Eine Burg für den Bergbau in Bochum Warum sich ein Besuch auf der Zeche Hannover besonders lohnt

Dieser Artikel wurde zuletzt am 26. Juni 2022 aktualisiert.

Lohnt sich ein Besuch auf der Zeche Hannover in Bochum? Bisher dachte ich, man könne besser die größeren erhaltenen Zechen im Ruhrgebiet besuchen. So haben mich zum Beispiel die Zeche Zollverein in Essen oder die Zeche Zollern in Dortmund immer wieder begeistert. Doch nachdem ich jetzt auf der Zeche Hannover in Bochum war, kann ich sagen, dass sich auch hier ein Besuch ganz besonders lohnt. Dort, wo 1973 die langjährige Kohleförderung  in Bochum endete, herrscht heute eine ganz besondere – fast schon familiäre Atmosphäre.

Die Zeche Hannover in Bochum mit ihrem Malakow-Turm

Einst im Bergbau besonders modern

Auffällig ist der mächtige Förderturm der Zeche Hannover. Mit seinem Aussehen erinnert er an eine gewaltige Burg aus dem Mittelalter. Hier fuhren die Bergleute in den Schacht ein, hier kam die Kohle aus der Tiefe zu Tage. Was darin und in den benachbarten Gebäuden zu sehen ist, galt seinerzeit als das modernste im Bergbau. Erbaut wurde die Zeche in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Fördertechnik, die hier einst angewandt wurde, war innovativ und ist zum Teil noch heute weltweit im Einsatz.

Schacht 1 mit Förderaufzug der Zeche Hannover in Bochum

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Erhaltene Gebäude der Zeche Hannover

Nach der Stilllegung der Zeche im Jahre 1973 war es mit dem Bergbau in Bochum vorbei. Rasch verschwanden einige Zechengebäude. Erhalten blieben der sogenannte burgähnliche Malakow-Turm über dem Schacht 1 sowie das dazugehörige Maschinenhaus. Beide Gebäude wurden restauriert und können heute besichtigt werden. Ebenso erhalten sind das Grubenlüftergebäude, in dem sich heute eine Cafeteria mit angeschlossenem Biergarten befindet und zwei unübersehbare Diffusoren, über die die verbrauchte Luft aus dem Bergwerk an die Atmosphäre befördert wurde.

Grubenlüftergebäude mit Biergarten der Zeche Hannover in Bochum

Eine Dampffördermaschine aus dem Jahre 1893

In der Maschinenhalle dreht sich bei Schauvorführungen die große Treibscheibe der Dampffördermaschine von 1893. Sie ist das älteste Exemplar, das man im Ruhrgebiet am Originalstandort sehen kann. Einst diente sie dazu, über gewaltige Seilscheiben die Förderkörbe in und aus den Schacht fahren zu lassen. Die Förderkörbe, sowie der Arbeitsplatz des Fördermaschinisten sind noch heute zu sehen.

Eine der ältesten am Originalstandort erhaltenen Dampffördermaschinen im Ruhrgebiet befindet sich auf der Zeche Hannover in Bochum.

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Sonderausstellungen in der Zeche Hannover

In der Maschinenhalle und im Förderturm sind immer wieder wechselnde Sonderausstellungen zu sehen. Bei meinem Besuch schmückten z.B. Fotos die Wände im Malakow-Turm und in der Maschinenhalle war die Ausstellung „Vom Schuften und Chillen – Warum wir arbeiten“ zu sehen. Darin dreht sich alles um den Wandel der Beweggründe für Arbeit in den letzten 200 Jahren. Warum wir arbeiten, wer Arbeit definiert und wie sie in der Zukunft aussehen wird sind die Fragen der Sonderausstellung.

Sonderausstellung auf der Zeche Hannover in Bochum im Ruhrgebiet

Die Zeche Knirps für Kinder

Kinder kommen auf der Zeche Knirps, die über dem ehemaligen Schacht 5 der Zeche Hannover liegt, auf ihre Kosten. Es handelt sich bei der Zeche Knirps um einen Abenteuerspielplatz der ganz besonderen Form. Mit einem Unter- und Übertagebereich, mit Förderband, Lorenbahnen, Fördermaschine und vielem mehr hat das Kinderbergwerk vieles zu bieten, was auch für den Betriebsablauf in einer echten Zeche notwendig ist. Gefördert wird auf „Knirps“ allerdings Kies statt Kohle.

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Ideales Ausflugsziel im Ruhrgebiet

Insgesamt ist die Zeche Hannover eher klein und beschaulich. Kein Vergleich zur oft überlaufenen Zeche Zollverein in Essen. Doch genau das macht ihren Reiz aus. Auch hier kann man noch einen guten Eindruck davon bekommen, wie es einst im Ruhrgebiet war, als die Kohle noch das tägliche Leben bestimmte. Auf dem Parkähnlichen Gelände befinden sich zudem einige Picknicktische. Für einen entspannten Tag ist die Zeche ein ideales Ausflugsziel.

Der Malakow-Turm der Zeche Hannover in Bochum von innen

Tipps & Infos zum Besuch der Zeche Hannover in Bochum

Parken an der Zeche Hannover
Kostenlose Parkplätze stehen direkt am Zechengelände zur Verfügung. Die Adresse für das Navi lautet Günnigfelder Str. 251 in Bochum.

Was kostet der Eintritt in die Zeche Hannover?
Der Eintritt in die Zeche Hannover ist frei.

Wie sind die Öffnungszeiten der Zeche Hannover?
Das Gelände der Zeche Hannover ist mittwochs bis samstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. An Sonn- und Feiertagen öffnen sich die Tore zwischen 11 und 18 Uhr. Die Zeche Knirps hat zum freien Spielen an den Wochenenden und an Feiertagen geöffnet. Gebuchte Gruppen können sich dort dienstags bis freitags austoben.

Führungen und weitere Infos:
Auf der Zeche Hannover finden zahlreiche verschiedene Führungen und Veranstaltungen statt. Eine Übersicht dazu bietet die offizielle Seite www.zeche-hannover.lwl.org/de.

Thomas Limberg

Ich bin Thomas – das Gesicht hinter Breitengrad66. Schon seit 2010 nehme ich meine Leser in diesem Reiseblog mit auf Reisen. Unterwegs gibt es fast nichts, für das ich mich nicht begeistern kann. Ob fremde Kulturen, sportliche Herausforderungen, einzigartige Natur, schicke Hotels oder außergewöhnliche Kulinarik – ich bin immer neugierig auf Neues. Auf keiner Reise fehlen darf meine Kamera, denn Fotografie ist eine meiner größten Leidenschaften. Besonders stolz bin ich darauf, dass Breitengrad66 bei der renommierten Wahl zum Reiseblog des Jahres 2020 von Touristik PR unter die 20 besten gewählt wurde. Mehr über diesen Blog und über mich gibt es HIER zu lesen.

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