Lohnt sich das Deutsche Technikmuseum in Berlin?

Thomas Limberg 17. März 2016 0

Ob sich der Besuch im Deutschen Technikmuseum in Berlin lohnt, darauf kann es nur eine Antwort geben: Ja! Selten hat mich ein Museum so sehr beeindruckt wie dieses. Obwohl ich jetzt nicht unbedingt der allergrößte Technik-Fan bin, hat das Museum bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Dabei hatte ich eigentlich gar  nicht viel erwartet. Welche Schätze sich im Museum verbergen, ist von außen kaum zu erahnen.

Über dem Museum schwebt ein Rosinenbomber

Über dem Museum schwebt ein Rosinenbomber

Was gibt es im Museum zu sehen?

Das Museum hat einen Schwerpunkt auf Eisenbahn, Luft- und Schifffahrt sowie der Bier und Schmuckproduktion. Aber auch andere Ausstellungsbereiche, wie etwa zur Geschichte der Fotografie oder des Films sind zu finden. Beeindruckend sind vor allem die vielen Ausstellungsstücke, die in einer solchen Zusammenstellung sonst nirgendwo zu finden sind.

Im Eingangsbereich hängt die Cessna von Matthias Rust, mit der er einst in Moskau landete

Im Eingangsbereich hängt die Cessna von Mathias Rust, mit der er einst in Moskau landete

Der Hofzug von Kaiser Wilhelm II

Begonnen habe ich meinen Museumsrundgang in der Eisenbahn-Abteilung. Allein das dortige Ambiente ist unvergleichlich. Die Ausstellung wird in zwei alten Lokschuppen des ehemaligen Betriebswerkes Anhalter Bahnhof präsentiert. Der Besucher schreitet Gleis für Gleis durch den Schuppen und die Geschichte. Von Exponaten, die die ersten Schritte der Eisenbahnen zeigen, bis zur heutigen Zeit ist alles vertreten. Zahlreiche Modelle, aber vor allem originale Loks und Wagen sind zu sehen.  Die ersten Dampfloks können ebenso besichtigt werden, wie Loks und Wagen aus der Kaiserzeit – darunter auch der Salonwagen des letzten Deutschen Kaisers, Exponate aus dem Zweiten Weltkrieg und der Zeit danach.

Eine Dampfmaschine ist zu sehen

Eine Dampfmaschine ist zu sehen

Eine gusseiserne Winkeschiene aus dem Jahre 1800 steht am Anfang der Ausstellung

Eine gusseiserne Winkeschiene aus dem Jahre 1800 steht am Anfang der Ausstellung

Die ausgestellte Beuth ist ein Nachbau. Das Original stammt aus dem Jahre 1912

Die ausgestellte Beuth ist ein Nachbau. Das Original stammt aus dem Jahre 1912

Eine alte preußische Dampflok

Eine alte preußische Dampflok

Blick durch einen der Lokschuppen

Blick durch einen der Lokschuppen

Viele Exponate lassen sich aus ungewöhnlichen Winkeln begutachten

Viele Exponate lassen sich aus ungewöhnlichen Winkeln begutachten

So sah 1884 ein Eisenbahn-Fahrrad aus

So sah 1884 ein Eisenbahn-Fahrrad aus

Die 17 008 ist die ehemals preußische S10 Breslau 1008 und an der Seite aufgeschnitten

Die 17 008 ist die ehemals preußische S10 Breslau 1008 und an der Seite aufgeschnitten

Die gleiche Lok von vorne

Die gleiche Lok von vorne

Irgendwie erinnert mich diese Kolonialbahn an die Augsburger Puppenkiste

Irgendwie erinnert mich diese Kolonialbahn an die Augsburger Puppenkiste

An der preußischen P8 hat der Zahn der Zeit genagt

An der preußischen P8 hat der Zahn der Zeit genagt

Auch kleinere Feldbahnen sind ausgestellt

Auch kleinere Feldbahnen sind ausgestellt

Mit der Lok 3 der Siemens Güterbahn wird es elektrisch

Mit der Lok 3 der Siemens Güterbahn wird es elektrisch

Ab 1912 lief diese Schmalspur-Lok bei der Rhätischen Bahn

Ab 1912 lief diese Schmalspur-Lok bei der Rhätischen Bahn

Ein Wagen aus dem Hofzug Kaiser Wilhelms II.

