeckter Güterwagen der Reichsbahn, wie er für die Judentransporte nach Auschwitz eingesetzt wurde
Gedeckter Güterwagen der Reichsbahn, wie er für die Judentransporte nach Auschwitz eingesetzt wurde
Ein Vertreter des Feldbahnloktyps "Riesa" von Henschel
Ein Vertreter des Feldbahnloktyps „Riesa“ von Henschel
Die Wirtschaftswunderlok mit kleinem Triebwagen
Die Wirtschaftswunderlok mit kleinem Triebwagen
Das DDR-Pendant zur westdeutschen V200 ist ebenfalls zu sehen
Das DDR-Pendant zur westdeutschen V200 ist ebenfalls zu sehen
Die Versuchslok 202 003 aus dem Jahre 1973
Die Versuchslok 202 003 aus dem Jahre 1973
Ein weiterer Blick von oben in den Lokschuppen
Ein weiterer Blick von oben in den Lokschuppen
Auch ganz moderne Dinge sind ausgestellt
Auch ganz moderne Dinge sind ausgestellt
Ein wunderschönes Modell des Anhalter Bahnhof ist ebenfalls im Lokschuppen zu finden
Ein wunderschönes Modell des Anhalter Bahnhof ist ebenfalls im Lokschuppen zu finden
Viele Details sind zu entdecken
Viele Details sind zu entdecken
Die beiden Lokschuppen des Museums wurden auch im Modell nachgebildet
Die beiden Lokschuppen des Museums wurden auch im Modell nachgebildet
Einer der Lokschuppen von außen
Einer der Lokschuppen von außen

Eine der weltweit größten Schiffahrtsausstellungen

Nach dem Besuch der Eisenbahnabteilung besuchte ich den Bereich mit der Schifffahrt. Auf drei Etagen mit insgesamt 6600 Quadratmetern Ausstellungsfläche werden etwa 1100 Exponate zur Geschichte der Hochsee- und Binnenschifffahrt präsentiert. Nach Angaben des Museums soll dies eine der weltweit größten Ausstellungen zu diesem Thema sein. Erneut war ich ziemlich beeindruckt von dem, was es zu sehen gab. Nicht etwa, weil ich mich sonderlich für Schiffe interessiere, sondern vielmehr, weil die Art der Präsentation außergewöhnlich ist. Das Wrack eines Kaffenkahns aus dem 19. Jahrhundert erstreckt sich z. B. durch alle Etagen. Hinzu kommen zahlreiche Schiffsmodelle, Rumpf-Querschnitte etc.

Vor allem viele Schiffsmodelle sind zu sehen
Vor allem viele Schiffsmodelle sind zu sehen
Der märkische Schlepper Kurt Heinz von 1901 kann besichtigt werden
Der märkische Schlepper Kurt Heinz von 1901 kann besichtigt werden
Ein U-Boot aus dem 1. Weltkrieg ist ausgestellt
Ein U-Boot aus dem 1. Weltkrieg ist ausgestellt
Der Mast des Kaffenkahns erstreckt sich über alle Etagen des Museums
Der Mast des Kaffenkahns erstreckt sich über alle Etagen des Museums
Ein Unterbereich widmet sich dem Walfang
Ein Unterbereich widmet sich dem Walfang
Eindrucksvolle Modelle sind hier zu sehen
Eindrucksvolle Modelle sind hier zu sehen
Einige Bereiche laden zum Mitmachen und ausprobieren ein
Einige Bereiche laden zum Mitmachen und ausprobieren ein

Vom Ballon zur Luftbrücke

Zugegeben, lange habe ich mich im Bereich der Schifffahrt nicht aufgehalten. Zum einen hatte ich bereits viel zu viel Zeit in der Eisenbahn-Abteilung verloren, und zum anderen konnte man bereits jene Abteilung sehen, weswegen ich eigentlich gekommen war: die Luftfahrt. Das, was sich dort bietet, ist absolut genial. Von den Anfängen der Luftfahrt bis zum kalten Krieg sind dort zahlreiche Dinge zu finden, die das Herz eines jeden Luftfahrt-Fans schneller schlagen lassen. Ob die ersten Flugversuche mit Ballonen, Otto Lilienthals Experimente oder die Anfänge des Motorflugs sowie später das Jet-Zeitalter – für alles finden sich hier grandiose Anschauungsobjekte. Ob eine legendäre Ju52, der „Rosinenbomber“ C47 oder eine Messerschmitt Bf110 sowie der Sturzkampfbomber Junkers Ju 87, ausgestellt sind hier Flugzeuge, die sonst kaum irgendwo in dieser Masse zu sehen sind.