Ein Wagen aus dem Hofzug Kaiser Wilhelms II.

Eine E71 steht links im zweiten Lokschuppen

Eine E71 steht links im zweiten Lokschuppen

Blick durch einen Teil des zweiten Lokschuppens

Blick durch einen Teil des zweiten Lokschuppens

Führerstand einer alten S-Bahn

Führerstand einer alten S-Bahn

Einigen Ausstellungsstücken kann man fast aufs Dach steigen

Einigen Ausstellungsstücken kann man fast aufs Dach steigen

Auch kleinere Gegenstände aus der Eisenbahn-Geschichte sind ausgestellt

Auch kleinere Gegenstände aus der Eisenbahn-Geschichte sind ausgestellt

Eine würtembergische Zahnradbahn-Tenderlok

Eine würtembergische Zahnradbahn-Tenderlok

In solchen Wagen bin ich sogar einst noch mitgefahren

In solchen Wagen bin ich sogar einst noch mitgefahren

Vorne die 50 001, dahinter der Tender einer 01

Vorne die 50 001, dahinter der Tender einer 01

Eine weitere Ansicht der 50 001

Eine weitere Ansicht der 50 001

Diese Dreizylinder-01 war von 1964 bis 1968 in meiner Heimatstadt Osnabrück stationiert

Diese Dreizylinder-01 war von 1964 bis 1968 in meiner Heimatstadt Osnabrück stationiert

Die E19 01 wurde detailgetreu restauriert

Die E19 01 wurde detailgetreu restauriert

Blick in den Führerstand der E19 01

Blick in den Führerstand der E19 01

Der hintere Teil einer 52er Kriegslok

Der hintere Teil einer 52er Kriegslok

Die 52er von vorne

Die 52er von vorne

Der Führerstand jener Dampflok

Der Führerstand jener Dampflok

Gedeckter Güterwagen der Reichsbahn, wie er für die Judentransporte nach Auschwitz eingesetzt wurde

Gedeckter Güterwagen der Reichsbahn, wie er für die Judentransporte nach Auschwitz eingesetzt wurde

Ein Vertreter des Feldbahnloktyps "Riesa" von Henschel

Ein Vertreter des Feldbahnloktyps “Riesa” von Henschel

Die Wirtschaftswunderlok mit kleinem Triebwagen

Die Wirtschaftswunderlok mit kleinem Triebwagen

Das DDR-Pendant zur westdeutschen V200 ist ebenfalls zu sehen

Das DDR-Pendant zur westdeutschen V200 ist ebenfalls zu sehen

Die Versuchslok 202 003 aus dem Jahre 1973

Die Versuchslok 202 003 aus dem Jahre 1973

Ein weiterer Blick von oben in den Lokschuppen

Ein weiterer Blick von oben in den Lokschuppen

Auch ganz moderne Dinge sind ausgestellt

Auch ganz moderne Dinge sind ausgestellt

Ein wunderschönes Modell des Anhalter Bahnhof ist ebenfalls im Lokschuppen zu finden

Ein wunderschönes Modell des Anhalter Bahnhof ist ebenfalls im Lokschuppen zu finden

Viele Details sind zu entdecken

Viele Details sind zu entdecken

Die beiden Lokschuppen des Museums wurden auch im Modell nachgebildet

Die beiden Lokschuppen des Museums wurden auch im Modell nachgebildet

Einer der Lokschuppen von außen

Einer der Lokschuppen von außen

Eine der weltweit größten Schiffahrtsausstellungen

Nach dem Besuch der Eisenbahnabteilung besuchte ich den Bereich mit der Schifffahrt. Auf drei Etagen mit insgesamt 6600 Quadratmetern Ausstellungsfläche werden etwa 1100 Exponate zur Geschichte der Hochsee- und Binnenschifffahrt präsentiert. Nach Angaben des Museums soll dies eine der weltweit größten Ausstellungen zu diesem Thema sein. Erneut war ich ziemlich beeindruckt von dem, was es zu sehen gab. Nicht etwa, weil ich mich sonderlich für Schiffe interessiere, sondern vielmehr, weil die Art der Präsentation außergewöhnlich ist. Das Wrack eines Kaffenkahns aus dem 19. Jahrhundert erstreckt sich z. B. durch alle Etagen. Hinzu kommen zahlreiche Schiffsmodelle, Rumpf-Querschnitte etc.

Vor allem viele Schiffsmodelle sind zu sehen

Vor allem viele Schiffsmodelle sind zu sehen

Der märkische Schlepper Kurt Heinz von 1901 kann besichtigt werden

Der märkische Schlepper Kurt Heinz von 1901 kann besichtigt werden

Ein U-Boot aus dem 1. Weltkrieg ist ausgestellt

Ein U-Boot aus dem 1. Weltkrieg ist ausgestellt

Der Mast des Kaffenkahns erstreckt sich über alle Etagen des Museums

Der Mast des Kaffenkahns erstreckt sich über alle Etagen des Museums

Ein Unterbereich widmet sich dem Walfang

Ein Unterbereich widmet sich dem Walfang

Eindrucksvolle Modelle sind hier zu sehen

Eindrucksvolle Modelle sind hier zu sehen

Einige Bereiche laden zum Mitmachen und ausprobieren ein

Einige Bereiche laden zum Mitmachen und ausprobieren ein

Vom Ballon zur Luftbrücke

Zugegeben, lange habe ich mich im Bereich der Schifffahrt nicht aufgehalten. Zum einen hatte ich bereits viel zu viel Zeit in der Eisenbahn-Abteilung verloren, und zum anderen konnte man bereits jene Abteilung sehen, weswegen ich eigentlich gekommen war: die Luftfahrt. Das, was sich dort bietet, ist absolut genial. Von den Anfängen der Luftfahrt bis zum kalten Krieg sind dort zahlreiche Dinge zu finden, die das Herz eines jeden Luftfahrt-Fans schneller schlagen lassen. Ob die ersten Flugversuche mit Ballonen, Otto Lilienthals Experimente oder die Anfänge des Motorflugs sowie später das Jet-Zeitalter – für alles finden sich hier grandiose Anschauungsobjekte. Ob eine legendäre Ju52, der “Rosinenbomber” C47 oder eine Messerschmitt Bf110 sowie der Sturzkampfbomber Junkers Ju 87, ausgestellt sind hier Flugzeuge, die sonst kaum irgendwo in dieser Masse zu sehen sind.

Die Ausstellungsstücke werden außergewöhnlich präsentiert

Die Ausstellungsstücke werden außergewöhnlich präsentiert

Auch in viele Cockpits kann ein Blick riskiert werden

Auch in viele Cockpits kann ein Blick riskiert werden

Wie ein Triebwerk funktioniert, lässt sich im Museum gut nachvollziehen

Wie ein Triebwerk funktioniert, lässt sich im Museum gut nachvollziehen

Eine Focke-Wulf A 16 von 1924

Eine Focke-Wulf A 16 von 1924

Auch Fahrwerke sind ausgestellt

Auch Fahrwerke sind ausgestellt

Technik wird hier hautnah erlebbar

Technik wird hier hautnah erlebbar

Die Architektur des Museums ist faszinierend, überall hängen Flugzeuge

Die Architektur des Museums ist faszinierend, überall hängen Flugzeuge

Das einzig erhaltene Exemplar einer Jeannin Stahltaube von 1914

Das einzig erhaltene Exemplar einer Jeannin Stahltaube von 1914

Sogar eine legendäre "Tante Ju" steht im Museum

Sogar eine legendäre “Tante Ju” steht im Museum

Die Ju 52 von hinten

Die Ju 52 von hinten

Klemm Kl 35 "Liesel Bach"

Klemm Kl 35 “Liesel Bach”