Die Ausstellungsstücke werden außergewöhnlich präsentiert
Die Ausstellungsstücke werden außergewöhnlich präsentiert
Auch in viele Cockpits kann ein Blick riskiert werden
Auch in viele Cockpits kann ein Blick riskiert werden
Wie ein Triebwerk funktioniert, lässt sich im Museum gut nachvollziehen
Wie ein Triebwerk funktioniert, lässt sich im Museum gut nachvollziehen
Eine Focke-Wulf A 16 von 1924
Eine Focke-Wulf A 16 von 1924
Auch Fahrwerke sind ausgestellt
Auch Fahrwerke sind ausgestellt
Technik wird hier hautnah erlebbar
Technik wird hier hautnah erlebbar
Die Architektur des Museums ist faszinierend, überall hängen Flugzeuge
Die Architektur des Museums ist faszinierend, überall hängen Flugzeuge
Das einzig erhaltene Exemplar einer Jeannin Stahltaube von 1914
Das einzig erhaltene Exemplar einer Jeannin Stahltaube von 1914
Sogar eine legendäre "Tante Ju" steht im Museum
Sogar eine legendäre „Tante Ju“ steht im Museum
Die Ju 52 von hinten
Die Ju 52 von hinten
Klemm Kl 35 "Liesel Bach"
Klemm Kl 35 „Liesel Bach“
Eine Arado Ar 79 mit der draußen hängenden C47
Eine Arado Ar 79 mit der draußen hängenden C47
Auch Jets sind im Museum zu finden
Auch Jets sind im Museum zu finden
Die ungewöhnliche Architektur bietet faszinierende Blickwinkel
Die ungewöhnliche Architektur bietet faszinierende Blickwinkel
Aus dem Zweiten Weltkrieg sind viele Flugzeuge zu sehen
Aus dem Zweiten Weltkrieg sind viele Flugzeuge zu sehen
Alte Uniformen sind ebenfalls ausgestellt
Alte Uniformen sind ebenfalls ausgestellt
Gerade auch die unrestaurierten Exponate sind reizvoll
Gerade auch die unrestaurierten Exponate sind reizvoll
Überall gibt es viel zu entdecken
Überall gibt es viel zu entdecken

Bleiläuse und Mondgestein

Das Museum hat neben der Eisenbahn, Schiff- und Luftfahrt übrigens noch viele weitere kleine Themenbereiche zu bieten. So gibt es z.B. eine Ausstellung zum Thema Computer, über die Chemie- und Pharmaindustrie, über Energie- sowie Film- und Fototechnik. Weitere Themenbereiche informieren über Nachrichten- und Papiertechnik sowie über Schreib- und Druck- und Textiltechnik. Da ich mich in den zuvor beschriebenen Bereichen viel zu lange aufgehalten habe, musste ich mir alles andere im Schnelldurchlauf anschauen.

Wie Goldschmiedetechniken funktionieren, wird gezeigt
Wie Goldschmiedetechniken funktionieren, wird gezeigt
Interessant dargestellt ist auch die Geschichte der Fotografie
Interessant dargestellt ist auch die Geschichte der Fotografie
Zahlreiche Kameras sind ausgestellt
Zahlreiche Kameras sind ausgestellt
So sieht eine moderne Kamera von innen aus
So sieht eine moderne Kamera von innen aus
Auch Freunde der Filmtechnik kommen auf ihre Kosten
Auch Freunde der Filmtechnik kommen auf ihre Kosten
Ein Schnittraum ist zu sehen
Ein Schnittraum ist zu sehen
Sehr interessant ist auch die Ausstellung zur Drucktechnik
Sehr interessant ist auch die Ausstellung zur Drucktechnik
Viele alte Druckmaschinen sind ausgestellt
Viele alte Druckmaschinen sind ausgestellt
Selbst Bleiläuse fanden den Weg ins Museum
Selbst Bleiläuse fanden den Weg ins Museum
Irgendwie faszinierend ist dieses Stück Mondgestein von der Apollo-17-Mission
Irgendwie faszinierend ist dieses Stück Mondgestein von der Apollo-17-Mission
Sogar eine historische Brauerei befindet sich auf dem Gelände des Museums
Sogar eine historische Brauerei befindet sich auf dem Gelände des Museums

Wo liegt das Museum und wie kommt man hin?

Adresse und Kontakt:
Deutsches Technikmuseum
Trebbiner Straße 9
10963 Berlin-Kreuzberg
Telefon: 030 / 90 254-0
Fax: 030 / 90 254-175
E-Mail: info@sdtb.de
Web: http://www.sdtb.de

Anfahrt:
Mit der U-Bahn bis zur Station Möckernbrücke oder Gleisdreieck. Von dort sind es jeweils nur wenige Meter bis zum Museum.

Wann hat das Museum geöffnet und was kostet der Eintritt?

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 9-17.30 Uhr
Samstag und Sonntag 10-18 Uhr
Montag geschlossen

Eintrittspreise:
Normal 8 Euro
Ermäßigt 4 Euro
Mini-Familienkarte 9 Euro
Maxi-Familienkarte 17 Euro

Ein kleiner Geheimtipp

Wer das Deutsche Technikmuseum oder das Museum für Naturkunde in Berlin besucht hat, bekommt bei der Vorlage der Eintrittskarte im jeweils anderen Museum freien Eintritt für eine Begleitperson. Zum Museum für Naturkunde habe ich HIER etwas geschrieben.

Das Museum für Naturkunde in Berlin
Das Museum für Naturkunde in Berlin

Buchtipp zum Technikmuseum


Im Museum liegt überall das Buch „Mensch, Technik! Eine Entdeckungsreise durch die Kulturgeschichte der Technik“* aus. Es beschreibt wunderbar und mit vielen Abbildungen die Geschichte hinter den Museumsobjekten. Es ist z.B. auch bei Amazon zum Preis von 9,95 Euro zu bestellen.

 

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Thomas Limberg

Ob Nordpol, Himalaya oder der Zoo um die Ecke. Immer wenn ich unterwegs sein und Neues entdecken kann, bin ich am glücklichsten. In diesem Blog nehme ich Dich seit 2010 mit auf meine Städtereisen, Roadtrips, Wander-Abenteuer und zu vielem mehr.

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