Eine Arado Ar 79 mit der draußen hängenden C47

Eine Arado Ar 79 mit der draußen hängenden C47

Auch Jets sind im Museum zu finden

Auch Jets sind im Museum zu finden

Die ungewöhnliche Architektur bietet faszinierende Blickwinkel

Die ungewöhnliche Architektur bietet faszinierende Blickwinkel

Aus dem Zweiten Weltkrieg sind viele Flugzeuge zu sehen

Aus dem Zweiten Weltkrieg sind viele Flugzeuge zu sehen

Alte Uniformen sind ebenfalls ausgestellt

Alte Uniformen sind ebenfalls ausgestellt

Gerade auch die unrestaurierten Exponate sind reizvoll

Gerade auch die unrestaurierten Exponate sind reizvoll

Überall gibt es viel zu entdecken

Überall gibt es viel zu entdecken

Bleiläuse und Mondgestein

Das Museum hat neben der Eisenbahn, Schiff- und Luftfahrt übrigens noch viele weitere kleine Themenbereiche zu bieten. So gibt es z.B. eine Ausstellung zum Thema Computer, über die Chemie- und Pharmaindustrie, über Energie- sowie Film- und Fototechnik. Weitere Themenbereiche informieren über Nachrichten- und Papiertechnik sowie über Schreib- und Druck- und Textiltechnik. Da ich mich in den zuvor beschriebenen Bereichen viel zu lange aufgehalten habe, musste ich mir alles andere im Schnelldurchlauf anschauen.

Wie Goldschmiedetechniken funktionieren, wird gezeigt

Wie Goldschmiedetechniken funktionieren, wird gezeigt

Interessant dargestellt ist auch die Geschichte der Fotografie

Interessant dargestellt ist auch die Geschichte der Fotografie

Zahlreiche Kameras sind ausgestellt

Zahlreiche Kameras sind ausgestellt

So sieht eine moderne Kamera von innen aus

So sieht eine moderne Kamera von innen aus

Auch Freunde der Filmtechnik kommen auf ihre Kosten

Auch Freunde der Filmtechnik kommen auf ihre Kosten

Ein Schnittraum ist zu sehen

Ein Schnittraum ist zu sehen

Sehr interessant ist auch die Ausstellung zur Drucktechnik

Sehr interessant ist auch die Ausstellung zur Drucktechnik

Viele alte Druckmaschinen sind ausgestellt

Viele alte Druckmaschinen sind ausgestellt

Selbst Bleiläuse fanden den Weg ins Museum

Selbst Bleiläuse fanden den Weg ins Museum

Irgendwie faszinierend ist dieses Stück Mondgestein von der Apollo-17-Mission

Irgendwie faszinierend ist dieses Stück Mondgestein von der Apollo-17-Mission

Sogar eine historische Brauerei befindet sich auf dem Gelände des Museums

Sogar eine historische Brauerei befindet sich auf dem Gelände des Museums

Wo liegt das Museum und wie kommt man hin?

Adresse und Kontakt:
Deutsches Technikmuseum
Trebbiner Straße 9
10963 Berlin-Kreuzberg
Telefon: 030 / 90 254-0
Fax: 030 / 90 254-175
E-Mail: info@sdtb.de
Web: http://www.sdtb.de

Anfahrt:
Mit der U-Bahn bis zur Station Möckernbrücke oder Gleisdreieck. Von dort sind es jeweils nur wenige Meter bis zum Museum.

Wann hat das Museum geöffnet und was kostet der Eintritt?

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 9-17.30 Uhr
Samstag und Sonntag 10-18 Uhr
Montag geschlossen

Eintrittspreise:
Normal 8 Euro
Ermäßigt 4 Euro
Mini-Familienkarte 9 Euro
Maxi-Familienkarte 17 Euro

Ein kleiner Geheimtipp

Wer das Deutsche Technikmuseum oder das Museum für Naturkunde in Berlin besucht hat, bekommt bei der Vorlage der Eintrittskarte im jeweils anderen Museum freien Eintritt für eine Begleitperson. Zum Museum für Naturkunde habe ich HIER etwas geschrieben.

Das Museum für Naturkunde in Berlin

Das Museum für Naturkunde in Berlin

Buchtipp zum Technikmuseum


Im Museum liegt überall das Buch “Mensch, Technik! Eine Entdeckungsreise durch die Kulturgeschichte der Technik” aus. Es beschreibt wunderbar und mit vielen Abbildungen die Geschichte hinter den Museumsobjekten. Es ist z.B. auch bei Amazon zum Preis von 9,95 Euro zu bestellen.

 

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